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Caritasausschuss unterstützt den Verein Ein-Dollar-Brille

Wieder aktiv am Leben teilhaben

Nottuln

Man braucht nicht viel dazu, aber man kann ganz viel helfen. Der Caritasausschuss der Pfarrgemeinde St. Martin hatte den Verein Ein-Dollar-Brille eingeladen, sein Konzept vorzustellen.

Norbert Richter (r.) vom Verein Ein-Dollar-Brille informierte auf Einladung des Caritasausschusses der Pfarrgemeinde St. Martin auf dem Wochenmarkt, wie mit nur wenigen Materialien eine voll funktionsfähige Brille für Menschen in Entwicklungsländern hergestellt werden kann. Foto: Ludger Warnke

Diese Materialliste ist kurz: etwas Draht, etwas Kunststoff und vorgefertigte Linsen in unterschiedlichen Stärken, dazu als Werkzeug eine kleine von Hand betriebene Biegemaschine und ein paar Zangen – mehr braucht es nicht, um eine voll funktionsfähige Brille herzustellen. Materialwert: circa ein Dollar.

Norbert Richter aus Hohenholte demonstrierte am Donnerstag den interessierten Besuchern des Wochenmarktes nur zu gern, wie schell sich so eine Brille passgenau für den Empfänger herstellen lässt. Der Hohenholter engagiert sich im gemeinnützigen Verein Ein-Dollar-Brille, der sich für eine augenoptische Grundversorgung der Menschen einsetzt, die weniger als einen Dollar pro Tag für ihren Lebensunterhalt haben.

Der Caritasausschuss der Pfarrgemeinde St. Martin war durch den Hohenholter auf das Thema aufmerksam geworden und hatte sich intensiv damit beschäftigt. Klares Ergebnis: „Das unterstützen wir gerne!“ Also wurde ein Stand vor dem Rathaus organisiert und zur besten Wochenmarktzeit die Arbeit des Vereins vorgestellt.

Hohenholter engagiert sich im Hilfsverein

Gegründet wurde der Verein Ein-Dollar-Brille von dem Erlanger Mathematik- und Physiklehrer Martin Aufmuth. Er entwickelte ein System, Brillen kostengünstig und ohne Strom herzustellen. Ein Testlauf 2011 in Uganda verlief so erfolgreich, dass 20212 die Vereinsgründung erfolgte. „Heute sind wir in zehn Ländern auf drei Kontinenten aktiv und haben rund 400 000 Brillen abgegeben“, erläutert Norbert Richter.

WHO-Schätzungen zufolge brauchen mehr als 950 Millionen Menschen eine Brille, können sich aber keine leisten. Der dadurch bedingte Einkommensverlust dieser Menschen liegt bei über 269 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Wieder richtig sehen zu können, ist für die Menschen der erste Schritt, auch wieder mehr am Leben teilhaben zu können. Neben der Versorgung mit Brillen (Kinder erhalten sie umsonst, Erwachsene gegen einen geringen Betrag) finanziert und organisiert der Verein auch Ausbildungen zum Optiker beziehungsweise zur optischen Fachkraft. In manchen Ländern wie etwa in Indien werden dafür vor allem Frauen ausgebildet. „Damit können wir deren Stellung in der Gesellschaft verbessern“, erläutert Richter.

Spenden sind dringend nötig

Weil die geringen Erlöse aus dem Brillenverkauf bei Weitem nicht zur Finanzierung der Vereinsarbeit ausreichen, ist der Verein dringend auf Spenden angewiesen. Spenden sind möglich auf das Konto Ein-Dollar-Brille e.V. – Sparkasse Erlangen, IBAN: DE56 7635 0000 0060 0444 15. Die rund 300 Ehrenamtlichen des Vereins in Deutschland würden sich auch über weitere Mitstreiter freuen. Für Informationen darüber und sonstige Unterstützungsmöglichkeiten können sich Interessierte per Mail am Norbert Richter in Hohenholte wenden (Kontakt: norbert.richter@eindollarbrille.de).

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