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Ehrenamtliche Chauffeure freuen sich über „dankbares Publikum“

Bürgerbus verbindet Menschen

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30 Fahrer und Fahrerinnen engagieren sich im Bürgerbusverein. Mit ihrem Einsatz verbinden sie die Ortsteile – und die Menschen. Das Team würde sich über weitere Ehrenamtliche freuen. Für Interessierte findet am 14. August (Dienstag) ein (unverbindlicher) Willkommenstreff statt.

Sigmar Syffus

Freuen sich über jeden neuen Fahrer, der zum Bürgerbus-Team hinzustoßen (v.l.): Karl-Heinz Huizen, Alfons Rave, Peter Marx und Klaus Dallmeyer. Foto: sff

Peter Marx (68), Alfons Rave (67) und Karl-Heinz Huizen (66) sind das, was man „rüstige Rentner“ nennt: Alle drei befinden sich im Ruhestand, haben aber ganz und gar keine Lust, auf der Couch zu versauern. Sie möchten ihr Rentnerdasein aktiv gestalten und sich sozial engagieren. Von daher kam die Möglichkeit, sich ehrenamtlich als Bürgerbusfahrer einzubringen, für die „Silberpüdelchen“ gerade goldrichtig.

„Es ist eine sinnvolle Aufgabe, die nicht so aufwendig ist, dass man in seiner Freizeit beschnitten wird. Ich kann zum Beispiel nur mittags fahren, weil ich morgens meinen Enkel zur Kita bringe“, sagt Marx. Ihm bereitet nicht allein das Fahren Freude, sondern auch die Tatsache, „dass wir in der Regel ein sehr dankbares Publikum haben“.

Diesen Eindruck bestätigen auch Rave und Huizen. „Wir leisten einen Dienst für die Gemeinde, von dem die Menschen profitieren. Unser Angebot ,Bürger fahr‘n für Bürger‘ macht viele ein Stück freier“, resümiert Rave und nennt ein Beispiel: „Ich habe neulich eine 91-jährige Bösensellerin mitgenommen und habe ihr beim Ein- und Ausladen des Rollator geholfen. Sie hat sich bedankt und sehr gefreut, dass sie durch den Bürgerbus nicht mehr darauf angewiesen ist, dass jemand aus der Familie für sie Zeit hat.“ Dabei macht der Bürgerbus in vielen Bereichen des Alltags mobil: Menschen aus Bösensell ermöglicht er Arztbesuche, Einkäufe oder eine schöne Stunde in der Eisdiele in Senden. Sendener fahren nach Bösensell zum Mittagessen bei Möbel Hardeck, nutzen eine Bahnverbindung am Bösenseller Bahnhof oder besuchen Familienangehörige in Ottmarsbocholt. Alte Menschen, Flüchtlinge und Schüler profitieren insbesondere von den Angebot, berichtet Rave.

Huizen nennt noch einen weiteren Aspekt, der für ihn persönlich wichtig ist: „Durch den Bürgerbus entstehen neue Kontakte zwischen den Menschen. Es findet Kommunikation statt, von Fahrgästen zu Fahrgast, aber auch zwischen den Fahrgästen und dem Fahrer“, hebt der 66-Jährige hervor. Das sei ein nicht zu unterschätzender Faktor für ein gutes soziales Klima in der Gemeinde.

Klaus Dallmeyer hofft, dass sich noch mehr Ehrenamtliche finden, die das Projekt „Bürger fahr‘n für Bürger“ tatkräftig unterstützen. „Das zeitliche Engagement bewegt sich in einem kleinen Rahmen“, sagt der Vorsitzende des Bürgerbusvereins. „Einmal alle zwei Wochen für circa vier Stunden. Das ist überschaubar.“ Und bei krankheits-, urlaubsbedingten oder sonstige Ausfällen sei immer jemand aus dem Team bereit, den Dienst eines anderen zu übernehmen. Die Motivation der Ehrenamtlichen sei hoch. Denn: „Wir verbinden nicht nur Ortsteile miteinander, sondern auch Menschen“, hebt Dallmeyer hervor.

Fahrer gesucht

Der Bürgerbusverein lädt alle, die sich für eine Mitarbeit interessieren zu einem (unverbindlichen) Willkommenstreff ein, der am 14. August (Dienstag) um 10 Uhr im Rathaus stattfindet. Dann besteht die Möglichkeit, sich aus erster Hand und in einem persönlichen Gespräch genau zu informieren.Aktuell sorgen insgesamt 30 Ehrenamtliche für den geregelten Fahrbetrieb, vier von ihnen sind Frauen. Sich einbringen kann jeder, der mindestens 21 Jahre alt ist und seit mindestens zwei Jahren einen Führerschein besitzt.Um organisatorische und bürokratische Belange kümmere sich der Verein, sagt der Vorsitzende Klaus Dallmeyer. Vor dem ersten Einsatz findet eine Schulung auf dem Fahrzeug statt.Wer den Bürgerbusverein Senden tatkräftig unterstützen und am 14. August am Treffen teilnehmen möchte, wird gebeten, sich bei Karl-Heinz Huizen, 01 70 - 3 87 30 14, zu melden.

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