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Hospizkreis Senden trifft Schule

„Am liebsten möcht‘ ich gar nicht sterben“

Senden

Gemeinsam mit fünf Mitarbeiterinnen des Hospizkreises Senden haben sich die Kinder der 3b der Bonhoefferschule mit den Themen „Tod, Trauer und Trost“ beschäftigt. Zum Abschluss wurde auf dem Waldfriedhof das Sternenfeld für stillgeborene Kinder besucht.

Sigmar Syffus

Am Sternenfeld, der Gedenkstätte für stillgeborene Kinder, entzündeten die Schüler der 3b jeweils ein Grablicht und sangen „Der Himmel geht für alle auf“. Foto: sff

Ganz aufmerksam und interessiert schlendern Anna und Emma über den Waldfriedhof. „Da möchte ich nicht liegen“, blickt Emma auf ein schlicht gestaltetes Rasengrab. „Das da gefällt mir besser“, fährt sie fort, während sie auf eine mit bunten Blumen geschmückte Grabstätte zeigt. Ihre Freundin Anna hält kurz inne und entgegnet: „Am liebsten möcht‘ ich gar nicht sterben.“

So wie Emma und Anna erkundeten am Mittwoch 23 weitere Drittklässler der Bonhoefferschule den Waldfriedhof. Im Rahmen des dreitägigen Projektes „Hospiz trifft Schule“ erklärten ihnen Mitglieder des Hospizkreises Senden, welche unterschiedlichen Grab- und Bestattungsformen es dort gibt. Zum Abschluss fanden sich alle auf dem Sternenfeld ein, der Gedenkstätte für stillgeborene Kinder. Dort sangen die Kinder der 3 b gemeinsam mit Klassenlehrerin Martina Wulff sowie mit Agnes Finkenbrink, Karola D‘Amico, Gertrud Bäumer, Maria Buß und Ute Sobbe-Bonhoff vom Hospizkreis Senden „Der Himmel geht für alle auf“. Schließlich stellte jeder ein brennendes Grablicht auf. „Nicht nur für die stillgeborenen Kinder, sondern auch für andere Verstorbenes, an die man denkt“, erklärt D‘Amico, die das Projekt gemeinsam mit ihre Mitstreiterinnen bereits zum neunten Mal mit der Bonhoefferschule durchgeführt hat. Seit Montag drehte sich dieser besondere Unterricht um die Themen „Werden und Wachsen“, „Krankheit und Leid“ sowie um „Tod, Trauer und Trost“.

„Die Kinder sind ganz unbefangen mit diesen Themen umgegangen und haben viel gefragt: Was ist eine Seele ? Kann man die sehen ? Steigt die in den Himmel?“, berichtet Martina Wulff. Das Projekt habe dazu beigetragen, Tod und Trauer zu enttabuisieren. „Die Kinder haben gelernt, dass der Tod zum Leben dazu gehört“, sagt die Klassenlehrerin. Sie hoffe, dass die Mädchen und Jungen aus diesen Tagen „etwas für ihr weiteres Leben mitnehmen werden“.

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