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Sozialstation mit 14 Tagespflege-Plätzen am Grete-Schött-Ring

„Händeringender Bedarf“

Senden

Aktuelle stehen in der Gemeinde Senden keine Tagespflegeplätze zur Verfügung. Am Grete-Schött-Ring möchte Bauherr Jochen Sennekamp eine Sozialstation mit bis zu 14 Tagespflegeplätze errichten. Im Obergeschoss sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen.

Siegmar Syffus

Bauherr Jochen Sennekamp (l.) und Architekt Eckhard Scholz zeigen, wie die neue Senioren-Wohnanlage mit Sozialstation und Tagespflege am Grete-Schött-Ring aussehen soll. Foto: Siegmar Syffus

Keine Frage: Die Gemeinde Senden kann sich mit ihrem Infrastruktur-Angeboten weithin gut sehen lassen: Cabrio-Bad, Steverhalle, 13 Kindergärten, Sportzentrum, dreigliedriges Schulsystem. . . Auf der Karte der Tagespflegeplätzen im Kreis Coesfeld ist die Stevergemeinde allerdings ein weißer Fleck. Die Folge: Pflegende Angehörige, die vorübergehend Entlastung brauchen, müssen für ihren Verwandten oder Lebenspartner einen Platz in benachbarten Orten suchen – das ist zeitaufwendig und mit Belastungen verbunden.

Das soll sich ab kommendem Jahr ändern. Denn angebunden an das an der Holtruper Straße entstehende Altenheim „Schwester Euthymia“ sind 13 Tagesplätze geplant (WN berichteten). Darüber hinaus möchte der Sendener Jochen Sennekamp bald möglich mit dem Bau eines zusätzlichen Angebots am Grete-Schött-Ring beginnen. Die freie Fläche war früher ein Teil der seit 1865 bestehenden Baumschule Sennekamp, die im Jahr 2000 in den Außenbereich nach Bredenbeck umgesiedelt ist.

In dem Gebäudekomplex sind neben zwölf barrierefreien Wohnungen eine Sozialstation sowie eine Tagespflege mit bis zu 14 Plätzen integriert. Wenn alles glatt läuft, ist diese Anlage im Spätsommer/Herbst 2022 bezugsfertig.

„Das Erdgeschoss wird langfristig an die Caritas vermietet. Die Wohnungen im Obergeschoss sind für Senioren vorgesehen. Diese haben die besondere Möglichkeit, das Angebot der Tagespflege zu nutzen, die über einen Fahrstuhl erreichbar ist“, skizziert Bauherr Jochen Sennekamp die Grundidee der von dem Sendener Architekten Eckhard Scholz konzipierten Anlage.

Besonders vorteilhaft: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheke, Bushaltestelle und Sendens Mitte befinden sich in fußläufiger Entfernung. „Der demografische Wandel gibt vor, dass wir solche Wohnformen in Nähe des Ortskerns für die immer älter werdende Bevölkerung vorhalten müssen“, weiß Jochen Sennekamp um den Bedarf des gewählten Konzeptes. Da in Senden „händeringend Tagespflegeplätze gesucht werden“ habe er sich in Abstimmung mit der Caritas und der Gemeinde für das nun geplante Projekt entschieden. Der Bauantrag sei soeben vom Kreis Coesfeld genehmigt worden. „Wir sind auch mit den Handwerkern auf gutem Wege und hoffen, dass wir im Frühsommer mit den Arbeiten am Grete-Schött-Ring beginnen können“, ist der Bauherr zuversichtlich.

Gemeindeverwaltung erwartet steigende Nachfrage

„Ich begrüße die Einrichtung von Tagespflege-Angeboten in Senden sehr“, betont Bürgermeister Sebastian Täger auf Anfrage. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass Tagespflegeplätze „nicht von der Gemeinde geschaffen oder betrieben werden, sondern meist von karitativen Organisationen.“ Auch der Pflegebedarfsplan des Kreises Coesfeld umfasse nicht die Tagespflege-Angebote, sondern nur andere Pflege-Plätze, ergänzt Holger Bothur, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice und Ordnung. Insgesamt bemühe sich die Verwaltung jedoch, eine Vielfalt an möglichen Wohn- und Pflegeangeboten zu unterstützen. Zum Beispiel sollen, wie die in Ottmarsbocholt geplanten Pflege-Wohngemeinschaften von St. Georg am Davertweg und im früheren Haus Stoffers an der Kirchstraße (WN berichteten). Je nach Auswahl des Betreibers könnten dort auch Tagespflege-Plätze im neuen Angebot enthalten sein. „Es ist schwer, den Bedarf einzuschätzen, da sich Interessenten nicht an die Gemeinde wenden“, räumt der Fachbereichsleiter ein. „Wir schätzen, dass angesichts der demografischen Entwicklung in unserem Ort die Nachfrage steigen wird.“sff

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