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Einzelhändler freuen sich über Lockerung

„Es geht auch um Lebensqualität“

Senden

Spontanes Shoppen ist in Senden wieder möglich. Händler sind erleichtert über die Lockerung – und Kunden nehmen sie sogleich wahr.

Christian Besse

Jessica Frye freut sich, dass sie Kunden wieder in ihrem Laden "Instyle Fashion" beraten kann, ohne dass diese zuvor einen Termin verabreden müssen. Foto: di

Man hört die Einzelhändler förmlich aufatmen. Nachdem die Geschäfte seit dem vergangenen Montag wieder öffnen, Kunden allerdings nur nach vorheriger Terminvergabe empfangen durften, ist diese Hürde nun gefallen. Wie berichtet, dürfen Kunden seit Donnerstag die Geschäfte im Kreis Coesfeld nun auch wieder spontan betreten – was in Senden auch rege genutzt wurde, wie eine Stichprobe im Ortskern ergab. Möglich gemacht haben es die niedrigen Inzidenzwerte im südlichen Münsterland.

Manfred Tiemann, Vorsitzender des Gewerbevereins Senden

„Das ist eine gute Entscheidung. Sie war auch dringend nötig“, ist Manfred Tiemann, Vorsitzender der Sendener Kaufmannschaft, erleichtert. „Der Präsenzverkauf ist für die Einzelhändler immer noch wichtiger als der Online-Handel, weil sie die Kunden direkt vor Ort beraten können.“

Auch Doris Lenz, Inhaberin eines Foto- und Dekogeschäfts an Eintrachtstraße, fällt ein Stein vom Herzen: „Das wurde Zeit. Hoffentlich machen auch alle Geschäfte wieder auf. Meine Kollegin, die die Filiale von ,Foto aktuell` in Lüdinghausen betrieben hatte, hat ja wegen Corona ihr Geschäft aufgegeben.“

Wolfgang Brox, dessen Geschäft phasenweise geschlossen, die Postagentur aber geöffnet war,äußert ebenfalls Erleichterung: „Wir hatten Außer-Haus-Verkauf, aber der war naturgemäß verhalten. Die Kunden sind jetzt hocherfreut und hoffen darauf, dass es keine Rolle rückwärts wird, wenn nun ein Kauf-Tourismus aus Münster oder den Nachbarkreisen einsetzen sollte.“

Kundschaft schon mit der Ladenöffnung verzeichnete Jessica Frye, Inhaberin von Instyle Fashion auf der Herrenstraße. „Nicht so gut“, antwortet Frye auf die Frage nach ihren Erfahrungen mit den Terminvergaben. „Da hatten die Kunden offenbar keine so große Lust drauf. Das war ja auch kein Vergleich zu einer normalen Öffnung.“ Der Wegfall der Terminpflicht habe schon vor dem Inkrafttreten für positive Resonanz gesorgt: „Wir haben schon am Dienstag viele Nachrichten und Anrufe von Kunden bekommen, dass sie sich freuen, das Geschäft wieder ohne vorherige Absprache betreten zu können.“

Doris Lenz und ihre Tochter Pia bereiten sich auf die Kunden bei "Foto aktuell" auf der Eintrachtstraße vor. Foto: di

Dabei spielen nicht alleine nur Produktwünsche eine Rolle, ist sich wiederum Doris Lenz sicher: „Es geht auch um die Lebensqualität. Die Leute waren zuletzt sehr angespannt. Manche hatten kein Verständnis dafür, nur für den Kauf eines Bilderrahmens oder eines Dekoartikels einen Termin zu buchen. Die Kunden wollen sich spontan entscheiden und einfach reinkommen können.“

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