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Wachsender Hilfsbedarf 

Rekord-Nachfrage bei der Tafel: „Ein Ende nicht in Sicht“

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570 Menschen nutzen derzeit die Sendener Tafel – das ist ein Rekordwert. Und die Tendenz ist steigend. Zugleich fehlt es sowohl an helfenden Händen als auch an Lebensmitteln. Wie sich die Ehrenamtlichen den wachsenden Aufgaben stellen, schildert Tafel-Vorsitzende Sabine Knümann im WN-Interview. 

Von Thomas Fromme

Die Vorsitzende der Tafel, Sabine Knümann spricht im WN-Interview über den Tafeltag und über die wachsende Zahl der Bedürftigen. Foto: Tafel.

Am heutigen Samstag (6. August) von 9 bis 13 Uhr sammelt die Sendener Tafel an den Lebensmittelmärkten und am Drogeriemarkt DM private Spenden – zum Beispiel nach dem Motto: Zwei Artikel kaufen, einen für Bedürftige spenden. Darüber sprach WN-Redakteur Thomas Fromme mit Sabine Knümann, der Vorsitzenden der Tafel.

Frau Knümann, welche Lebensmittel sind derzeit besonders gefragt?

Sabine Knümann: Wir freuen uns im Moment besonders über private Spenden von Sonnenblumenöl, Obst-und Gemüsekonserven, Tee, Hygieneartikel für die ganze Familie, Margarine und Mehl. Diese Artikel sind gefragt und eignen sich hervorragend dazu, ein geringeres Aufkommen an Frischware auszugleichen.

570 Menschen nutzen derzeit die Sendener Tafel. Ist diese hohe Zahl nur durch die Flüchtlinge aus der Ukraine zu erklären?

Knümann: Das ist ein Rekordwert. Niemand bei uns hätte sich nach der Flüchtlingswelle im Jahr 2016 vorstellen können, noch einmal einen solchen Höchststand zu erreichen – und für uns ist ein Ende nicht in Sicht. Jede Woche melden sich weitere Kunden an. Wir haben seit Jahresbeginn eine Steigerung von über 80 Prozent.

Wie ist der Andrang zu bewältigen?

Knümann: Zunächst haben wir eine Aufteilung der Kundengruppen vorgenommen. Inzwischen war auch ein zweiter Schritt erforderlich, und wir haben die Öffnungszeiten am Donnerstag verlängert. Damit versuchen wir den Kundenandrang zu steuern. Fremdbestimmt sind wir allerdings im Bereich der Warenmenge, die uns wöchentlich in der Ausgabe zur Verfügung steht. Bei steigender Kundenzahl reichen die Spenden der Lebensmittelmärkte allein nicht mehr aus. Das wird zunehmend zum Problem. Ware, die länger haltbar ist, soll dann ausgleichend wirken und die Lücken im Unterstützungsumfang verkleinern. Für die Sendener Tafel wird dies aber immer schwieriger. Wir benötigen daher verstärkt die Unterstützungsbereitschaft aller Sendener Bürgerinnen und Bürger.

Haben Sie genug Helferinnen und Helfer ?

Knümann: Nur durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler Menschen in Senden ist unsere Arbeit möglich. Derzeit haben wir 70 Helferinnen und Helfer. Das klingt viel, aber es ist auch viel zu tun – nicht nur bei der Ausgabe, sondern auch bei der Abholung der Lebensmittel und anderen Waren des täglichen Bedarfs oder bei der täglichen Sichtung beziehungsweise Sortierung der Ware und letztlich bei der abschließenden Aufbereitung für die Ausgabe. Und da nicht jeder jede Woche kann, sind bei uns zusätzliche helfende Hände immer willkommen. Wer uns gern helfen möchte, auch wenn die derzeitige Lebenssituation das nicht zulässt, der kann den Weg über die Mitgliedschaft in unserem gemeinnützigen Verein wählen. Das wissen wir besonders zu schätzen.

Kontakt: info@sendener-tafel.de oder 02597-6935780

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