1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Digital hilft Handel wie Kunden

  8. >

Einstimmiges Votum für neuen „Senden Gutschein“

Digital hilft Handel wie Kunden

Senden

Einzelhandel und Gastronomie vor Ort brauchen Rückenwind. Ein digitaler „Senden Gutschein“ soll dazu beitragen, Kaufkraft in der Gemeinde zu halten. Denn nicht allein Corona stellt die Unternehmer vor große Herausforderungen. Die Kunden bekommen eine ganze Zeit lang dadurch buchstäblich mehr für ihr Geld.

Dietrich Harhues

Lokale Vielfalt unterstützen: Gabi Reimchen („Das kleine ich“) und Kevin Behr (Feinkost Behr) weisen auf den analogen Sendener Gutschein hin, der in vielen Geschäften am Ort einzulösen ist. Die Unternehmer begrüßen, dass der Coupon digitalisiert wird. Foto: di

Der Einzelhandel in Senden soll gestärkt werden – darin besteht parteiübergreifend Einigkeit. Einstimmig beschloss der neugegründete Aussschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Digitalisierung am Dienstagabend Maßnahmen, die den lokalen Läden Unterstützung verschaffen sollen. Dabei leistet das mit der neuen Wahlperiode ins Leben gerufene Gremium eine Arbeit die der Ausschuss bereits in seinem Namen trägt: Wirtschaftsförderung durch Digitalisierung. Einen Baustein bildet der „Sendener Gutschein“, der upgedatet wird.

Technik nimmt viel Aufwand ab

Die Möglichkeit, einen Gutschein in einem der örtlichen Geschäfte zu kaufen, ihn aber in einem anderen Laden einzulösen, besteht bereits seit ein paar Jahren. Was als Mittel gedacht ist, Kaufkraft in Senden zu halten, bürdet in der Abwicklung den Betrieben und dem Gewerbeverein viel Arbeit auf, damit die jeweiligen Umsätze an die richtige Adresse fließen. Mit der zmyle GmbH, die sich bereits – wie berichtet – am 12. Oktober auf Einladung von Gewerbeverein und Gemeinde vor einigen Unternehmern vorgestellt hat, übernimmt die Technik diesen Aufwand. Die neuen Gutscheine, die den bisherigen „analogen“ Vorläufer ablösen, können online per Handy, Tablet, PC erworben oder verschickt werden. Sofortiges, auch personalisiertes, Ausdrucken ist möglich, ein traditioneller Papiergutschein bleibt weiterhin erhältlich.

Der Sprung ins Web soll die Schwelle, einen Gutschein zu erwerben, senken. Spontane Geschenke mit einem höchsten Maß an Flexibilität für den Empfänger werden so möglich – und auch nachgefragt. Entsprechende Erfahrungen, so die Beschlussvorlage der Verwaltung und Stellungnahmen der politschen Mandatsträger, wurden in Nachbarkommunen wie Ascheberg und Dülmen bereits gemacht. Diese Kommunen kooperieren ebenfalls mit der Zmyle GmbH.

Gutschein mehr wert, als er kostet

Doch nicht nur die technische Abwicklung für Kunden wie Händler wird durch die Digitalisierung flotter, sondern der neue „Senden Gutschein“ ist sogar mehr wert, als er kostet. Denn: Die Gemeinde subventioniert das Vorhaben mit 20 000 Euro. Womit der Antrag des „Bündnisses für Senden“ (Grüne, SPD, UWG, FDP) von der Verwaltung noch um 5000 Euro aufgestockt wurde. Für die Kunden heißt das, dass ihre Gutscheinsumme an der Ladentheke um 20 Prozent wächst. Aus 100 Euro werden so 120 Euro beim Bezahlen – und zwar so lange, bis das Startkapital in Läden und Gastronomie aufgezehrt ist.

Die einmalige Einrichtungspauschale an den Portalbetreiber in Höhe von 1499 Euro geht ebenfalls auf den „Deckel“ des Rathauses. Die festen monatlichen Betreiberkosten von 89 Euro sowie mindestens 100 Euro als vom Jahresumsatz abhängige Gebühr teilen sich in den ersten drei Jahren Kommune und Gewerbeverein auf.

Manfred Tiemann, Vorsitzender des Gewerbevereins, es müsse aber auch noch geklappert werden

Für die online gekauften Gutscheine fallen auch „Payment-Provider-Gebühren“ an (beim per Kauf Paypal beispielsweise 2,5 Prozent plus 35 Cent). Die Kaufmannsgilde geht davon aus, dass sich dieser finanzieller Aufwand kompensieren lässt – dadurch, dass die Einnahmen aus nicht eingelösten Gutscheinen oder Restwerten des Coupons an den Gewerbeverein zurückfließen.

Der digitale „Senden Gutschein“ soll zeitnah, aber nicht mehr bis Weihnachten eingeführt werden. „Die Resonanz ist positiv“, gibt Manfred Tiemann, Vorsitzender des Gewerbevereins ein Stimmungsbild wieder. Dennoch „muss noch geklappert werden“, so der Kopf der Gilde. Mitmachen können und sollen nicht nur Mitgliedsbetriebe, sondern alle Geschäfte. Ihnen könnte aber eine Teilnahmegebühr in Höhe von 120 Euro in Rechnung gestellt werden. Dieselbe Summe wie der Jahresbeitrag im Gewerbeverein.

Startseite