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Grundsteinrolle im Fundament des „Alten Zollhauses“ versenkt

Dokumente auf Zeitreise geschickt

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Das „Alte Zollhaus“ ist der Ort, an dem im Jahr 1602 die Schützenbruderschaft St. Johanni Senden aus der Taufe gehoben wurde. Vogelbaumeister Martin Fiege hat jetzt eine mit Zeitdokumenten und Fotos gefüllte Kartusche im Fundament des entstehenden Bürgerhauses versenkt, um einem zukünftigen Finder vom „Fleiß der Sendener Bürger“ bei der Restaurierung des historischen Gebäudes zu künden.

Sigmar Syffus

Martin Fiege, Vogelbaumeister des Schützenbruderschaft St. Johanni Senden, versenkte die mit Zeitdokumenten gefüllte Kartusche im Fundament des Alten Zollhauses. Grüße mit auf den Weg gaben (v.l.): Martin Lütkemann, Karl Schulze Höping und Agnes Wiesker vom Heimatverein sowie Architekt Eckhard Scholz und Bürgermeister Sebastian Täger. Foto: Siegmar Syffus

Noch fast ein Jahr wird es dauern, bis das restaurierte „Alte Zollhaus“ seiner Bestimmung als Sendener Bürgerhaus übergeben werden kann. Nach dem Richtfest, das am 7. Februar gefeiert wurde, warf die langsam nahende Eröffnung einen weiteren (symbolischen) Schatten voraus: Im Fundament des künftigen Kaminzimmers hat Martin Fiege eine Grundsteinrolle in Form einer mit Dokumenten gefüllten Kupfer-Kartusche auf die Reise durch die Zeit geschickt. „Das hier ist das Gründungshaus unserer Schützenbruderschaft“, erklärte der Vogelbaumeister der St. Johanni-Bruderschaft Senden 1602.

So wurde neben den Plänen des Hauses, Fotos von den Bauarbeiten und einem Handwerkergruß auch eine Anstecknadel der St. Johanni-Bruderschaft im Fundament versenkt. „Wir wünschen dem Haus und allen Nutzern alles Gute. Und wenn jemand in vielleicht 400 Jahren die Kartusche findet, soll er vom Fleiß der Sendener Bürger erfahren“, spielte Martin Fiege darauf an, dass Ehrenamtliche des Heimatverein schon rund 2400 Arbeitsstunden unentgeltlich für das werdende Bürgerhaus geleistet haben.

Bei allen am Bau Beteiligten sei Fieges Idee auf einhellige Zustimmung gestoßen, betonte Agnes Wiesker, Vorsitzende des Heimatvereins Senden, die dem Festakt gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Karl Schulze Höping und Martin Lütkemann sowie Bürgermeister Sebastian Täger und dem Architekten Eckhard Scholz beiwohnte. „Wir haben der Kartusche auch etwas Geld und einen Münsterländer Korn beigelegt, damit die Gemeinde immer ihr Auskommen und flüssiges Brot hat“, verriet Wiesker. Auf der Außenseite der Kartusche gab Bürgermeister Sebastian Täger ein Grußwort mit auf den Weg in die Zukunft: „Ein Dankeschön an alle Helfer. Viel Freude allen Nutzern des Hauses.“

„Nach einem gelungenen Akt gehört sich im Münsterland ein Schnäpschen“, reichte Agnes Wiesker nach der Zeremonie allen ein Pinnchen Lagerkorn. Der wurde zwar in Schöppingen gebrannt, schlägt aber einen Bogen in die Historie. Denn das „Alte Zollhaus“ war früher Stammsitz der Familie Palz/Stegehaus, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite viele Jahre eine Kornbranntwein-Brennerei betrieb. Heute ist unter anderem die WN-Lokalredaktion in dem Gebäude beheimatet. Und so wurde auch eine von allen Anwesenden unterzeichnete aktuelle Ausgabe der Westfälischen Nachrichten gemeinsam mit der Kartusche im Fundament des „Alten Zollhauses“ versenkt.

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