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Entscheidung vertagt

Fußgängerzone: Verschiebung als eine Option

Senden

Die probeweise Einrichtung einer Fußgängerzone auf der Herrenstraße sollte eigentlich am 1. April starten. Doch der Termin wackelt. Das „Bündnis für Senden“, das Grüne, SPD, UWG und FDP, bilden, vertagte im jüngsten Umweltausschuss eine Entscheidung.

Dietrich Harhues

Der Plan, die Herrenstraße zwischen Geiping und Schwalbe probeweise in eine Fußgängerzone zu verwandeln, könnte zeitversetzt verwirklicht werden. Foto: di

Das Top-Thema flog kurzfristig von der Tagesordnung, wurde aber trotzdem aufgegriffen. Philipp Scholz (Grüne) begründete am Donnerstagabend den Antrag des „Bündnisses für Senden“, der erst am Tag der Sitzung gestellt worden war, wonach der Start für das Verkehrsexperiment Fußgängerzone verschoben werden könnte. Ob das probeweise Verbannen der Autos auf der unteren Herrenstraße (zwischen Bäckerei Geiping und Bücher Schwalbe) sofort oder später kommt, entscheidet sich nun im Haupt- und Finanzausschuss, der 18. März tagt.

Die Partner im „Bündnis“, Grüne, SPD, UWG und FDP, haben die Weichenstellung auf den HFA vertagt, weil dann die Auswirkungen der aktualisierten Corona-Schutzverordnung besser erkennbar seien. Das „Bündnis für Senden“ möchte überdies die Doppelbelastung durch Corona und eine Baustelle vor der Tür der Kaufleute vermeiden. Deshalb bitten die Fraktionen die Verwaltung zu prüfen, ob die im Rahmen des ISEK anvisierte Umgestaltung der Herrenstraße zeitlich anders getaktet werden könnte als bisher vorgesehen. Konkret geht es darum, den Bauabschnitt auf der „unteren“ Herrenstraße vorzuziehen. Erst im Anschluss sollte dann die Fußgängerzone auf Probe realisiert werden, die bisher für den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Oktober geplant ist.

Skepsis und Unmut bei Unternehmern

Zur grundsätzlichen, durch vorige Gutachten und Meinungsbildung im Kreis der Kaufleute untermauerten Skepsis kommt im Gewerbeverein geballter Unmut über das Timing des Vorhabens auf. Manfred Tiemann, Vorsitzender der Sendener Gilde, hatte die Mitglieder schon animiert, an der Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstagabend möglichst zahlreich teilzunehmen. Damit „das Bündnis für Senden die Köpfe sieht, über die hinweg entschieden wird“, lautete das Motto dieses Appells an die Gilden-Angehörigen. Tiemann begrüßt jetzt die Vertagung und das Innehalten. Die CDU hatte sich die Kritik der Händler am Zeitpunkt des Verkehrsversuchs zu Eigen gemacht. „Wir sind nicht ganz unglücklich, wenn die Gelegenheit genutzt wird, noch mal nachzudenken“, sagte Prof. Dr. Martin Lühder an die Adresse des „Bündnisses“.

Täger hofft auf mehr zeitlichen Spielraum

Bürgermeister Sebastian Täger begrüßt in einer Mitteilung die Entscheidung, durch die Verschiebung mehr Spielraum für eine mögliche zeitliche Umplanung zu gewinnen. Er betonte: „Wir als Verwaltung liefern gerne die Fakten, um den Politikerinnen und Politikern möglichst sachbezogene Entscheidungen zu ermöglichen. Ein Verkehrsversuch während der Corona-Pandemie ist aber nicht aussagekräftig. Und auch die erhofften Ziele, wie mehr Aufenthaltsqualität und Belebung im Ort, lassen sich in dieser Zeit nicht erreichen“, gab der Bürgermeister zu bedenken, der in einer solchen Testphase auch gemeinsame Aktionen von Kulturamt, Wirtschaftsförderung und Gewerbeverein umsetzen möchte. „Sollte die Testphase für die Fußgängerzone tatsächlich verschoben werden, gewinnen wir mehr Zeit um mit allen Beteiligten am Konzept weiter zu arbeiten“, wies er auf einen Vorteil hin.

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