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Pfarrer Henry Okeke wird Seelsorger in Kalifornien

Brücken bauen für Kirche der einen Welt

Senden

Nach sechs Jahren in der Pfarrgemeinde St. Laurentius Senden wird der aus Nigeria stammende Pfarrer Dr. Herny Okeke Seelsorger in Kalifornien. Mit seinen Erfahrungen aus drei Kontinenten möchte der Geistliche Brücken des Glaubens zwischen den Menschen verschiedener Kulturen bauen. „Wir können viel voneinander lernen“, sagt der 55-Jährige.

Siegmar Syffus

Als Priester der Weltkirche fühlt sich Dr. Henry Okeke überall zuhause. Nach sechs Jahren in Senden möchte er als Seelsorger in Kaliforniern arbeiten. Foto: Siegmar Syffus

In Gedanken sitzt Dr. Henry Okeke bereits auf gepackten Koffern. Denn nach sechs Jahren in St. Laurentius Senden zieht es den aus Nigeria stammenden Priester der Weltkirche weiter hinaus in die Welt – in einen für ihn neuen Kulturkreis und Kontinent. „Mein Bischof hat mich gefragt, ob ich in Amerika arbeiten möchte. Ich habe ja gesagt, weil es mir gefällt, neue Erfahrungen zu machen. Man lernt von Ort zu Ort. Und das bereichert das Leben“, so der Geistliche, der noch bis Ende August im Pfarrhaus von St. Laurentius wohnen wird und seine Resturlaubstage in Senden genießt. Sein Ziel ist Kalifornien, wo seine Mutter Cäcilia sowie eine Schwester Maurin mit ihrem Mann und ihrer Tochter leben.

Für Henry Okeke ist es wichtig, Brücken zwischen unterschiedlichen christlichen Glaubensauffassungen verschiedener Kulturen im Sinne der einen Weltkirche zu bauen. „Wir können viel voneinander lernen“, hat der 55-Jährige im Zuge seines Wirkens in Afrika und Europa festgestellt. Um diesen Aspekt geht es unter anderem auch in seiner Doktorarbeit, die er in Senden geschrieben hat. Sie beschäftigt sich mit der Spiritualität seines Heimatvolkes, der Igbo, und der religiösen Modernisierung in der globalisierten Welt.

So nimmt Henry Okeke neben seinen „sieben Sachen“ im Koffer auch einen Erfahrungsschatz aus Senden mit in die USA. Konkret sind das Erinnerungen an viele freundliche Menschen, die ihm geholfen haben sprachliche und kulturelle Probleme zu meistern, wie er sagt. Ganz besonders wichtig sind ihm Toleranz und Respekt im täglichen Miteinander der Menschen, wozu er lächelnd ein Beispiel nennt: „Wenn ich in Senden mit einem Mann telefoniere, um einen Termin auszumachen. Dann sagt er: Moment, da muss ich erst mal meine Frau fragen...“

Gleichwohl wünscht sich Henry Okeke“, dass auch die Europäer im Sinne des Austauschs in der Weltkirche etwas vom christlichen Gemeindeleben in Afrika übernehmen: „In Nigeria geht der Priester mehr auf die Menschen zu und besucht sie, wenn sie Probleme haben, zu Hause. Er ist offen, um mit der Gemeinde über alles zu sprechen. Hier sind oft nur wenige Menschen im Gottesdienst. In Nigeria kommen viele“, berichtet Henry Okeke. „Man muss mehr Mut haben, aufeinander zu zu gehen“, sagt er. „Die Menschen brauchen den Priester, aber der Priester braucht auch die Menschen, um Gottes Wort verkünden zu können.“ Insbesondere mehr junge Menschen hätte sich der Geistliche regelmäßig im Gottesdienst gewünscht: „Sie lernen nicht nur in der Schule etwas für ihr Leben, sondern auch durch die Predigt in der Kirche“, so Okeke hervor.

Wann der Flug über den „großen Teich“ startet, ist noch ungewiss. Ein Einreisevisum für einen längeren Aufenthalt in den USA hat Henry Okeke bereits. Nach dem Auszug aus dem Sendener Pfarrhaus will er ein Übergangsquartier bei einem nigerianischen Mitbruder in Deutschland beziehen. Trotz der Ungewissheit sieht der Priester den kommenden Wochen entspannt und zuversichtlich entgegen: „Die Kirche ist wie eine große Familie. Als Priester bin ich überall zu Hause. Und wenn es Gottes Wille ist, werde ich warten.“

Zum Abschied aus Senden ist ihm wichtig: „Gern bedanke ich mich bei allen Mitgliedern der Gemeinde St. Laurentius, und auch allen, denen ich unterwegs begegnet bin. Besonders danke ich dem Seelsorgeteam St. Laurentius. Allen Menschen in Senden wünsche ich Gottes gute Begleitung an allen Tage.

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