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Änderung des Bebauungsplans im Bereich „Auf dem Esch“ gestoppt

Weiterhin Gespräche über „konsensuale Lösung“

Nottuln

Ein geplantes privates Bauvorhaben hat der Gemeinde schon viel Arbeit beschert. Über eine Änderung des Bebauungsplanes wollte die Gemeinde steuernd eingreifen. Ein Vorgehen, das nun vom Rat gestoppt wurde, denn es gibt Risiken.

-luw-

Das Einzelhandelszentrum am Rhodeplatz soll nicht durch Planungsänderungen im Umfeld gefährdet werden. Der Rat hat ein Änderungsverfahren für das Gebiet „Zwischen Nieder- und Oberstockumer Weg und Auf dem Esch“ gestoppt. Foto: Ludger Warnke

Ein privates Bauvorhaben im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Zwischen Nieder- und Oberstockumer Weg und Auf dem Esch“ steht weiter in der kritischen Diskussion. Die Absicht der Gemeinde Nottuln, durch eine Änderung des Bebauungsplanes stark lenkend auf das Projekt einzuwirken, hat sich nach intensiver Überprüfung als eine Lösung dargestellt, die mit einem gravierenden Nachteil verbunden ist. In der Ratssitzung am Dienstagabend im Forum wurde daher ohne Gegenstimme bei einigen wenigen Enthaltungen beschlossen, das Änderungsverfahren zu stoppen und die seinerzeit verhängte Veränderungssperre für das Gebiet wieder aufzuheben.

Konkret geht es um ein Wohnbauprojekt, dass wegen seiner Größe nicht nur bei den Nachbarn in der Kritik steht. Durch eine planungsrechtliche Änderung dieses Bereiches von einem „Mischgebiet“ in ein „allgemeines Wohngebiet“ wollte die Gemeinde die Leitplanken für das Bauvorhaben enger setzen. Allerdings: Für ein allgemeines Wohngebiet gelten strengere Lärmgrenzwerte. Wegen der Lärmemissionen durch den Straßenverkehr der Daruper Straße und durch das Einzelhandelszentrum am Rhodeplatz hätten Anlieger eines „allgemeinen Wohngebietes“ unter Umständen in passive Schallschutzmaßnahmen investieren müssen und hätte auch der Lebensmittelmarkt Maßnahmen zur Schallreduzierung ergreifen müssen. Im schlimmsten Fall wäre sogar die weitere Nutzung des Lebensmittelmarktes gefährdet. Eine Entwicklung, die die Gemeindepolitik nicht wünscht.

Zum Teil zähneknirschend wurde daher der Aufhebung der Veränderungssperre und dem Stopp des Bebauungsplanänderungsverfahrens zugestimmt, sodass nun wieder das bisherige Planungsrecht gilt. Gleichwohl bekräftigten die Ratsmitglieder ihre Erwartung, dass eine „konsensuale Lösung“ gefunden wird, mit der Nachbarn und Bauherr einvernehmlich leben können.

Die Gespräche über eine solche Lösung werden bereits fortgeführt. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilte, hat noch am Dienstag ein solches Gespräch mit den Beteiligten bei der Baugenehmigungsbehörde in Coesfeld stattgefunden. „Der Gesprächsfaden ist nicht abgerissen. Es war ein kons­truktives Gespräch“, berichtete Stefan Kohaus von der Gemeindeverwaltung. Alle Beteiligten hätten Informationen mitgenommen, die nun weiter geprüft und bedacht werden. Der Eindruck der Verwaltung: Es gibt ein Interesse an einer einvernehmlichen Lösung.

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