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Feierstunde zur Übergabe des Bürgerpreises

Ein Lächeln für die Herzenswärme

Senden

Sie sorgen dafür, dass Senden lebenswert ist, bilden den Kitt im Gemeinwesen und fragen nicht nach dem eigenen Vorteil: Die oftmals stillen Geister im Ehrenamt sollen gewürdigt werden. Genau dafür wurde der Bürgerpreis der Gemeinde Senden ausgelobt, der jetzt erstmals überreicht wurde.

Dietrich Harhues

Das Team der Seniorenstube Senden wurde mit einem ersten Platz bedacht. Foto: di

Das Lächeln auf den Gesichtern der Gäste, ein herzliches Dankeschön zum Abschied – das ist ihnen Lohn genug. Seit vielen Jahren, teils fast zwei Jahrzehnten, kümmern sich zupackende Damen des Teams der „Seniorenstube Senden“ um die Besucher, die immer mittwochs zu einer Tasse Kaffee und einer ganzen „Kanne“ Geselligkeit in den „Treffpunkt“ kommen. Ihr „Stammtisch“, der zu Karneval, Erntedank oder Advent, besonders reich gedeckt ist, umfasst auch Sketche, Lieder – und ganz viel Herzenswärme. Für diesen ehrenamtlichen Einsatz sind die stillen guten Geister des „Treffpunkts“ mit einem ersten Platz beim Bürgerpreis der Gemeinde Senden ausgezeichnet worden. „Wir haben uns wahnsinnig gefreut“, fasst Maria Gaszek im WN-Gespräch für die Gruppe zusammen.

Einsatz wird stellvertretend anerkannt

Sie stand nicht alleine auf dem „Podium“, als der Preis am Donnerstagabend, dem Internationalen Tag des Ehrenamtes, erstmals verliehen wurde. Und doch bildeten dort alle Preisträger nur eine kleine Auswahl der vielen Akteure auf dem in Senden lebendigen Feld des ehrenamtlichen Engagements. Was Bürgermeister Sebastian Täger mehrfach betonte: „Sie stehen stellvertretend für alle Ehrenamtlichen.“

Preisträger des Bürgerpreises 2019

Unter elf eingegangenen Bewerbungen hat die Jury eine Gewichtung vorgenommen. Sechs Mal wurde ein Anerkennungspreis vergeben. Diesen erhielten Dr. Hans Mecklung für die Flüchtlingshilfe Senden; Karl-Heinz Huizen für den Bürgerbusverein Senden; Gaby Stukenbrock für das Büchereiteam in Senden; die „Rosenfrauen“ des Landfrauenverbandes Senden/Bösensell, die seit 15 Jahren unter anderem die Beete rund um die „Landpfarrer“-Statur in Bösensell pflegen; Alfons Schräder und Multiplikatoren des „Buddelvereins“ (Teilnehmergemeinschaft Glasfaser Außenbereich Senden, TGAS) sowie Sabine Goschke und Anita Styler, die ein Lauftraining anbieten. Die Jury bildeten:

Judith Sefedini und Jill Acecedo Hülsbusch (Bürgerinnen unter 30 Jahre), Karl-Heinz Kusnierz und Jolante Sielenkemper (Bürger über 30 Jahre), Rolf Wiederkehr (Vorsitzender Umweltausschuss), Ludger Schöning (Vorsitzender Sozialausschuss), Anne Schulze Everding (Preisträgerin Umweltpreis aus dem Vorjahr) sowie Susanne Espenhahn und Petra Volmerg (Verwaltung).

Zum Thema

Die ersten drei Plätze teilen sich das Team der „Seniorenstube Senden“ (1. Platz), der Heimatverein Senden (1. Platz), Rita Besselmann (2. Platz, für das Sammeln und Spenden von Pfandflaschen); die Aufbereitungsgruppe für Obst und Gemüse der Sendener Tafel (3. Platz) und Veronika Skuplik (3. Platz, Sprachunterricht- und Integrationsarbeit). Der von der Sparkasse Westmünsterland gestiftete Preis, der den Umweltpreis ersetzt, ist mit 2000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben.

Ihnen gemeinsam ist, dass ihr Engagement „eine Gemeinde lebenswert macht und sozialen Frieden stiftet“. Der Bürgermeister schlug einen Bogen vom Sport- und Schützenverein über Musik und Kultur bis zu Hospizarbeit und Feuerwehr: „Mit großen oder vielen kleinen Dingen tragen Sie dazu bei, dass unsere Gemeinde lebendig, bunt und lebenswert bleibt“, wandte er sich an die Repräsentanten der Gemeinwohlstifter, die sich im Bürgersaal versammelt hatten. Und als wäre der Name der Band „No Limits“, die den musikalischen Rahmen der Feier gestaltete, das Motto der Preisübergabe, deckten die Geehrten tatsächlich ein fast grenzenloses Spektrum ab.

Stille Helfer bekommen eine Bühne

Dass die Gemeinde mit der neuen Auszeichnung gerade jenen eine Bühne bereiten wollte, die ihre Arbeit bescheiden und hinter den Kulissen verrichten, dürfte der Ausloberin gelungen sein. Denn beispielsweise Rita Besselmann, die bei ihren Spaziergängen mit dem Hund Pfandflaschen sammelt – trotz angegriffener Gesundheit mit zäher Ausdauer – um den Erlös an gemeinnützige Einrichtungen zu spenden, gehört in diesen Kreis der stillen Helfer. 5150 Euro konnte sie in den vergangenen fünf Jahren an soziale Projekte übergeben – wurde zumindest zu Anfang aber für ihr Herausfischen aus Mülleimern schief angeschaut. „Was glauben Sie, was ich mir anhören musste“, sagte Besselmann bei der Feierstunde. Und wurde dort mit viel Applaus bedacht.

Preisträgerin appelliert ans Publikum

Zu denjenigen, die es gar nicht wollen, dass sie mit ihrem Engagement im Rampenlicht steht, gehört Veronika Skuplik, die seit vielen Jahren Sprachunterricht erteilt und bei der Integration von Menschen hilft, die in Senden Zuflucht gesucht haben. Sie warb für einen Perspektivwechsel: Einheimische Sendener sollten sich einmal in die Rolle der neuen Bewohner versetzen und versuchen nachzuvollziehen, wie schwierig es ist, sich eine fremde Sprache anzueignen.

Als Gewinner und Gönner entpuppte sich der Heimatverein Senden: Er will sein Preisgeld in Höhe von 500 Euro dafür einsetzen, dass die Bänke in Senden mit nummerierten Schildern versehen werden, damit Rettungskräfte besser Hilfe leisten können. „Für mehr Sicherheit in Senden“, sagte Vorsitzende Agnes Wiesker.

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