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Städtepartnerschaft mit Jessen besteht 30 Jahre

Freundschaft auf Augenhöhe

Senden

Vor 30 Jahren wurde die Städtepartnerschaft mit Jessen nur einen Tag vor der Einweihung der Steverhalle besiegelt. Das Jubiläum sollte mit der Neueröffnung der Halle in Senden gefeiert werden – doch Corona verhagelt die Jubiläumsparty vorerst.

wn

Die Urkundenunterzeichnung am 18. Oktober 1990 im Rathaus Senden (v.l.): Annette Müller, Stadtverordnetenvorsteherin Schweinitz / Doris Puhlmann, Bürgermeisterin Schweinitz / Franz Böckenholt, Bürgermeister Senden / Konrad Potts, Gemeindedirektor Senden, Klaus-Dieter Richter, Stadtverordnetenvorsteher Jessen / Dietmar Brettschneider, Bürgermeister Jessen / im Hintergrund: Klaus Gilleßen und Reinhold Wallkötter. Foto: Gemeinde

Die Partnerschaft der Gemeinde Senden mit der Stadt Jessen jährt sich nun zum 30. Mal. Am 18. Oktober 1990, am Vorabend der Einweihung der Steverhalle, fand die feierliche Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde im Rathaus statt.

Gerade dieses Jubiläum sollte gesellig und feierlich begangen werden. Zusammen mit der Wiedereröffnung der Steverhalle war eine Festwoche geplant. Dass nun Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wird in beiden Kommunen bedauert, heißt es in der Pressemitteilung.

Die unsichtbare Virus-Gefahr beeinträchtigt zunehmend das gesellschaftliche Miteinander und beide Bürgermeister appellieren an ihre jeweiligen Bürgerschaften, sich an die bekannten Hygienevorschriften und -empfehlungen zu halten. Dann, so sind Michael Jahn und Sebastian Täger zuversichtlich, kann auch das jetzt nicht durchführbare Jubiläum in der „neuen“ Steverhalle nachgefeiert werden.

Nach Größe und Gliederung vergleichbare Gemeinde gesucht

Die im gemeindlichen Verwaltungsbericht 1985 bis 1999 enthaltenen Darstellungen treffen auch heutzutage noch zu: „Kurz nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze wurden freundschaftliche Beziehungen in die ehemalige DDR aufgenommen. Anfänglich waren es Ratsmitglieder der CDU-Fraktion, die die Beziehung zu einer – nach Größe und Gliederung annähernd vergleichbaren Gemeinde – suchten. Vom CDU-Landesverband wurden die Sendener auf die Kreisstadt Jessen aufmerksam gemacht, der man kurz darauf einen informellen Besuch abstattete. Am 18. Oktober 1990 – nahezu gleichzeitig mit der Vereinigung beider deutscher Staaten – wurde nach vielen, bereits vorausgegangenen Besuchen offiziell die Partnerschaft der Gemeinde Senden mit den (damals noch selbstständigen) Städten Jessen und Schweinitz in Sachsen-Anhalt besiegelt und trägt seitdem zur Verständigung und Freundschaft untereinander bei.

Einweihung der Steverhalle mit v.l.n.r. Ulrich Röttger, Ratsmitglied Senden / BM Brettschneider, Jessen / Gottfried Suntrup, Ratsmitglied Senden Foto: Gemeinde Senden

Ziel ist eine Partnerschaft auf vielen Ebenen. Dabei gab die Gemeinde Senden zu Anfang mannigfaltige Hilfe beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Aber dabei war es den Sendenern ein Anliegen, eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen. „Wir waren nie die Besserwessis“, betonten die Männer der ersten Stunde der freundschaftlichen Beziehungen zum Silberjubiläum gegenüber den WN.

Viele persönliche Kontakte und Austausch unter Vereinen

Heute stehen sich die Gemeinde Senden und die Stadt Jessen mit Rat und Tat in vielerlei Bereichen zur Seite. Aber auch viele Vereine hier und dort verbinden mittlerweile enge Freundschaften.“

In diesen drei Jahrzehnten freundschaftlichen Miteinanders sind viele persönliche Kontakte entstanden, die auch heute – nachvollziehbar im geringeren Umfang, weil die damals handelnden Akteure ebenso wie die eigentliche Partnerschaft „in die Jahre gekommen sind“ – noch angemessen gepflegt werden.

Das Jessener Schloss, Verwaltungssitz der Stadt Jessen (Elster). Foto: Lutz Pallas

Insbesondere die Feuerwehren beider Kommunen haben eine über die Jahrzehnte hinweg bestehende Kameradschaft entwickelt, die auch heute noch zu gegenseitigen Besuchen führt. Unvergessen sind die Hilfseinsätze der Sendener Wehr beim sogenannten „Jahrhunderthochwasser“ im Sommer 2002, wo nach Elbe-Deichbrüchen das Hochwasser sogar den Stadtkern Jessen erreichte und zu immensen Schäden führte.

Jüngst gratulierte noch der Jessener Bürgermeister Michael Jahn seinem Sendener Amtsbruder Sebastian Täger zur Wiederwahl, und als zu Beginn der Corona-Pandemie die gesamte Stadt Jessen unter Quarantäne gestellt wurde (wegen Krankheitsausbruchs im dortigen Alten- und Pflegeheim) hat die „Sendener Seite“ sich teilnahmsvoll erkundigt und nach möglicher Unterstützung gefragt.

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