1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Austausch stärkt das Wir-Gefühl

  8. >

„Wissenskick“: ETS ist dabei

Austausch stärkt das Wir-Gefühl

Senden

Gemeinsam mit der Uni Münster hat das Sendener Unternehmen ETS die eigenen Teamstrukturen durchleuchtet. Mit wertvollen Ergebnissen, wie Projektleiterin Katrin Spliethofe feststellen konnte.

Das zwischenmenschliche Miteinander sei super, sagen die Beschäftigten von ETS, an den Teamstrukturen könne aber noch gearbeitet werden. Genau das ist im Zusammenhang mit dem „Wissenskick“ geschehen – mit wertvollen Ergebnissen Foto: WWU Münster

Miteinander zu sprechen, sich untereinander auszutauschen: Das sollte auch im Job eine Selbstverständlichkeit sein – und ist doch manchmal schwieriger als man denkt. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fahren in der Regel direkt von zu Hause aus zur Baustelle oder kommen nur kurz an den Firmensitz, um Material zu holen. Die Teams, in denen sie arbeiten, wechseln zudem häufig. Deshalb ist es für uns sehr schwierig, Teamstrukturen aufzubauen und ein Teamgefühl zu schaffen“, erklärt Katrin Spliethofe, Projektleiterin bei ETS (Erd- und Tiefbauarbeiten Spliethofe).

Das Sendener Unternehmen hat mit Hilfe des Kooperationsprojekts „Wissenskick“ deshalb die Chance genutzt, das zu ändern. Beim „Wissenskick“ bringt die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH zusammen mit der WOP – Arbeitspsychologie Studierende des Masterstudiengangs Psychologie (Schwerpunkt Personal- und Wirtschaftspsychologie) der Uni Münster mit Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld zusammen. Hierbei können die Studierenden ein Semester lang ihr erworbenes Wissen in der Praxis anwenden und sich mit Themen befassen, die für die Unternehmen wichtig sind, aber im Alltagsgeschäft oft nicht im gewünschten Umfang und der gewünschten Gründlichkeit bearbeitet werden können.

Praxisprojekt für die Studierenden

Bei ETS haben sich im aktuellen Sommersemester zwei Studierenden-Gruppen mit der Teamarbeit im Unternehmen auseinandergesetzt. Ihre erste Herausforderung: die Beschäftigten zur Mitarbeit am Projekt zu motivieren. „Wir sind gemeinsam mit den Studierenden die Baustellen abgefahren. Durch die persönlichen Gespräche haben sie es ge-schafft, dass sich unsere Mitarbeiter dem Thema öffnen und sich beteiligen – und das mit einem noch größeren Engagement, als wir uns das erhofft hatten“, so Katrin Spliethofe.

Deutlich wurde eine Diskrepanz zwischen Teamstruktur und zwischenmenschlichem Miteinander. Die Teamstrukturen empfinden die meisten Beschäftigten laut eines Fragebogens der Studierenden als suboptimal, das zwischenmenschliche Miteinander hingegen sei super. Das auf diesem Weg erkannte Defizit bei den Teamstrukturen möchte man ändern, betont Katrin Spliethofe. „Ein Ansatz ist deshalb, eine feste Routine für kurze Treffen am Platz mit allen gemeinsam einzuführen, um mehr Austausch zu ermöglichen und ein Teamgefühl zu stärken.“

Spezialwissen der Mitarbeiter entdecken

Der zweite Ansatz ist, den Beschäftigten zu zeigen, was welche Kolleginnen und Kollegen gut können, welches spezielle Wissen sie haben. Dafür haben die Studierenden gemeinsam mit den Beschäftigten für alle einen individuellen Steckbrief erstellt. Zudem konnten die Beschäftigten reflektieren, welche von drei Teamrollen sie im Unternehmen am ehesten einnehmen: Umsetzer, Koordinator oder Spezialist. Am Ende jedes Steckbriefs steht die Antwort auf die Frage „Du kannst Dich an mich wenden bei  . . . “

Aus allen Steckbriefen der knapp 20 Beschäftigten ist damit eine Wissens- und Team-Landkarte entstanden, die künftig in jedem Baucontainer hängen wird. „So können die Kollegen sehen, wer von was Ahnung hat, Kontakt aufnehmen und sich gegenseitig unterstützen“, erklärt Katrin Spliethofe. „Durch die Impulse der Studierenden haben wir zudem gemerkt, dass wir zu wenig Spezialisten haben, es aber drei Kollegen gibt, die es gerne werden möchten. Das ist sehr wertvoll für uns – genau wie die anderen Ergebnisse des Wissenkicks.“

„Wertvolle Ergebnisse“

Für Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld, die beim Kooperationsprojekt „Wissenskicks“ mit den Psychologiestudierenden der WWU zusammenarbeiten möchten, startet im Wintersemester ab Oktober eine neue Runde – in leicht modifizierter Form. Schwer-punkt-Thema ist dann das Chancen-Management.

Startseite