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DRK berät rückkehrwillige Geflüchtete

„Viele haben Heimweh“

Nottuln/Baumberge

Katharina Norrie wird mit den Schicksalen ganz verschiedener Menschen konfrontiert. Die Diplom-Pädagogin beim DRK-Kreisverband berät ausreisewillige Flüchtlinge.

Von Peter Werth

Katharina Norrie von der Fachstelle Integration beim DRK-Kreisverband Coesfeld berät Geflüchtete, die freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehren wollen. Die Gründe dafür seien sehr unterschiedlich, weiß die Diplom-Pädagogin. Foto: Peter Werth

Vielfach haben sie Schreckliches erlebt, tausende Kilometer zurückgelegt, zu Fuß über die Balkanroute oder mit einem Schlauchboot über das Mittelmeer, bevor sie schließlich in Deutschland angekommen sind, um dort Sicherheit zu finden, einen Asylantrag zu stellen. Und dennoch kommen viele Geflüchtete nicht wirklich an.

Denen, die nach vielem Überlegen in ihre Heimat zurückkehren wollen oder letztlich einer drohenden Abschiebung wegen eines abgelehnten Asylantrags zuvorkommen wollen, bietet der DRK-Kreisverband Coesfeld Unterstützung. Katharina Norrie ist für diese Menschen im Kreis Coesfeld und damit auch in den Baumbergen Ansprechpartnerin. „Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von staatlichen Stellen“, betont sie.

Kostenlose Beratung

Die Diplom-Pädagogin berichtet aus ihrem Erleben und den Gesprächen mit geflüchteten Menschen und nennt einen oft geäußerten Grund für den Wunsch, in die Heimat zurückzukehren: „Viele haben Heimweh. Nicht selten ist ein Elternteil dort erkrankt.“ Andere sind frustriert, weil sie keine Arbeit finden, nicht selten kämen Sprachprobleme hinzu.

Ausreise- und Perspektivberatung – so lautet der Titel des freiwilligen Angebots an diese Menschen. Und genau darum geht es Norrie: „Ich zeige den Ausreisewilligen auf, wie sie die Rückkehr in ihr Heimatland bewerkstelligen können.“ Das reiche von Fragen zur Bezahlung von Flugtickets bis hin zu einem Neustart im Herkunftsland. Dabei versuche sie, eine berufliche Perspektive aufzuzeigen. So gebe es finanzielle Unterstützung für eine Existenzgründung ebenso wie Mittel, um einen neuen Hausstand anzuschaffen. Das Geld dafür komme vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Jungem Mann aus Guinea geholfen

Irak, Pakistan, Bangladesch, Russland, Tadschikistan, Serbien und sogar Argentinien: Die Beratung durch Katharina Norrie nehmen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern in Anspruch. Selbst EU-Bürger, die in ihre Heimat zurückwollen, finden bei der Ausreise- und Perspektivberatung Unterstützung.

An einen besonderen Fall erinnert sich Norrie: „Das war ein junger Mann aus Guinea. Über die Botschaft in Berlin war es unmöglich, einen Pass für ihn zu bekommen, damit er ausreisen konnte.“ Als weiteres Pro­blem sei hinzugekommen, dass seine Familie inzwischen im Senegal lebte. Hilfe kam dann vom European Return and Reintegration Network (ERRIN), einer Organisation europäischer Staaten, die Geflüchtete bei der Rückkehr unterstützt. Dieser Kontakt, so Norrie, habe schließlich alle Hürden zu überwinden geholfen. Und so lebe der Mann jetzt im Senegal – gemeinsam mit seiner Familie.

Die Ausreise- und Perspektivberatung des DRK-Kreisverbands Coesfeld hat ihren Sitz an der Gartenstraße 12 in 48653 Coesfeld. Für eine Terminvereinbarung ist Katharina Norrie zu erreichen unter

 0 25 41/94 42 17 13 oder

 01 57/79 89 37 04, E-Mail: ausreise-und-perspektivberatung@drk-coe.de

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