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Kommunalpolitik

WLAN-Hotspots in allen Ortsteilen

Nottuln

In Nottuln, Appelhülsen, Darup und Schapdetten soll es künftig mindestens einen öffentlichen WLAN-Hotspot geben. Das hat die Gemeindepolitik auf beschlossen. Die UBG favorisiert eine Lösung mit der Initiative „Freifunk Münsterland“.

Ludger Warnke

In Münster sind 2015 mehrere neue öffentliche WLAN-Hotspots freigeschaltet worden. Zum Teil handelt es sich aber um Angebote mit beschränktem Datenvolumen. Für Nottuln favorisiert die UBG öffentliches WLAN der Initiative „Freifunk“. Foto: Oliver Werner

Das wäre ein echter Servicegewinn: Mal eben die Öffnungszeiten der Verwaltung oder eines Cafés abrufen, mal eben ein Paar Informationen zur Geschichte des Bürgerzentrums Appelhülsen, den Weg zum Polizeiposten oder zu einem Arzt „googeln“ – und das mobil mit dem Smartphone über öffentliches WLAN, ohne das eigene Mobilfunk-Datenvolumen in Anspruch zu nehmen, ohne auf sogenannten Vorschaltseiten zweifelhaften „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ zustimmen zu müssen. In der Gemeinde Nottuln ist das bislang nicht möglich. Das soll sich ändern. Denn die Gemeindeverwaltung hat nun vom Ausschuss für Gemeindeentwicklung den Auftrag erhalten, „jeweils mindestens einen freien WLAN-Hotspot in Schapdetten, Darup, Appelhülsen und Nottuln zu installieren“. Ein entsprechender Antrag der UBG-Fraktion ist von allen anderen Fraktionen unterstützt worden. Andrea Urosevic, Wirtschaftsförderin der Gemeinde, wird eine Liste möglicher Vorgehensweisen für die Politik zusammenstellen.

„In Nottuln hinken wir arg hinterher“, betont UBG-Ratsmitglied Jan van de Vyle, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Die UBG sieht sich in ihrer Forderung nach öffentlichem WLAN durch den Städte- und Gemeindebund NRW bestätigt. Dieser habe noch im Dezember seinen Mitgliedskommunen mitgeteilt, dass öffentliche WLAN-Netze mit überschaubaren finanziellen, technischen und personellen Aufwänden zu realisieren seien und dabei der Nutzen für Bürger, die örtliche Wirtschaft sowie Besucher den Aufwand bei weitem übersteige. Fazit des Städte- und Gemeindebundes NRW: „Ein öffentliches WLAN-Netz einzurichten, entspricht dem Trend der Zeit und erleichtert wesentlich die Entwicklung moderner Bürgerdienste wie Open Government sowie insgesamt den Übergang zur digitalen Kommune.“

Nicht durchsetzen konnte sich die UBG mit dem Vorschlag, dass die Gemeinde sich schon jetzt auf eine Zusammenarbeit mit dem Verein „Freifunk“ festlegt. „Wir als UBG sind sehr froh, dass es so viel ehrenamtliches Engagement in der Bevölkerung gibt. Auch beim Verein Freifunk geht es um bürgerschaftliches Engagement“, betont Jan van de Vyle.

Grundprinzip der dezentral organisierten, nicht gewerblichen Initiative „Freifunk“ ist, dass Bürger einen Teil ihrer bestehenden Internetleitung mit der Öffentlichkeit teilen. Dies geschieht durch einen zusätzlichen WLAN-Router mit einer speziellen Freifunk-Software. Dadurch wird auch der Bürger, der seine Leitung zur Verfügung stellt, von der sogenannten „Störerhaftung“ (Haftung bei Nutzung des Internets für rechtswidrige Zwecke) befreit. Die Gruppe „Freifunk Münsterland“ erläutert in ihrem Webauftritt: „Alle Daten, die aus dem Freifunknetz ins Internet übertragen werden, werden zunächst auf einem Server von Freifunk Münsterland gesammelt und dann ins Internet übertragen. Als Absender tritt dann unser Server auf. Wir genießen als Internetanbieter besondere Rechte, die uns von den Haftungsrisiken befreien.“

Die UBG favorisiert die Freifunk-Lösung auch deshalb, weil sie mit geringen Kosten zu verwirklichen sei. Der einfachste Freifunk-Router sei schon für 20 Euro zu haben. UBG-Ratsmitglied Jan van de Vyle: „Das ist das Schöne an diesem Projekt: Bei Freifunk kann jeder mitmachen, es können alle an einem Strang ziehen.“

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