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Hilfsprojekt für jesidisches Heimatgebiet

Bäume bescheren wachsende Perspektiven

Senden

Der Sendener Verein „Aktion Hoffnungsschimmer“ sowie „Women for Justice e.V.“ bitten um Unterstützung für ein gemeinsames Projekt: In Sinjar, dem Kerngebiet der Jesiden im Nordirak, sollen Bäume gepflanzt werden. Sie dienen gleich mehreren Zwecken.

Dietrich Harhues

Gemeinsamer Appell: Alfred Holz (Vorsitzender Aktion Hoffnungsschimmer, v.l.) Verena, Matthias und Josef Halsbenning, Sorgul Atalan (Aktion Hoffnungsschimmer/Women for Justice) und Pfarrer Stefan Benecke (Aktion Hoffnungsschimmer) bitten um Spenden beim Baum-Kauf. Foto: di

Mit dem Weihnachtsbaumkauf steigt die Vorfreude auf das Fest, das im Zeichen von Familie, Besinnlichkeit und Geschenken steht. Doch warum nicht auch anderen eine Freude machen, deren Not groß, die mediale Aufmerksamkeit für sie aber klein ist? Genau dazu appelliert die „Aktion Hoffnungsschimmer“. Der gemeinnützige Sendener Verein bittet um Unterstützung für ein gemeinsames Projekt mit dem Verein „Women for Justice“: Mit einer Spende aus dem Münsterland erhalten Menschen in Sinjar eine Perspektive.

Die nordirakische Region bildet das Kernland der Jesiden – das am 3. August 2014 von Schergen der Terrormiliz IS überfallen worden ist. Die Folgen des schon 73. Genozids an der jesidischen Bevölkerung dauern an: Männer wurden ermordet, Frauen verschleppt und versklavt.

Anstoß für Hilfe zur Selbsthilfe

Nachdem der IS zumindest auf der militärischen Ebene besiegt worden ist, kehren immer mehr Jesiden aus Flüchtlingscamps in ihre angestammte Heimat zurück. Dort leistet „Aktion Hoffnungsschimmer“ von medizinischer Infrastruktur bis zu Bildung vielfache Unterstützung. In dieses Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe passt auch das aktuelle Projekt „Ein Baum für Sinjar“, bei dem „Women for Justice“ mit dem örtlichen Wiederaufbaukomitee und „Hoffnungsschimmer“ kooperiert. Bäume, die pro Stück 20 Euro kosten, sollen den einstigen natürlichen Reichtum der Landschaft wiederherstellen, als Lebensgrundlage und Raum für Erholung der Menschen fungieren. Dazu bekommen die Frauen eine forstwirtschaftliche Grundausbildung, damit sie die Aufforstung gedeihen lassen und daraus eine Grundlage zur Subsistenzsicherung für sich und ihre Familien schaffen können. Zugleich leistet das Projekt, das viel überörtliche Aufmerksamkeit erlangt hat, einen Beitrag gegen den Klimawandel, indem verstepptes Gebiet begrünt wird.

Bisher überwiegend karges, aber fruchtbares Land: Mit dem Baum-Projekt sollen Frauen Perspektiven für die berufliche Subsistenzsicherung erhalten, Naherholung geboten werden und die ökologische Lage verbessert werden. Foto: Women for justice

Perspektiven fürs Weiterleben nach dem Überleben

Der Vorläuferverein von „Women for Justice“ trat 2018 in Senden in Erscheinung, als Frauen, die Opfer von IS-Gewalt wurden, sich aber befreien konnten, in der St.-Laurentius-Kirche über ihr Schicksal, über das „Überleben und das Weiterleben“ sprachen – was die Besucher in dem vollbesetzen Gotteshaus tief berührte.

Die Aufgabenfelder von „Women for Justice“ sind breit: Von der gerichtsfesten Dokumentation der IS-Gräuel, über Traumabewältigung, Hilfsprojekten vor Ort bis zur Mitarbeit in internationalen Organisationen.

Verena und Matthias Halsbenning, die den Bioland-Hof in Wierling mit Josef Halsbenning bewirtschaften, waren sofort bereit, die Kampagne von „Hoffnungsschimmer“ und „Women for Justice“ zu unterstützen. „Wir machen das gerne“, versprachen sie, ihre Kunden für das Anliegen zu sensibilisieren. Wer einen Weihnachtsbaum kaufen möchte, sollte vorher telefonisch Kontakt mit dem Hof aufnehmen:  0170/90 15 536.

www.womenforjustice.net

Spendenkonto Women for Justice e.V., IBAN: DE18 2505 0180 0910 4550 66; BIC: SPKHDE2HXXX

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