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Shetlandpony im Altenheim St. Johannes

Columbus erobert die Herzen

Senden

„Da steht ein Pferd auf dem Flur“, dieser Karnevalsschlager erfüllte sich im Altenheim St. Johannes in Senden. Die Visite von Shetlandpony „Columbus“ war eine Art Experiment.

Von Dietrich Harhues

Streicheln erlaubt: Viele Bewohner des Altenheims St. Johannes reagierten erfreut und aufgeschlossen auf die „Stippvisite“ von Shetlandpony Columbus und Lea Marie Haber, die keine Probleme hatten, den Aufzug zu benutzen. Foto: di

Die Sympathie scheint beiderseits zu bestehen: Columbus schaut sein Gegenüber, das in einem Rollstuhl im Foyer des Altenheims St. Johannes sitzt, genau an. Der Zweibeiner lächelt, streckt den Arm aus und streichelt dem Vierbeiner an den Nüstern. Ohren und Augen des Shetties verraten, dass die Berührung willkommen ist. Zumindest eine Zeit lang. Dann zieht Lea Marie am Strick und führt den Wallach weiter. Er erweist sich als geduldiger und stressresistenter Zeitgenosse beim Besuch der Senioreneinrichtung. Dort war die Ankunft von Lea Marie Haber und ihrem Shetlandpony sehr willkommen.

Denn Michael Engbers, Leiter des Sozialdienstes, sieht in der tierischen Begegnung eine Möglichkeit, den Alltag der Bewohner aufzulockern, ihnen sinnliche Erfahrungen zu bieten, die positive Gefühle und Erinnerungen wecken können. Die tiergestützte Therapie ist kein Neuland im Sendener Altenheim, das Hunde oder Hühnern bereits den Einlass gewährt hat.

Am Montag hieß es nun buchstäblich: „Da steht ein Pferd auf dem Flur.“ Und auf eben diesen Karnevalsschlager wies einer der Bewohner auch hin, als Columbus mit Lea Marie Haber – die von ihrem Freund Jonah Mellinghaus begleitet wurde – das Foyer des Heims betraten. Über alle Etagen erstreckte sich der Besuch. Wenn Bewohner, die vorher informiert worden waren, scheu und ängstlich reagierten, schlugen Columbus und seine Begleiter schnell einen Bogen. Die Freude über den frisch gestriegelten „Blondschopf“ überwog aber: „Du bist aber ein Feiner“, hieß eine Bewohnerin das Shetlandpony in der ersten Etage willkommen.

Heim und Halterin ziehen positives Fazit

Engbers und Haber zogen ein positives Fazit der Premiere. „Es war ein Versuch“, so der Leiter des Sozialdienstes. Er freut sich über die Bereitschaft der Pferdehalterin, den Besuch zu wiederholen.

Von der 19-jährigen Schülerin, deren Pony in Gettrup steht, war die Idee ausgegangen, das Seniorenheim aufzusuchen. Vor zwei Jahren war sie mit demselben Vorstoß in Dülmen vorstellig geworden. Die Bewohner „hatten so Spaß daran“, schildert die 19-Jährige, die sich einen Beruf im Sozial- oder Gesundheitswesen vorstellen kann, dass sie die Aktion wiederholen wollte.

Der 13-jährige Wallach erweist sich jedenfalls als geeignetes, wenn auch nicht ausgebildetes Therapiepferd – so lange es nicht zu laut und zu hektisch zugeht.

Was im Altenheim St. Johannes ja definitiv nicht der Fall war.

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