Jürgen Daudt sensibilisiert für Flora und Fauna

Die Natur kennen und schützen

Senden

„Man schützt nur, was man kennt“, lautet das Credo von Jürgen Daudt. Der renommierte Naturfotograf will mit seinen Bildern sensibilisieren und rät bei Spaziergängen in Corona-Zeiten, mit geschärften Sinnen unterwegs zu sein.

Dietrich Harhues

Ringeltauben turteln in Magnolie. Foto: Jürgen Daudt

Die Ringeltauben stecken im Turtel-Modus. Und dem Haubentaucher hat es den Kopf verdreht, während der Weißstorch, aus dem Winterquartier heimgekehrt, damit beschäftigt ist, seinen Horst zu reparieren. Die Natur schiebt keinen lauen Lenz, während laue Lüfte wehen. Vielmehr ist sie im Aufbruch – und liefert für die Zweibeiner, die es in Corona-Zeiten besonders nach draußen drängt, eine prächtige Kulisse. Nicht nur als Motiv für Jürgen Daudt, erfahrener und vielfach ausgezeichneter Naturfotograf, der von seiner Sendener Heimat aus ausschwärmt.

„Es gibt immer viel zu entdecken“, unterstreicht der ehemalige Rektor und Referent im Landesmedienzentrum des LWL. Er schulterte in den vergangenen Jahrzehnten vielfach seine Ausrüstung und legte sich auf die Lauer für den besten „Schuss“. Vor allem Langzeitprojekte, beispielsweise die Beobachtung von Kreuzottern über viele Monate hinweg, führten ihn durch die Lande – und brachten manchen Titel bei großen Wettbewerben ein.

Naturerlebnis vor der Haustür

Doch in Senden bewahrheite sich, dass das Gute nah liegen kann. Beispielsweise am erneuerten Lauf der Stever komme der Naturfreund auf seine Kosten, so Daudt, der seit 1971 Vollmitglied der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) ist, einer der weltweit größten Organisationen ihrer Art. Eisvogel, Zwergtaucher oder Nutria seien an dem Sendener Gewässer anzutreffen.

Während zumindest der schillernde Luftakrobat für die meisten Laien zu erkennen ist, reichen die Kenntnisse über Flora und Fauna oftmals nicht sehr weit, bedauert Daudt, der Pädagogik mit dem Schwerpunkt Biologie studiert hat.

Jürgen Daudt

Er möchte mit seinen Bildern aber das Bewusstsein für den Wert der Natur schärfen und für ihren Erhalt sensibilisieren. Motto: „Nur eine Natur, die man kennt, schützt man auch.“

Wenn jetzt in Corona-Zeiten keine Gaststätten, sondern Wald und Wiesen frequentiert werden, möchte der Sendener die Sinne der Spaziergänger schärfen, damit sie ihre Umgebung mit deren Lebewesen wertschätzen. Der 80-Jährige selbst begibt sich ebenfalls, so viel und gut es geht, weiterhin auf die Pirsch. Die Fototasche mit seiner Olympus und Objektiven ist dabei ein treuer Begleiter.

Startseite