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„Rollende Waldschule“ zu Gast an der Liebfrauenschule

„Waffenstillstand“ zwischen tierischen Feinden

Nottuln

Wenn Maria Weckendorf mit der „Rollenden Waldschule“ vorfährt, dann sind die Kinder begeistert. Jetzt war sie in der Liebfrauenschule und konnte wieder viel Wissenswertes über die heimische Tierwelt berichten.

Schüler und Schülerinnen aus der Klasse 5a präsentieren zusammen mit Maria Weckendorf heimische, wild lebende Tiere, neben den Vögeln aus der Eulenfamilie den Fuchs und den Dachs. Foto: Liebfrauenschule

Wenn Maria Weckendorf mit dem Anhänger der Kreisjägerschaft Coesfeld auf den Schulhof fährt, wissen die Schülerinnen und Schüler schon, dass eine besondere Veranstaltung bevorsteht: die „Rollende Waldschule“ ist nach dem pandemiebedingten Ausfall im Vorjahr wieder da.

Jetzt besuchte die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin die drei fünften Klassen der Liebfrauenschule. Jeweils eine Doppelstunde lang erläuterte Maria Weckendorf mit Hilfe von etlichen Tierpräparaten die Besonderheiten über das Leben von Tieren im Winter. Damit knüpfte die Naturliebhaberin an den Unterricht im Fach Naturwissenschaften an.

Den Klassen wurde eine ganze Reihe von Tieren präsentiert, wie die heimischen Greifvögel oder die Familie der Marder mit Steinmarder, Iltis und Hermelin. Dabei wusste die Expertin immer wieder das Vorwissen der Schülerinnen und Schülern einzubinden, wobei diejenigen, die auf einem landwirtschaftlichen Hof leben oder einen Jäger in der Familie haben, besonders glänzen konnten, schreibt die Liebfrauenschule in einer Pressemitteilung.

An das Vorwissen der Kinder angeknüpft

Ein Schwerpunkt lag auf der Familie der Eulen, die - wie Maria Weckendorf hervorhob - „sehr nützliche Tiere sind“, wenn sie wie die Schleiereule auf Bauernhöfen wohnen und dort zum Beispiel die Mäuse fressen und so Schaden vom Getreide fernhalten. Auch der Waldkauz fresse Mäuse, lebe aber im Wald und sei an seinem Ruf erkennbar. „Dieser wird gern in Kriminalfilmen in besonders gruseligen Szenen eingesetzt“, erklärte Maria Weckendorf.

Der kleine Steinkauz wiederum suche sein Futter wie Würmer oder Käfer auf dem Boden, verirre sich aber auch schon mal auf Straßen, wo er in Gefahr gerate, überfahren zu werden. Vom Uhu, der größten Eule, berichtete Maria Weckendorf, dass es im Kreis Coesfeld nachgewiesenermaßen 20 Pärchen gibt. Dieser Vogel wohnt wegen seiner Größe nicht in Gebäuden, sondern brütet auf dem Boden oder in Steinbrüchen. Maria Weckendorf bat ihr aufmerksames Publikum darum, die Tiere nicht beim Brüten zu stören, denn der Uhu verlasse sonst sein Nest und damit die Brut. Interessanterweise lege der Uhu vier Wochen lang immer im Abstand von einer Woche ein Ei, sodass auch die Jungtiere nicht gleichzeitig schlüpfen. Der Uhu sei übrigens der größte Feind des Igels und des Fuchses.

Der Uhu ist der größte Feind des Igels und des Fuchses

Apropos Fuchs: Das Tier sei nachtaktiv und sehr schlau, so Jägerin mit eigenem Revier im Hegering Nottuln/Havixbeck. „Er hört gut, er sieht gut und er riecht gut“ und deshalb sei der Mensch sein größter Feind. Wie der Dachs wohnt der Fuchs in einer Höhle unter der Erde. Gemeinsam bilden sie mit dem Kaninchen auf mehreren Etagen eine Wohngemeinschaft, obwohl Fuchs und Dachs das Kaninchen eigentlich gerne fressen. Ein Schüler nannte diesen Umstand ganz passend „Waffenstillstand“, während Maria Weckendorf dies lieber als „Burgfrieden“ bezeichnete.

Im Gegensatz zum Dachs, der ein Obstfan sei, fresse der Fuchs neben dem Kaninchen gerne Gänse, Hühner und Enten sowie Aas, aber auch Essensreste, die häufig von Bürgern und Bürgerinnen in der Umwelt hinterlassen werden. Die Menschen wunderten sich darüber, dass Füchse inzwischen selbst in Großstädten wohnten, wo sie in der Kanalisation von Essensresten lebten, die durch Toiletten entsorgt würden.

Essensreste in die Biotonne – Knochen in den Restmüll

Deshalb appellierte die Referentin zum Schluss an ihr Publikum: „Denkt daran und sagt es auch euren Eltern: Lebensmittel, die verdorben sind, gehören in die Biotonne, Knochen sollten besser im Restmüll entsorgt werden, da sie nur schwer kompostierbar sind.“ Im Biomüll entwickeln Knochen schnell unangenehme Gerüche und ziehen Ungeziefer an. Nur wenn der Mensch Tieren wie Füchsen, Ratten und Tauben in Städten die Nahrungsgrundlage entzöge, würden sie nicht zur Plage.

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