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Wahlergebnisse in Senden

Grüne verbuchen stärksten Zuwachs

Senden

Die Grünen legten auch in Senden zu, wo sie im Vergleich zu 2017 ihr Ergebnis verdoppelten und damit über dem bundesweiten Wert liegen. Während auch die SPD ein Plus von 5,9 Prozent verbucht, muss die CDU in Senden Federn lassen.

Von Dietrich Harhues

Flott und präzise arbeiten: Im Rathaus und in Nebengebäuden wurden die Briefwahlstimmen ausgezählt. Foto: di

Hartwig Treckmann, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes, nahm es sportlich: Er gratulierte SPD und Grünen bei der „Wahlparty“ im Bürgersaal zu ihren Stimmengewinnen – denen erhebliche Verluste seiner eigenen Partei gegenüberstehen. Die CDU hat auf Bundesebene deutlich an Zuspruch eingebüßt. Auch in Senden bröckelte der Rückhalt. Bei den Zweitstimmen verschlechterte sich das Ergebnis um 9,2 Prozentpunkte auf 34 Prozent.

Als größter Gewinner in der Stevergemeinde entpuppen sich die Grünen. Sie landen bei 16 Prozent, verdoppeln damit praktisch ihr Ergebnis bei den Zweitstimmen im Vergleich zu 2017. Das Resultat nehmen die lokalen Grünen mit Freude zur Kenntnis – die aber verhalten ausfällt. „Ich hatte mehr erhofft“, räumt Sandra Maaß, eine der Vorsitzenden der Ratsfraktion der Grünen, auf WN-Anfrage ein. Denn: Sie hatte gedacht, dass die Bedeutung von Klimaschutz den Wählern noch stärker ins Bewusstsein gedrungen sei – wozu nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz hätten beitragen müssen. Alois Brinkkötter (grünes Ratsmitglied) gab zu bedenken: „Wenn die Erwartungen nicht so hoch gewesen wären, wäre dies ein super Ergebnis.“ Ob mit einem anderen Kandidaten statt Annalena Baerbock mehr Stimmen eingefahren worden wären, bezeichnet Fraktionsvorsitzender-Kollege Philipp Scholz als „Kaffeesatzleserei“. Als Partei, die die Frauenförderung ernst nehme, sei die Bewerberin richtig bestimmt worden.

Keine Zweifel über den Kandidaten lässt Jan-Peter Klingelhöfer, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Senden, aufkommen. Seine Partei habe von Anfang an uneingeschränkt und geschlossen hinter Olaf Scholz gestanden. Ein fairer, entschlossener Wahlkampf – ohne die politischen Gegner abzuqualifizieren – habe sich mit einem Plus von 5,9 Prozentpunkten in Senden ausgezahlt. Es habe sich gezeigt, dass die Unkenrufe, die Sozialdemokratie könne in die Bedeutungslosigkeit abrutschen, vollkommen fehl am Platze gewesen seien. „Wir wurden unter Wert gehandelt“, so Klingelhöfer.

Leichte Einbußen verzeichnet die FDP gegenüber der Wahl von 2017, was Senden angeht. Bernd Sparenberg (Ratsmitglied der FDP) erwartet, dass die Regierungsbildung in Berlin jetzt langwierig und schwierig werden dürfte.

Gemeinsame Abgrenzung gegenüber Parteien am Rand

Diese Einschätzung teilen die Vertreter sämtlicher Parteien, die als Kommunalpolitiker im Rathaus die Auszählung verfolgen. Dass die CDU weniger erfolgreich um die Gunst des Wählers gebuhlt habe, „muss man akzeptieren“, betonte Treckmann. Das Ergebnis, im Bund wie in Senden, bezeichnete er als „nicht schön“. In Senden sei aber ein engagierter Wahlkampf geführt worden, bei dem sich die demokratischen Parteien von extremistischen Positionen deutlich abgesetzt und Solidarität geübt hätten, resümiert Treckmann.

Diesen Schulterschluss hoben die anderen Parteienvertreter ebenfalls hervor.

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