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Schützenfest in Ottmarsbocholt

Bruderschaft besinnt sich auf ihre Werte

Ottmarsbocholt

Ehrungen und Auszeichnungen standen am Sonntag beim Schützenfest im Mittelpunkt. Zugleich wurde der Appell an die Mitglieder gerichtet, sich weiterhin auf Werte wie Toleranz und Offenheit zu besinnen.

Ulrich Reismann

„Wir Deutschen können uns heute mit unserem hohen Lebensstandard nicht mal im Geringsten vorstellen, was es heißt, in Elend und Unterdrückung zu leben.“ Oberst Markus Möller lenkte am Sonntag bei der Gefallenenehrung auf dem Friedhof seinen Blick auf „die vielen Orte der Gewalt, des Grauens und der Fassungslosigkeit in aller Welt“. Ganz offensichtlich habe man aus den beiden Weltkriegen nichts gelernt. Von den vielen Menschen, die ihre Heimat aufgrund militärischer Auseinandersetzungen verlassen, spannte der Oberst am dritten und letzten Tag des Schützenfestes einen Bogen zu den aktuellen Leitsätzen der Bruderschaften, welche darin liegen, Offenheit und Toleranz zu praktizieren.

„Wir in Ottmarsbocholt sind bemüht, unseren Mitgliedern, aber auch allen Neubürgern, ein Stück Heimat zu bieten, wo man sich wohl fühlen und auch selber einbringen kann.“

Diesen Gedankengang vertiefte Markus Möller später beim Antreten auf der Horst dann noch: Ottmarsbocholt sei auf neue, junge Einwohner angewiesen. „Nicht zuletzt um unsere Infrastruktur überlebensfähig zu halten.“ Dabei wies er auf den großen Wert der neuen Sporthalle für die Dorfgemeinschaft hin, weil sie den Menschen eine hervorragende Gelegenheit biete, „eine Dazugehörigkeit zu finden“. Diese Dorfgemeinschaft, „in der einer für den anderen einsteht und in der niemand nur persönliche Vorteile für sich sucht“, möge durch das Schützenfest weiter gefestigt werden.

Deshalb sprach der Chef des Offizierskorps auch all den vielen ehrenamtlichen Helfern seinen herzlichen Dank aus, die dafür sorgten, dass man jeden Sommer „ein schönes Schützenfest auf die Beine gestellt bekommt“.

EHRUNGEN

Der Sonntag war durch eine Fülle von Ehrungen geprägt, die zunächst auf der vom vielen Regen total aufgeweichten Rasenfläche und später auf trockenem Untergrund im Festzelt vorgenommen wurden:

- Vor 50 Jahren hatten Josef Schemmer und Rita Kortmann, geb. Bußmann für den Junggesellenverein den Thron bestiegen. Vor 40 Jahren hieß das Königspaar Gottfried und Ursel Suntrup, und vor 25 Jahren Willi und Annette Lindfeld.

- Auf eine 50-jährige Mitgliedschaft in der Johannesbruderschaft können Willi Focke, Rudi Kock, Hans Soffke und Heinrich Volbracht zurückblicken.

- Als langjähriger Abendkassierer beim Schützenfest wurde Franz-Josef Vorspohl geehrt. Gleicher Dank galt den langjährigen Beitragskassierern Heinz Weppelmann, Werner König, Werner Welslau, Herbert Heitkötter und Baldur Nendwig.

- Mit Maria Volbracht wurde eine „stille Helferin“ ausgezeichnet, die bei freudigen wie auch bei traurigen Anlässen in der Kirche „die schwere Vereinsfahne in die Halterung hievt“ und die Kerze herausholt, so der Vorsitzende der Johannesbruderschaft, Andreas Brodherr.

- Auch Schatzmeister Karl-Heinz Reckfort hatte sich Meriten verdient für insgesamt 20 Jahre aktive Unterstützung, zunächst als Fahnenträger und seit zehn Jahren im Vorstand.

- Für 20-jährige Zuverlässigkeit als Fahnenträger wurde Klaus Wulfing ausgezeichnet. 15 Jahre sind die Fahnenoffiziere Andreas Feldhaus, Klaus Koch und Stefan Speckmann dabei. Ebenfalls auf 15 Dienstjahre bringt es Schießmeister Markus Lefering. Theo Lindfeld und Herbert Preun tragen seit zehn Jahren im Festausschuss dazu bei, dass beim Schützenfest immer alles rund läuft. Leutnant Thomas Beuckmann ist fünf Jahre im Amt.

- Eine außergewöhnliche Ehrung gab es beim Junggesellenverein, wo die 15-jährige Verbundenheit von Raphael Kamlage zur Jägerkompanie – der er inzwischen als Hauptmann vorsteht - honoriert wurde.

- Weitere Auszeichnungen der Junggesellen erhielten Vorsitzender Johannes Möllers (seit zehn Jahren im Vorstand), Christian Halsbenning (zehn Jahre Fahnenoffizier), Henning Hellweg und Michael Kamlage (zehn Jahre Jäger), Cornelius Halsbenning und Jannik Schulze Hillert (fünf Jahre Fahnenschläger), sowie Mark Liermann, Markus Hillmoth und Jonas Schlüter (fünf Jahre Jäger).

- Drei Beförderungen bei den Junggesellen rundeten die Gratulationen ab: Michael Kamlage (Leutnant der Jägerkompanie), Christian Frerichmann (Feldwebel der Jägerkompanie) und Raphael Möllers (Fahnenoffizier).

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