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Kunst aus Simbabwe

Von Harare nach Hastehausen

Darup

Bertold Ochtrup hat einen Riesencontainer mit Kunst aus Simbabwe geordert. Ab Donnerstag (5. Mai) zeigt er sie im Kulturcontainer in Nottuln. Das Besondere: Der Verkaufserlös fließt an soziale Projekte in Simbabwe zurück.

Von Ulla Wolanewitz

Bertold Ochtrup hat Kunst aus Simbabwe nach Darup geholt, um mit dem Verkaufserlös die Menschen in dem afrikanischen Land zu unterstützen. Foto: Ulla Wolanewitz

Tausende von Seemeilen haben die afrikanischen Prachtexemplare hinter sich gebracht, um im Münsterland ihre neue Heimat zu finden. Hier haben sie es sich unter blühenden Obstbäumen bequem gemacht – und es scheint, als gäbe es für sie kaum einen besseren Platz.

Ihr Transfer von Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, nach Hastehausen liegt schon ein paar Tage zurück. Mit dem Akklimatisieren gab es keinerlei Probleme, denn die kunstvollen Skulpturen, zu denen noch einige Antilopen, ein Pferd und ein Löwe zählen, sind aus Altmetall gefertigt. „Upcycling. Kunstvoll gedengelt aus alten Autohauben oder Kanistern“, erklärt Bertold Och­trup, der den 20-Fuß-Container in der Bauerschaft in Empfang nahm.

Den besten „Security-Service“ hat er gleich mitgebucht: zwei ruppige Gänse, die mit langem Hals, lautstarkem Geschnatter und wildem Flügelschlagen alle zur Flucht zwingen, die sich frech in ihr Revier trauen.

Schiffscontainer voller Kunst aus Simbabwe

Mit seiner Länge von sechs Metern war der Schiffscontainer etwa doppelt so lang wie der Kulturcontainer, der in Kürze auf dem Stiftsplatz zu sehen ist. Dort stellt Bertold Ochtrup ab dem kommenden Donnerstag (5. Mai) verschiedenartige Skulpturen aus Serpentinit-Stein und Metall aus und bietet sie zum Verkauf an. Mit dem Erlös daraus unterstützt er gemeinnützige Projekte in Simbabwe.

„Nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt leben die Menschen ohne Strom, ohne Wasser, ohne sanitäre Anlagen“, macht er deutlich. Vor drei Jahren hat sich der gebürtige Coesfelder, der viele Jahre in Italien, München und Würzburg lebte und arbeitete, mit seiner Frau in Darup niedergelassen: „Die Großstadt brauche ich nicht mehr. Sie ist ja auch gar nicht mehr zu bezahlen“.

Erster Kontakt liegt 15 Jahre zurück

Mehr als 15 Jahre liegt es zurück, dass Bertold Ochtrup das erste Mal bei einer Ausstellung in einem Schwabinger Krankenhaus in Kontakt mit den außergewöhnlichen Skulpturen aus Simbabwe kam. Er kaufte ein Kunstwerk, setzte sich mit der Shona-Bildhauerei auseinander und hielt den Kontakt mit dem Künstler Tendai Rukodzi, den er im vergangenen Herbst besuchte. Über den Afrikaner erhielt er weitere Kontakte zu einem Künstlercenter, das auch Jugendliche fördert.

„Vom Volk der Shona heißt es, dass sie die nettesten und freundlichsten Menschen der Welt sind“, so Bertold Ochtrup. „Es ist echt faszinierend, was sie dort aus dem Nichts entstehen lassen können. Das ist eine tolle Erfahrung, wenn man so wie wir aus dem Überfluss kommt.“

„Es ist echt faszinierend, was sie dort aus dem Nichts entstehen lassen“

Allerdings dominiere in diesem Land, das voller wertvoller Bodenschätze ist, auch die Korruption. Es fehle den Menschen am Notwendigsten, dementsprechend auch an Geld für die Ausbildung der Kinder. Genau hier will Bertold Ochtrup, der auch in seinem dritten Lebensabschnitt etwas Sinnvolles tun möchte, mit seinem Projekt ansetzen: „Viele Jugendliche landen dort auf der Straße, weil sie keine sinnvolle Aufgabe haben. Sie nehmen Drogen und rutschen in die Kriminalität ab.“

Mit dem Verkauf von zwölf Tonnen Klein- und Großskulpturen in Serpentinit und Altmetall sollte es ihm gelingen, einige Projekte und Workshops für Jugendliche vor Ort zu realisieren. Sein Angebot – rund um den Kulturcontainer – präsentiert er am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr.

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