1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Fachkräftemangel in Kitas spürbar

  8. >

Anna Bender und Luisa Schulte absolvieren Ausbildung zur Erzieherin

Fachkräftemangel in Kitas spürbar

Ottmarsbocholt

Beim DRK-Ortsverein Senden, der sechs Kitas im Gemeindegebiet betreibt, lassen sich Anna Bender und Luisa Schulte zurzeit zu Erzieherinnen ausbilden. Sie haben diesen Weg aus voller Überzeugung eingeschlagen. Doch auch in diesem systemrelevanten Berufszweig ist der Fachkräftemangel zu spüren.

Von Ann-Christin Frank

Luisa Schulte (l.) und Anna Bender absolvieren beim DRK Senden ihre Erzieherinnen-Ausbildung. Beiden war schon früh klar, dass sie diesen beruflichen Werdegang einschlagen möchten. Foto: acf

Welche wichtige gesellschaftliche Funktion das Personal in Kindertagesstätten erfüllt, das ist durch die Corona-Pandemie sehr deutlich in den Fokus gerückt. Vor allem, wenn aufgrund von Lockdowns oder Quarantäne-Regelungen die Kinder daheim neben Homeoffice und anderen pandemiebedingten Belastungen betreut werden mussten, hat sich die Systemrelevanz dieses Berufszweigs erschlossen.

Bei dem Wort Fachkräftemangel, denken viele zunächst an Bereiche wie Pflege, Ingenieurwesen, Elektrotechnik oder IT. „Doch auch im Bereich des Kita-Personals zeichnet sich ein solcher ab, denn vielerorts gibt es nur eine Mindestbelegung“, weiß Dirk Wallkötter, Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins Senden. Das DRK ist in der Stevergemeinde Träger von insgesamt sechs Kitas.

Einstieg über Freiwilliges Soziales Jahr

Anna Bender und Luisa Schulte absolvieren beim DRK Senden derzeit ihre Erzieherinnen-Ausbildung. Beiden jungen Frauen war schon früh klar, dass sie diesen beruflichen Weg einschlagen wollen. „Der Kontakt zu Menschen steht für mich im Zentrum, doch besonders liegt mir am Herzen, die ersten Entwicklungsschritte der Kinder zu begleiten“, bringt es Luisa Schulte auf den Punkt. Ihre Kollegin Anna Bender kam über ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zum ersten Mal in eine Kita. Dieses absolvierte sie inmitten der Corona-Pandemie. „Ich habe die Zeit als eine tolle Erfahrung empfunden und würde diesen Einstieg auch anderen empfehlen, die sich für diesen Beruf interessieren oder einen tieferen Einblick erhalten wollen“, so Bender. Auch für Absolventen, die für die Zeit nach dem Abitur noch nichts Genaues geplant haben oder unschlüssig seien, sei dies eine wertvolle Erfahrung.

Verkürzte Ausbildung für Abiturienten

Besonders bei Abiturienten ist ein verkürzter Einstig in die Ausbildung über ein sechswöchiges Praktikum möglich, ansonsten beträgt dieses 900 Stunden. Aufgrund des Fachkräftemangels habe man sich für diesen Weg entschieden, weil die Abiturienten so direkt einsteigen können und nicht noch ein Jahr warten müssen. „Besonders in der Corona-Pandemie gibt es auch immer wieder einen Austausch der Mitarbeiter zwischen den DRK-Kitas, um personelle Engpässe im Krankheitsfall auszugleichen“, informiert Steffi Wasmer, Leiterin der Kita Davertgeister.

Der Einstieg in die Ausbildung ist mittlerweile über viele Wege möglich. So gibt es zum Beispiel die Praxisorientierte Ausbildung (PiA), dabei ist die Praxiszeit der herkömmlichen Erzieher-Ausbildung einschließlich des Berufspraktikums gleichmäßig in die drei Ausbildungsjahre integriert. Die Azubis arbeiten also bereits während der Ausbildung zum Erzieher – in der Regel an zwei bis drei Tagen in der Woche in einer Kita, den Rest verbringen sie in der Berufsschule.

Ein anderer Weg zum Beruf führt über eine Ausbildung in der zwei Jahre die Schule in Vollzeit besucht wird. Im Anschluss daran absolvieren die Studenten dann ein Praktikum und das Anerkennungsjahr in der Kita.

„Mit einem Realschulabschluss verlängert sich die Ausbildungszeit auf vier Jahre“, erklärt Helga Laurenz, Abteilungsleiterin für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege am Richard-von-Weizsäcker Berufskolleg.

Startseite
ANZEIGE