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Madonna auf Friedhof überführt

Gottesmutter der Familie Kuhlmann wacht über Gräbern

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Die Familie Kuhlmann hat eine lebensgroße Madonnenstatue des Sendener Bildhauers Josef Frerichmann für den Friedhof St. Laurentius zur Verfügung gestellt. Das religiöse Kunstwerk flankiert ein neu geschaffenes Gräberfeld und betont das Ambiente der Begräbnisstätte. Gleichzeitig dient es als Ort der Einkehr und der Erinnerung.

Sigmar Syffus

Christoph Kuhlmann und Agnes Wiesker freuen sich, dass für die Gottesmutter auf dem Friedhof St. Laurentius ein würdiger Platz gefunden werden konnte. Foto: Siegmar Syffus

Religiöse Kunst und Denkmalpflege vereinen sich auf dem Friedhof St. Laurentius und schaffen gemeinsam zusätzlichen Nutzen: In einer Kooperation des Heimatvereins mit der Gemeinde und dem Sendener Christoph Kuhlmann ist soeben ein neues Feld mit acht Kassettengräbern entstanden, das von einer lebensgroßen Madonna flankiert wird. Die Sandsteinstatue stammt aus dem Erbe des verstorbenen Heinrich Kuhlmann und wurde jetzt vom Grundstück der Familie auf den Friedhof versetzt.

„Mein Vater hat die Madonna 1978 vom Bildhauer Josef Frerichmann anfertigen lassen. Sie wurde damals von Pfarrer Ausel gesegnet. Dabei habe ich gemeinsam mit meinem Cousin Peter Kuhlmann als Messdiener gedient“, erinnert sich Christoph Kuhlmann. Bis vor kurzem habe die Gottesmutter im heimischen Garten gestanden. Nach dem Tod der Mutter sei die Erbengemeinschaft auf der Suche nach einem würdigen, neuen Standort gewesen.

Davon erfuhr Nachbarin Agnes Wiesker, ihres Zeichens Vorsitzende des Heimatvereins Senden. „Wir setzen uns dafür ein, dass Denkmäler erhalten bleiben und einen passenden Platz im Ort finden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten“, berichtet sie im WN-Gespräch. Heinrich Kuhlmann sei ein „religiöser Mensch und Kunstliebhaber“ gewesen. Neben seiner Arbeit im Rathaus habe er sich über viele Jahre ehrenamtlich um die Verwaltung des damals kirchlichen – heute gemeindeeigenen – Friedhof gekümmert. Insofern sei für die Madonna ein angemessener Platz gefunden worden – sowohl im Gedenken an Heinrich Kuhlmann, als auch an den Sendener Bildhauer Josef Frerichmann. Die Sendener Firma Thomas Schneider habe die Statue umgesetzt und mit einem Sockel versehen. Von der Gemeinde seien dann acht Grabstätten zu Füßen der Madonna angelegt worden. Noch einen weiteren positiven Aspekt sieht die Vorsitzende des Heimatvereins: „Viele Leute, auch Auswärtige, kommen auf den Friedhof um Ruhe zu finden. Er erzählt eine Geschichte und gibt einen Eindruck vom Ort“, sagt sie. Ebenso wie die bereits vorhandenen Denkmäler, die dort vor einigen Jahren aufgestellt wurden, sorge die Madonna der Familie Kuhlmann für ein gebührendes Ambiente.

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