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Schloss Senden in neuem Glanz

Gerüste sind gefallen

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100 000 Euro für die Arbeiten an Dach und Fassaden des Schloss Senden sind investiert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

wn

Die Restaurierungsarbeiten am Schloss Senden schreiten immer weiter voran. Foto: di

Im vergangenen Jahr stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 100 000 Euro für die Arbeiten an Dach und Fassaden an Schloss Senden zur Verfügung. Nun sind die Gerüste an der nördlichen Giebelfassade des Herrenhauses gefallen und die Fördergelder ausbezahlt (WN berichteten). „Das erfreuliche Ergebnis der Sanierung hat auch neue Erkenntnisse über die Baugeschichte ans Tageslicht befördert“, teilt die DSD mit.

Die Stiftung unterstützte bereits 2016 und 2017 die Restaurierung des Rombergtraktes sowie des Mannenhauses von Schloss Senden und werde auch in diesem Jahr jene des Schlosses begleiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die private Denkmalschutzstiftung leiste damit ihren Beitrag zur Planungssicherheit für Bauherren, Architekten und Handwerksbetriebe, um gerade in der derzeitigen Situation wichtige Arbeitsplätze erhalten zu helfen.

Ältester Gebäudeteil stammt aus dem 15. Jahrhundert

Das Schloss steht, von einer Gräfte und dem baumbestandenen ehemaligen Ringwall umgeben, auf einer Insel. Den Wassergraben speist die nahe Stever. Der älteste Teil der Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert. Anfang des 18. und Ende des 19. Jahrhunderts wurde umgebaut. Auf die Schlossinsel gelangt man über eine Steinbrücke von Norden. Die Schlossbauten gruppieren sich hufeisenförmig um einen Innenhof.

An der Ostseite erhebt sich als ältester Bauteil das Herrenhaus. Hochrechteckfenster aus der ersten Umbauphase, ein Dreistaffelgiebel mit Satteldach und eine Abtrittanlage prägen den Bau, in dessen Erdgeschoss sich ein von einer Stuckdecke überspannter Saal befindet. Südlich schließt ein Klinkerbau mit Türmen und Giebeln an. Der Anbau ergänzte die Beletage des Herrenhauses durch einen Salon, dessen Balkon zur Gräfte blickt. Außerdem befanden sich dort zwei später zu Küchen umgebaute Wohnräume und ein Turmzimmer.

Die Remise stammt in Teilen ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. Im hinteren Westflügel schließen sich die Fachwerkbauten der Ökonomie an, die aus dem 19. Jahrhundert datieren. Als Verbindung zwischen Ökonomie und dem Backsteinbau des Mannenhauses errichtete man die Rentei. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Anlage bis 1990 als Internat, Hotel und Restaurant, ehe sie über 20 Jahre leer stand. Seit 2015 saniert ein Förderverein das Schloss, um dort ein Tagungs- und Gästehaus sowie einen Kunst- und Kulturbetrieb einzurichten.

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