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Heinz Reher ausgezeichnet

60 Jahre für die Rechte der Arbeitnehmer

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60 Jahre lang war Heinz Reher in einer Gewerkschaft aktiv. Nun wurde er für die lange Zeit ausgezeichnet. Mit viel Erfahrung blickt er zurück und gibt eine Einschätzung ab, ob wir Gewerkschaften heutzutage noch brauchen.

Vor stolzen 60 Jahren ist Heinz Reher in die heutige Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt eingetreten. Foto: Joel Hunold

Gewerkschaften übernehmen in unserer Arbeitswelt eine wichtige Aufgabe. Sie sind die Stimme der Arbeitnehmer, mit denen diese mit geballter Kraft ihre Forderungen gegenüber Arbeitgebern durchsetzen können. Das ist heute genauso wie vor 60 Jahren.

Einer, der davon ein Lied singen kann, ist der Sendener Heinz Reher. Der heute 84-Jährige, der bis ins hohe Alter als Fliesenleger gearbeitet hat, trat vor 60 Jahren in die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ein. „Damals kam der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens zu uns auf die Baustelle und hat uns erstmal erklärt, was die Gewerkschaft überhaupt alles für uns macht, was deren Aufgaben sind. Danach sind wir dann alle eingetreten“, erzählt Reher.

Nur kurze Zeit nach seinem Eintritt in die Gewerkschaft wurde es direkt spannend für ihn und seine Kollegen: „Damals hatten wir den großen Streit der Fliesenleger“, erinnert sich Reher. Neun Wochen lang sei gestreikt worden, auf den Baustellen der Umgebung ging zu dieser Zeit wenig voran. Irgendwann kam es dann zur Einigung. Und Reher blieb in der Gewerkschaft.

Nicht an Bedeutung eingebüßt

„Das ist einfach eine sehr große Gemeinschaft mit einem enormen Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagt er. Das Arbeiten auf der Baustelle sei mit den Jahren zumindest körperlich weniger anstrengend geworden. „Heute geht ja alles über Maschinen. Früher haben wir den Sand noch in Säcken nach oben getragen. Heute übernimmt das ein Kran“, blickt Reger zurück.

Dennoch haben Gewerkschaften aus seiner Sicht nicht an ihrer Bedeutung eingebüßt. „Die Leute müssen sich mehr kameradschaftlich organisieren“, betont er. Der Zusammenhalt unter den Arbeitern müsse wieder größer werden.

Auch heute, nachdem Reher lange Jahre in Rente ist und die Auswirkungen jahrelanger Arbeit auf dem Bau spürt („Klar merke ich das, ich hab neue Kniegelenke“), geht der 84-Jährige noch regelmäßig zu Sitzungen seiner Gewerkschaft. „Hin und wieder bin ich mal noch auf einer Fachschaftsversammlung. Da wird oft über Probleme geredet, die mich nach wie vor interessieren.“

Anfang November ist er in einem feierlichen Rahmen für die vielen Jahre geehrt worden. Die Urkunde hat er sich direkt rahmen lassen, sie bekommt nun einen Ehrenplatz im Haus.

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