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Praktikum mit Herausforderungen: Als BWL-Student bei der BASF

Horizont erweitern in Hong Kong

Münster-Hiltrup/S...

Arbeiten im Ausland – internationale Projekteinsätze gehören zum Alltag vieler Berater. Allerdings stellt die weltweite Corona-Pandemie auch die Beratungsbranche vor eine beispiellose Herausforderung. Trotz der aktuellen Situation zog es Carlo Baum aus Senden dennoch für ein Praktikum nach Hong Kong.

Carlo Leon Baum

Spektakuläre Kulisse: Carlo Baum bei seinem Praktikum vor der Skyline von Hong Kong. Foto: privat

Arbeiten im Ausland – internationale Projekteinsätze gehören zum Alltag vieler Berater. Allerdings stellt die weltweite Corona-Pandemie auch die Beratungsbranche vor eine beispiellose Herausforderung, gehören der persönliche Kontakt zum Kunden und ein enger Informationsaustausch doch zu den zentralen Erfolgsfaktoren des Business. Trotz der aktuellen Situation zog es Carlo Baum aus Senden dennoch für ein Praktikum bei der BASF nach Hong Kong.

„Während meines Studiums war es mir immer schon ein Anliegen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und meinen Horizont zu erweitern.” Der Student befindet sich zurzeit in den letzten Zügen seines BWL-Masterstudiums an der WWU in Münster und absolviert seit Anfang Juli ein Praktikum im Management Consulting Team der BASF in Hong Kong.

Als interne Unternehmensberatung der BASF betreut das Management-Consulting-Team Projekte auf der ganzen Welt. Mit Büros in Ludwigshafen, Hong Kong, Singapur, Shanghai, Mumbai, Sao Paolo und Florham Park (USA) sind die Berater weltweite Ansprechpartner für Projekte des Top-Management innerhalb der BASF.

Zwei Wochen im Hotelzimmer

Doch bevor es losgehen konnte, musste zunächst eine zweiwöchige Quarantäne im Hotel absolviert werden. Hong Kong’s Einreisebestimmungen gehören zu den strengsten auf der ganzen Welt. Jeder Einreisende wird nach Ankunft auf Corona getestet, anschließend wird bis zu zehn Stunden in der eigens zum Corona Testzentrum umfunktionierten Messehalle am Flughafen auf das Testergebnis gewartet, um nach einem negativen Testergebnis in speziell dafür hergerichtete Hotels gebracht zu werden. Per elektronischer Handfessel wird sichergestellt, dass die Quarantäneauflagen erfüllt werden. Bei Verstößen drohen 3000 Euro Strafe und sechs Monate Gefängnis. „Zwei Wochen alleine in einem Hotelzimmer zu verbringen war nicht leicht. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken”, resümiert Carlo Baum.

Betriebswirtschaftliche Realität kennenlernen

Aber die Anstrengungen und Mühen haben sich gelohnt. Als Praktikant hilft er bei der Post-Merger Integration der Polyamidsparte des belgischen Chemieunternehmens Solvay, das die BASF 2019 erworben hat. Zudem unterstützt er die Berater bei einem Turnaround-Projekt zur Erhöhung des EBITs eines Geschäftsbereiches.

„Praktika bieten einem die Möglichkeit, die betriebswirtschaftliche Realität kennen zu lernen. Das Studium vermittelt wichtiges theoretisches Grundlagenwissen, ist aber lediglich ein Türöffner und kann die steile Lernkurve der praktischen Erfahrungen nicht ersetzen.“

In Zeiten von Corona besteht für das Team in Asien die Herausforderung, Projekte virtuell von vier Standorten aus zu managen. Neben wöchentlichen Check-in meetings, regelmäßigen Wissensaustauschsitzungen des Teams und einer WhatsApp Gruppe ist der Leiter des Teams in Hong Kong jederzeit per Chat und Telefon erreichbar. Das erlaubt es, auch über die Distanz hinaus einen starken Teamspirit zu wahren und mit den Kollegen eng zusammenzuarbeiten.

Trotz der harten Einreisebestimmungen erlebt Hong Kong zurzeit eine dritte Infektionswelle. Das öffentliche Leben wird nach und nach eingeschränkt, um die Infektionsrate zu minimieren. Restaurants und Bars sind teilweise geschlossen, öffentliche Strände wurden gesperrt, und es gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln. Das Tragen der Maske ist in Asien kulturell tief verankert und jederzeit Standard. Hong Kong ist nicht nur eine der teuersten, aber auch eine der am dichtesten besiedeltesten Städte der Welt. Bei Mietpreisen von 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter wohnen viele Menschen auf sehr engem Raum, was die Gefahr einer lokalen Ansteckung erhöht und bei lokalen Behörden zu großen Sorgen führt.

Er genieße die Zeit trotz der Einschränkungen, betont Carlo Baum. „Hong Kong ist eine faszinierende Stadt mit einer großen Vielfalt. Es gibt die Möglichkeit zu unzähligen Wanderungen in und um Hong Kong Island sowie den Nationalparks im Norden des Landes. Außerdem unterstütze ich interessante Projekte. Langweilig wird mir auf keinen Fall”, beteuert er abschließend.

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