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Daruper Bürgergenossenschaft

„Wir schaffen das“

Darup

Die Herausforderung ist groß, doch davor ist den Darupern nicht bange: 500 000 Euro will die Daruper Bürgergenossenschaft zusammentragen, um damit das Landgasthaus Egbering zu erwerben.

Von Iris Bergmann

Foto: Iris Bergmann

„Wir legen voll los!“ Markus Lewerich, Vorstandsmitglied der Daruper Bürgergenossenschaft (BG), ist motiviert bis in die Haarspitzen. Die Bürgergenossenschaft hat am Dienstag den Startschuss gesetzt und will bis zum 30. Juli Geld zusammentragen, um das Gasthaus Egbering zu erwerben und mit einem Pächter weiterzuführen. Auf der eigens eingerichteten Homepage können Interessierte Anteile zeichnen. Am Mittwochmittag standen schon über 35 000 Euro auf dem Ticker.

Indes: Das sind erst etwa sechs Prozent der Summe, die die BG aufbringen muss, um das Projekt für Darup zu stemmen. Insgesamt 500 000 Euro sollen zusammengetragen werden. Das sei sehr ambitioniert, gibt Lewerich zu, aber er ist überzeugt, dass sie es schaffen werden. Es gehe um sehr viel für das Dorf.

Es geht um sehr viel für das Dorf

Das Daruper Landgasthaus Egbering ist untrennbar mit der dörflichen Gemeinschaft verbunden. Beim Ehepaar Marlies und Hubert Egbering fanden sich nicht nur Stammtische ein, auch Vereine nutzten das Gasthaus für Treffen. Es gab Theateraufführungen der „Platten Trupp“ oder der kfd. Kinderkarnevalsfeiern und Feten wurden im großen Saal veranstaltet. Man traf sich nach Beerdigungen, feierte Hochzeiten.

Das Pächterehepaar hatte bereits vor über einem Jahr angekündigt, 2021 endgültig in Ruhestand zu gehen und die Gaststätte verkaufen zu wollen. Das rief die Daruper Bürgergenossenschaft auf den Plan, die im Februar 2020 nach einer Veranstaltung des Heimatvereins einen Initiativkreis bildete, der ausloten sollte, ob es eine Möglichkeit gibt, die Gaststätte mit dem Saalbetrieb fortzuführen.

Umtriebiger Initiativkreis

Der Initiativkreis war sehr umtriebig, erkundigte sich in umliegenden Gemeinden wie zum Beispiel in Schapdetten, das seinen Dorfladen hat, wie ein Projekt in Eigenregie weitergeführt werden kann. Auch Gespräche mit dem DeHoGa (Hotel- und Gaststättenverband) gab es.

Im Endeffekt kristallisierte sich heraus, dass die Bürgergenossenschaft als Rechtsträger auftreten muss, was bedeutet, dass sie Genossenschaftsteile ausgibt, die Summe zum Erwerb zusammenträgt und dann einen Pächter findet muss, der die Gaststätte weiter betreibt.

Genossenschaftsanteile

Und hier kommen die Daruper selbst und auch die Bürger der umliegenden Dörfer ins Spiel. Über Genossenschaftsanteile sollen sie angeregt werden, in die Zukunft des Dorfes zu investieren.

Damit die Gaststätte für einen Pächter attraktiv wird, muss sowohl in den Sanitär- und Außenbereich, als auch in die beiden Wohnungen investiert werden. Die BG hat eine Gesamtsumme von 650 000 Euro angesetzt. 150 000 Euro werden über ein Bankdarlehen finanziert. Bleibt die nicht unerhebliche Summe von 500 000 Euro, für die nun bis zum 30. Juli Anteile gezeichnet werden können.

Dafür haben die Aktiven der BG einen Aktionsplan aufgestellt, wie Markus Lewerich erzählt. „Wir haben schon viele Helfer, die in Darup von Tür zu Tür gehen und für unseren Plan werben wollen, denn nicht jeder schaut ins Internet.“ An den jeweiligen Ortseingängen und Ortsausgängen sollen große Strohpuppen auf das Projekt hinweisen.

„Unser größter Wunsch“

Die Noch-Chefin des Gasthauses, Marlies Egbering, ist begeistert. „Es ist natürlich unser größter Wunsch, dass die Gaststätte erhalten bleibt.“ Und natürlich drücke sie den Initiatoren die Daumen, auch wenn sie skeptisch sei, „weil ja auch gerade Geld für die Grundschule gesammelt wird.“ Hinzu kommt: „Wenn jetzt jemand kommt und sagt ‚Ich kaufe das sofort‘, dann wäre es geschäftlich nicht gut, wenn wir den vertrösten.“ Diese Situation würde ihr schon etwas Bauchschmerzen bereiten.

Bauchweh haben Markus Lewerich und seine Bürgergenossenschaftskollegen nicht. „Das Echo ist bis jetzt sehr gut. Ich glaube daran, dass wir es schaffen!“

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