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Forderung nach Entlastung bei Wienkamp-Erweiterung

Anlieger pochen auf separate Baustraße

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Die Erweiterung des Wienkamps rückt näher. Aus Sicht der bisherigen Anlieger enthält die Planung mehrere kritische Punkte. Im Fokus steht für die Anwohner die Forderung nach einer separaten Baustraße. Dass Betonmischer und alle Baufahrzeuge über die schmale Wohnstraße rollen, sei eine Horrorvorstellung.

Dietrich Harhues

Eine Fläche zum Spielen für die Kinder der Familien am Wienkamp, doch für Betonmischer und sonstige Baufahrzeuge, zumal im Begegnungsverkehr, reicht die Straße nicht aus. Deshalb pochen die Anlieger auf eine Baustraße. Foto: ell

Es ist eine Horrorvorstellung – aber keine bloße Fiktion. Denn die Befürchtung der Wienkamp-Anlieger, dass sich Betonmischer, Baufahrzeuge und sonstige Brummis über die Straße in dem Wohngebiet drängen, dürfte bald Wirklichkeit werden. Die Planungen für die Erweiterung schreiten voran. Immerhin fällt der Umfang der zusätzlichen Bebauung niedriger aus, als vor Jahren anvisiert. An der Forderung nach einer separaten Baustraße ändert das aber nichts.

Nadelöhr Wienkamp: Begegnungsverkehr ist praktisch nicht möglich. Foto: privat

14 Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt maximal 40 Wohneinheiten sollen zwischen Dümmer und Kanal entstehen. Der Verkehr, den diese Bauprojekte nach sich ziehen, wird einzig über die Anwohnerstraße abgewickelt. „Das ist nicht zumutbar“, reagieren die Anwohner, die überdies weitere Punkte in der Planung monieren. Was schon zu heiklen Situationen mit den schwächsten Verkehrsteilnehmern, den Kindern des Viertels, führen kann, entpuppt sich als Nadelöhr, wenn zwei Laster in gegensätzlicher Richtung unterwegs sind. Dafür ist die Straße gar nicht geeignet, machen die Anlieger geltend. Was der Gutachter der Gemeinde auch bestätigt: Laut Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) ist für den Lkw-Begegnungsverkehr eine Fahrbahnbreite von 6,35 Meter erforderlich, bei einem eingeschränkten Begegnungsspielraum 5,90 Meter. „Dies ist hier nicht gegeben“, konstatiert das Ingenieurbüro im Dienste der Kommune. Die Straße Wienkamp, eine Sackgasse, bringt es selbst an breitesten Stellen nur auf 5,80 Meter. Die für den Begegnungsverkehr von Autos und Lastwagen erforderliche Breite von 5,55 Meter wird zwar erreicht, doch an zahlreichen Stellen reichen Baumfelder in die Fahrbahn hinein und verengen sie. Was das Tempo drosseln soll.

Dr. Evelyn Stauch, Interessengemeinschaft Wienkamp, über die Verhandlungen für eine Baustraße

Sowohl die Anzahl der im Verkehrsgutachten prognostizierten Schwerlastfahrten als auch die Dauer der Bauphase (ein Jahr) fechten die Anlieger als zu niedrig beziehungsweise zu kurz an. An einer Baustraße gehe deshalb kein Weg vorbei – zumal eine nur 140 Meter lange Verbindung zur K 4 ohnehin mal in den ISEK-Planungen vorgesehen war. Allein „der Wille fehlt, eine Einigung mit dem Eigentümer herbeizuführen“, kritisiert Dr. Evelyn Stauch aus dem Kreis der Interessengemeinschaft Wienkamp. Der Termin, um zu einem Abschluss über die benötigte Fläche zu gelangen, sei „noch nicht definitiv verpasst“. Bürgermeister Sebastian Täger hatte im September im Gemeindeentwicklungsausschuss die Gespräche so resümiert: „Aus eigentumsrechtlichen Fragen kommen wir nicht weiter.“

Zum Thema

Eine Info-Veranstaltung für Anwohner und alle Interessierten findet am Montag (10. Dezember) ab 18 Uhr im Rathaus statt.

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