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Saisonstart der Modellflieger

High-Tech erobert den Himmel

Ottmarsbocholt

Spektakuläre Flugobjekte, in denen viel Zeit und Geld steckt, eroberten den Himmel über dem Areal des Modellflug-Clubs Ottmarsbocholt. Viele Zuschauer verfolgten den Saisonstart, der traditionell auf den 1. Mai fällt.

Dieter Klein

Viel Aufwand steckt in den Modellflugzeugen, die zum Saisonstart des MFC Ottmarsbocholt präsentiert wurden. Beliebt und noch erschwinglich: Der Quadrocopter, mit dem Jörg Lehmann auf jedem Kuchenteller landen kann (kleines Bild).. Foto: dk

Nur mit einer dünnen Schnur verbunden, zieht ein Motorsegler einen schlanken Gleiter hinter sich her in den hellgrauen Himmel über der Dorfbauerschaft. „He, Mann, die linke Landeklappe kommt raus“, warnt Moderator Ingo Seibert den Piloten, der den Schleppflug des Gespanns über seine Funkanlage steuert.

Sekunden später schießt ein Jet in atemberaubendem Tiefflug über die weiten Wiesen hinter Ottmarsbocholt, schraubt sich nahezu senkrecht in die Wolken, um darin erst einmal zu verschwinden. Dann aber heult er plötzlich im Tiefflug zu seinem Piloten zurück, der ihn in einem einzigen Funkbefehl sanft im Gras landen lässt. Sensationell.

Von den dicht besetzten Rängen hinter dem Schutzzaun prasselt Beifall. Der Eröffnungsflugtag Flugtag der Ottmarsbocholter Modellflug-Piloten ist wie in jedem Jahr der Hit am 1. Mai.

Männer mit ihren „Fliegenden Kisten“ klingt zwar amüsant. Stimmt aber nicht mehr so ganz. Im Grunde sind es Männer mit teurem High-Tech-Spielzeug. Das bestätigt auch Klaus Heymann, 1. Vorsitzender des MFC Ottmarsbocholt. „Viele von uns haben in den Wintermonaten ihre Flieger auf den neuesten Stand gebastelt. So haben wir auch jetzt noch mehr Modelle, die mit billigerem Zweitakt-Gemisch-Flugbenzin zu 1,80 Euro pro Liter, statt mit teurem Methanol, das immerhin fast vier Euro/Liter kostet, fliegen zu können.“

Ein paar Jungspunde begeistern sich für die in Reih und Glied aufgestellten Hubschrauber-Modelle. Heymann freut es: „Wo wir können, unterstützen wir unseren Nachwuchs. Immerhin sind von derzeit 70 Mitgliedern im Verein gut 15 Jugendliche.“

Was die Heli-Modelle betrifft, hindert die meisten jungen Piloten aber noch die unglaublich teuren Modellsätze mit Zubehör. So kommt der Hubschrauber von Stefan Witte, ein Traummodell vom Typ „Hughes 500“ zusammengerechnet schnell auf einen fünfstelligen Euro-Wert. Dagegen ist der Quadrocopter von Jörg Lehmann – also eins von den Dingern, mit denen Postler die Paketzustellung vereinfachen wollen – schon für weniger als 200 Euro zu haben. Und fliegen tut der auch. Immer beobachtet von den beiden Flugleitern an diesem 1. Mai: Helmut Hanisch und Wolfgang Graf.

Überhaupt: Sicherheit wird am Flugplatz von Otttmarsbocholt groß geschrieben. Die meisten Modelle sind pfeilschnell und viele, vor allem kleine Zuschauer können ihre Nasen nicht dicht genug ans Geschehen bringen.

Doch dann wird es plötzlich doch einmal seltsam ruhig. Das ist der Moment, wo Moderator Seibert sein Schmuckstück aus der Masse der abgelegten Flieger heraushebt. Ein Riesengleiter mit einer Spannweite von mehr als sieben Meter. Hochgeschleppt in den Himmel sieht er aus wie ein Großer. Da bekommen selbst Freunde von den Gastvereinen, die auch diesmal wieder in Scharen angereist sind, glänzende Augen.

Und auch die Zuschauer vergessen für Minuten ihre Grillwürste. Doch einige können es nicht lassen. Wie vom Mfc versprochen, dürfen diesmal auch Männer ohne „Fluglizenz“ hin und wieder die Joysticks von Modellen bedienen und fliegen. Nur eben nicht vom Platz weg.

Vorsitzender Klaus Heymann über die Jugendarbeit des MFC
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