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Junge Wirtinnen übernehmen Gaststätte Kallwey

„Dream-Team“ will durchstarten

Ottmarsbocholt

Mit Julia Godehardt (22) und Deborah Hantke (35) übernehmen zwei junge Wirtinnen die Traditionsgaststätte Kallwey, die auf eine 150-jährige Geschichte zurückblickt. Gründonnerstag (1. April) startet der Außer-Haus-Verkauf von Speisen. Sobald es Corona zulässt, soll die Gaststätte wieder geöffnet werden – und zwar mit zusätzlichem Service.

Siegmar Syffus

Julia Godehardt (l) und Deborah Hantke übernehmen am 1.April die Gaststätte Kallwey. Die Wirtinnen starten mit dem Außer-Haus-Verkauf von Speisen.An der Theke werden die Gläser gefüllt, sobald es die Corona-Schutzbestimmungen wieder zulassen. Foto: Siegmar Syffus

Frischer und obendrein junger Wind zieht in die Ottmarsbocholter Traditionsgaststätte Kallwey ein: Julia Godehardt (22) und Deborah Hantke (35) übernehmen gemeinsam die Verantwortung für Theke, Küche, Biergarten und die beiden Kegelbahnen. „Der Vertrag tritt zum 1. April in Kraft. Die Pacht wird aber erst dann fällig, wenn die Corona-Schutzbestimmungen das Öffnen der Gaststätte wieder zulassen“, erläutert Bernhard „Natza“ Kallwey die der Zeit angepassten Rahmenbedingungen für die Übernahme.

„Gründonnerstag fangen wir mit dem Außer-Haus-Verkauf an. Das läuft so lange, bis wir wieder Gäste reinlassen dürfen“, sagt Deborah Hantke, die ebenso wie ihre Geschäftspartnerin genau weiß, worauf sie sich mit der Übernahme des Gasthauses einlässt. Denn beide Frauen waren vor der Schließung im November mehre Jahre bei den vorherigen Pächtern beschäftigt.

Burger nach Hausrezepten

„Ich hab‘ hier schon als Jugendliche Gläser eingesammelt. Deborah und ich waren immer ein kleines Dream-Team – selbst wenn es stressig war“, freut sich Julia Godehardt auf die Zusammenarbeit. Zumal das eingespielte elfköpfige Service- und Küchenteam versprochen habe, beim Neustart mit dabei zu sein.

Auch beim kulinarischen Angebot greifen die jungen Wirtinnen auf Altbewährtes zurück: „Die bekannte Speisekarte bleibt fast vollständig erhalten, wird aber durch Nachspeisen ergänzt. Es gibt bei uns Burger nach Kallwey-Hausrezepten, Schnitzel und Steaks“, erzählt die 22-Jährige.

Für sie und ihre Geschäftspartnerin ist Kallwey jedoch weit mehr als „irgendeine“ Gaststätte. Seit 150 Jahren ist das Haus an der Neustraße ein Treffpunkt für Alt und Jung, in dem Thekenkultur im besten Sinne gepflegt wird. Es ist das Vereinslokal von Blau-Weiß Ottmarsbocholt und des Spielmannszugs Ottmarsbocholt. Die Karnevalsecken „Dillenbaum“ und „Neustraße“ sowie die „Turndamen“ haben dort ihr Domizil. Vor Corona pflegten die Mitglieder des Kirchenchores St. Urban nach den Proben ihre Stimmbänder mit einem kühlen Getränk bei Kallwey. 28 Kegelclubs sowie diverse Stammtische hatten dort feste Termine gebucht. Und der Biergarten war eine beliebte Anlaufstation für Radler aus dem Dorf und der gesamten Umgebung.

Öffnungszeiten werden ausgedehnt

„Wir freuen uns auf die Wiedereröffnung. Julia und ich sind offene Menschen. Es macht Spaß, hinter der Theke zu stehen und mit den Gästen ein bisschen rumzuschäkern. Von den Alten erfährt man, wie es früher war. Die Jungen erzählen, wie es im Fußballstadion gelaufen ist. Das ist eine schöne Mischung“, erzählt Deborah Hantke, räumt jedoch ein: „Wir haben schon Respekt vor der Situation, weil wir nicht wissen, wie es weitergeht. Doch sobald es möglich ist, wollen wir mit Vollgas durchstarten. Wir möchten die Öffnungszeiten ausdehnen, damit die Ottmarsbocholter hier gemeinsam feiern können und dazu nicht nach Münster fahren müssen“, kündigt die Wirtin an.

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