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Verkehrsversuch auf Herrenstraße verschoben

Fußgängerzone kommt erst 2023

Senden

Der Haupt- und Finanzausschuss hat einstimmig die Verschiebung des Verkehrsversuchs „Fußgängerzone auf der unteren Herrenstraße“ entschieden. Das Straßenstück soll zunächst neu gestaltet werden. Knatsch gab es zwischen „Bündnis für Senden“ und CDU.

Siegmar Syffus

Fußgänger und Radfahrer müssen sich bis auf Weiteres die „untere“ Herrenstraße mit dem motorisierten Verkehr teilen. Foto: Siegmar Syffus

Auf der Herrenstraße wird am 1. April zwischen Laurentius-Kirchplatz und Bäckerei Geiping keine Fußgängerzone eingerichtet. Doch das vom „Bündnis für Senden“ initiierte Vorhaben ist nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben. Denn der zeitlich begrenzte Verkehrsversuch soll im Frühjahr 2023 gestartet werden. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend trotz kontroverser Stimmen aus der CDU einstimmig beschlossen.

In einem Erörterungstermin zwischen Vertretern der Ratsfraktionen, des Gewerbevereins und der Verwaltung sei das Thema Fußgängerzone „konstruktiv besprochen“ worden, schickte Bürgermeister Sebastian Täger der Debatte voran. Konsens sei durch eine zeitliche Verschiebung der Bauabschnitte zur Umgestaltung der Herrenstraße erzielt worden. Demnach startet diese ISEK-Maßnahme nicht, wie ursprünglich vorgesehen, aus Richtung Gartenstraße, sondern – umgekehrt – vom Laurentius-Kirchplatz aus. Sobald der Bereich bis zur Bäckerei Geiping fertig ist, soll mit dem Verkehrsversuch auf diesem Straßenstück begonnen werden. Auch mit Blick auf die durch Corona bedingten Probleme für den Einzelhandel sei es „vernünftig“, die Testphase zu verschieben, so Täger.

Klaus Mende von der Sendener Bauverwaltung stellte die Kommunalpolitikern die überarbeitet Planung im Einzelnen vor. Wenn der Förderbescheid der Bezirksregierung – wie erwartet – bis Anfang August vorliegt, soll „im dritten Quartal“ zunächst eine Anliegerversammlung stattfinden, erläuterte Mende. Läuft alles glatt, könnte der Abschnitt vom Kirchplatz bis Geiping zeitig fertig sein, so dass der Verkehrsversuch Fußgängerzone im April 2023 starten könnte. Aufgrund der Förderbedingungen müsse das Reststück der Herrenstraße bis Ende 2025 fertig sein.

Die Position des „Bündnisses für Senden“ erläuterte Achim Peltzer (SPD): Als im Herbst der Beschluss für den Versuch fiel, seien Grüne, SPD, UWG und FDP von einer Entschärfung der Corona-Situation in diesem Frühjahr ausgegangen. Von einer Verschiebung des Starts habe man seinerzeit abgesehen, weil es bei der ursprünglichen ISEK-Planung „zu einer zu langen zeitlichen Verzögerung gekommen wäre“, so Peltzer. Aufgrund „kritischer Hinweise“ (des Gewerbevereins) und der nun möglichen Umplanung der Baumaßnahmen sei das „Bündnis“ für eine Verschiebung des Verkehrsversuchs. Zudem komme die dann fertige Umgestaltung einer Fußgängerzone zugute. Offene Fragen könnten bis dahin in einem Arbeitskreis erörtert werden.

Josef Schulze Mönking (CDU) bewertete die Fußgängerzone als „großes Risiko für die Geschäftsleute“. Man dürfe nicht warten, bis „ein, zwei Geschäfte zu machen“. Notfalls müsse der Versuch sofort abgebrochen werden. Erheblich Zweifel am Sinn einer Fußgängerzone äußerte auch sein Parteikollege Bernd Aundrup. Günter Mondwurf, ebenfalls CDU, beantragte, dass in den Beschluss zur Verschiebung des Verkehrsversuchs der Begriff „ergebnisoffen“ eingefügt wird. Darauf hin platze Achim Peltzer der Kragen: Der Antrag beinhalte eine Unterstellung, sagte er: „Ein Versuch ist ein Versuch und damit ergebnisoffen. Wenn die CDU gegen den Beschlussvorschlag ist, möge sie offen und ehrlich dagegen stimmen.“ Der Kritik schloss sich auch Nicole Hashemian (FDP) an. Bürgermeister Sebastian Täger mahnte an, keine „Wortklauberei“ zu betreiben.

Letztlich wurde einstimmig beschlossen, die Bauabschnitte in der vorgestellten Weise zu verschieben. Und nach Fertigstellung der „unteren Herrenstraße“ umgehend mit dem Verkehrsversuch zu beginnen.

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