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Neuer Steuermann beim Bürgerbus

Fahrgastzahlen gehen aktuell „durch die Decke“

Senden

Weitaus größer als erwartet ist der Andrang beim Sendener Bürgerbus. Der Verein war ursprünglich von monatlich 400 Fahrgästen ausgegangen. Aktuell sind es rund 1500.

Christian Besse

Neuer Steuermann: Rolf Schwietring (l.) wird von Fahrdienstleiter Reinhard Stach am Lenkrad des Bürgerbusses willkommen geheißen. Foto: Bürgerbus-Verein

Neuer Steuermann beim Bürgerbus: Rolf Schwietring nahm nun erstmals hinter dem Lenkrad Platz und startete pünktlich um 15.30 Uhr zu seiner ersten Tour nach Senden-Ost, Bösensell und Ottmarsbocholt. Vorangegangen war der Premiere eine ausführliche Einweisung in die Fahrzeugtechnik und Routenführung durch Fahrdienstleiter Reinhard Stach. „Etwas Kribbeln im Bauch verspüre ich doch, und so ist es beruhigend, dass der Fahrdienstleiter mich bei meiner ersten Fahrt begleitet,“ gestand Schwietring unmittelbar vor dem Start.

Schwietring, 74 Jahre alt und seit 2009 pensionierter Lehrer, war 20 Jahre Ratsmitglied und davon 15 Jahre zweiter stellvertretender Bürgermeister in Senden. 2014 hat er sich aus der aktiven Kommunalpolitik verabschiedet. „Für mich ist ehrenamtliches Engagement eine wesentliche Voraussetzung für eine lebens- und liebenswerte Gemeinde – und der Bürgerbus ist ein Mosaikstein dazu,“ so Schwietring.

Mit dieser Einstellung ist der ehemalige Lehrer und Kommunalpolitiker nicht allein. 33 Fahrer, so Klaus Dallmeyer, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, befördern zurzeit Fahrgäste zwischen Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell. Bei der Gründung des Vereins hatten Dallmeyer und Co. mit bis zu 400 Kunden monatlich gerechnet. Das war ein Irrtum: Aktuell, so der Vorsitzende, nehmen rund 1500 Kunden den Bürgerbus in Anspruch. „Wir erwarten über das Jahr zwischen 18 000 und 20 000“, freut sich Dallmeyer. „Das geht im Moment durch die Decke.“

Was sind die Gründe des Erfolgs? Zum einen sei es das Westfalenticket, mit dem Kunden den Bürgerbus gratis nutzen könnten, zum anderen die Flüchtlinge, die mit ihrem Sozialticket etwa von Ottmarsbocholt nach Senden ebenfalls gratis mitfahren könnten. Dem Bürgerbusverein schade dies nicht: Die Fahrten würden von den Anbietern von Tarif und Sozialticket erstattet.

Vor allem aber liege der durchschlagende Erfolg des Bürgerbusses an dem niedrigen Preis, so der Vorsitzende. „Ein Euro für eine Fahrt von Ottmarsbocholt nach Senden ist natürlich unschlagbar günstig.“ Apropos Ottmarsbocholt: Aus diesem Ortsteil kommen besonders viele Fahrgäste, weil er – im Unterschied zu Bösensell – nicht über die Bahn an Münster angeschlossen sei und sich die Bösenseller ohnehin eher an der Domstadt orientierten als am Sendener Ortskern.

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