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Eichenprozessionsspinner: Gemeinde setzt auf maßvolle Bekämpfung

Hoffnung auf wenig Nester

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Deutlich weniger Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner gab es 2021 an öffentlichen Bäumen. Doch verschwinden werden die Raupen, deren Brennhaare für Probleme sorgen können, nicht. Deshalb behandelt die Gemeinde Eichen an sensiblen Stellen vorsorglich mit einem Biozid und hofft auf wenig Nester.

Von Thomas Fromme

An sensiblen Baum-Standorten wie auf Schulhöfen bekämpfen Bauhofmitarbeiter – im Bild Heiko Mroß – und private Unternehmen den Eichenprozessionsspinner mit gezieltem Biozid Foto: Thomas Fromme

Im Vergleich zu früheren Jahren haben sich die Raupen und späteren Schmetterlinge etwas rar gemacht. Doch es gibt sie noch. Seitdem sich an den unzähligen Eichen in Senden die Blätter entfaltet haben, ist auch der Eichenprozessionsspinner (EPS) wieder auf dem Vormarsch. In dieser Woche sind Mitarbeiter des Bauhofs mit dem Hubsteiger unterwegs. Sie kontrollieren bekannte Stellen und setzen an sensiblen Orten wie Schulhöfen das mikrobiologische Mittel „Foray ES“ ein, um die Raupen abzutöten. Das Mittel gilt als schonend für Nützlinge wie insbesondere Bienen. Die EPS-Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das bei Hautkontakt zu Verbrennungen und allergischen Reaktionen führen kann.

„Um vor allem Kinder zu schützen, wurden in den vergangenen Jahren gerade in der Nähe von Kitas und Schulen Nester mit einem Spezialsauger entfernt“, berichtet Erwin Oberhaus. Er koordiniert im Rathaus die Einsätze der Mitarbeiter. Da die Zahl der entfernten Nester von etwa 250 im Jahr 2018 auf mehr als 5000 im Folgejahr enorm angestiegen war, schnürte die Verwaltung über die Entfernung der Nester hinaus für 2020 ein ganzes Maßnahmenbündel. Dies umfasste sowohl den präventiven und gezielten Einsatz von Bioziden als auch eine verbesserte Organisation der Schädlingsbekämpfung. Der erhoffte Erfolg stellte sich ein. 2020 mussten nur noch 270 Nester entfernt werden.

Maßnahmen waren erfolgreich

Neben den Maßnahmen der Gemeinde sorgte vor allem das eher kühle und nasse Wetter im April 2021 dafür, dass es deutlich weniger Nester gab. Insgesamt entfernten Bauhof und Unternehmen im vergangenen Jahr etwa 120 Nester.

„Wir setzen weiter auf die bewährte Kombination der verschiedenen Maßnahmen und hoffen erneut auf wenige Nester“, sagte Oberhaus und betonte: „Wir sind in diesem Jahr noch zurückhaltender mit dem Einsatz des Biozids. Nur in sensiblen Bereichen in der Nähe von Kindergärten und Schulen sowie an zentralen Stellen behandeln wir die Eichen präventiv.“

Der Biozid-Einsatz ist nicht die einzige vorsorgliche Gegenmaßnahme. Verstärkt sind in den vergangenen Jahren Nistkästen für Meisen aufgehängt worden, die natürliche Fressfeinde des EPS sind.

Trotz der Erfolge bei der Bekämpfung ist es nicht immer möglich, alle Nester innerhalb kurzer Zeit zu entfernen. An besonderen Gefahrenstellen platzieren Mitarbeiter des Bauhofs daher zusätzliche Hinweisschilder, die Passanten vor dem EPS warnen.

Nester an öffentlichen Eichen melden

Über die Senden-App und auf der Website der Gemeinde sowie telefonisch unter 02597/ 699-0 können Bürger Bäume mit dem EPS melden. Die Meldungen werden nach Dringlichkeit abgearbeitet. Im Meldesystem zeigt ein Ampelsymbol an, ob die Meldung neu, in Bearbeitung oder erledigt ist. „Bürger, die die Baumnummer, die ungefähre Höhe des Nests und den Standort melden, helfen uns sehr bei der effizienten Beseitigung der Nester“, so Oberhaus.

Für Bäume auf Privatgrundstücken sind allerdings die Grundstückseigentümer zuständig. Sie können Unternehmen, die Schädlinge bekämpfen, beauftragen. Weitere Hinweise dazu gibt es unter

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