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„Erneuerbare Energie ist nötig und bezahlbar“

Madeleine Fiege

Senden - Vor den Augen der ehemaligen Bundespräsidenten, deren Porträts im Bürgersaal des Rathauses hängen, führte Dipl.-Ing. Wolf von Fabeck die zahlreich erschienenen Interessierten am Montagabend in die Welt der erneuerbaren Energien ein.

Zunächst berichtete er von seinem persönlichen Schlüsselerlebnis 1984 auf einer Nordseeinsel. Durch Salzsäurenebel, der von Schiffen abgesondert wurde, verdorrten die Pflanzen am Meer. Mit dem Gedanken, etwas an der Umweltverschmutzung ändern zu wollen, trat Wolf von Fabeck schließlich 1986 dem Solarenergieförderverein bei. „Es ist Zeit für ein Paradigmenwechsel; 100 Prozent erneuerbare Energien!“, leitet der Referent voller Zuversicht seinen Vortrag ein.

Immer noch seien viele Menschen der Ansicht, dass man mit alternativen Energien maximal 70 Prozent des Bedarfs decken kann und den Rest mit Atomenergie oder durch das Verheizen fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle decken müsse.

„Doch 100 Prozent erneuerbare Energien sind möglich, bezahlbar und notwendig“, zeigte sich der Referent überzeugt. Noch 1993 habe Angela Merkel (ehemalige Umweltministerin im Kabinett Kohl) gesagt, dass regenerative Energie aus Sonne, Wasser und Wind auch langfristig gesehen nicht mehr als 4 Prozent unseres Strombedarfs decken kann. Heute seien es schon über 15 Prozent die gedeckt werden, so Wolf von Fabeck. Die Gegner der erneuerbaren Energien liegen auch mit dem Argument „Photovoltaik, die Erzeugung von elektrischer Energie aus Sonnenenergie mittels Solarzellen, erzeuge in ihrer Lebenszeit nicht so viel Energie, wie zur Herstellung gebraucht wird“, nicht richtig, so der Referent weiter. In 20 Jahren produziere eine Photovoltaik-Anlage sieben Mal so viel Energie wie zu ihrer Herstellung gebraucht werde.

Durch die Umstellung auf erneuerbare Energien entstünden nicht unerhebliche Kosten, räumte der Referent ein, was ein weiterer Grund für die zögerliche Entwicklung sei. Dennoch seien in Deutschland 17 neue Kohlekraftwerke im Bau oder Planung, welche in ihrer mindestens 40-jährigen Lebensdauer weiteren CO2-Ausstoß zementierten, sagte Wolf von Fabeck. Mit der „richtigen Mischung aus Sonnen-, Wind- und Wasserenergie“ sei es möglich, sich von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen.

Bei der Herstellung von synthetischen Materialien, zum Beispiel für Kleidung oder Verpackungen, werde durchschnittlich rund 20 Prozent Erdöl verbraucht. Diesen Bereich auf erneuerbare Energien beziehungsweise nachwachsende Rohstoffe umzustellen, sei ein großer Schritt in eine umweltfreundliche Zukunft.

Eine große technische Herausforderung sei das Speichern von Energie. Bisher gebe es noch keine perfekte Lösung, man nähere sich einer solchen jedoch langsam an.

Nach einer regen Diskussion, vielen Detailfragen und unterschiedlichen Meinungen klang die Informationsveranstaltung mit Wolf von Fabeck aus. Weitere Informationen zum Thema erneuerbare Energien gibt es im Internet.

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