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Bürgerbusverein blickt optimistisch in die Zukunft

Hürden gemeinsam bewältigt

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Weniger Fahrgäste, neue Streckenführung und das Kommit-Ruftaxi: Der Bürgerbusverein muss sich derzeit auf viele Änderungen einstellen. Dennoch ist der Vorstand optimistisch, auch mit diesen Herausforderungen klarzukommen. Sein Engagement gilt den Bürgern und für die legen sie sich die Vereinsmitglieder rund 4000 Stunden pro Jahr unentgeltlich ins Zeug.

Von Marion Fenner

Der Vorstand des Bürgerbusvereins (v.l.): Ludger Fühnen, Karl-Heinz Fühner, Jörg Säckl, Klaus Dallmeyer, Reinhard Stach, Alfred Reher und Günter Melchers. Foto: Bürgerbusverein

Die Corona-Pandemie hat beim Bürgerbusverein Senden Spuren hinterlassen. „Die Fahrgastzahlen sind deutlich zurückgegangen“, erklärt der Vorsitzende Klaus Dallmeyer. Rund 50 Prozent weniger als zuvor seien es 2020 und 2021 gewesen. Mit eingerechnet sind dabei auch die Lockdown-Phasen, in denen der Bus – insbesondere zum Schutz der eigenen Fahrer und auch der überwiegend älteren Mitfahrer– gar nicht gefahren ist.

Mobilitätsbedürfnis

Doch nun blicken Dallmeyer und seine Vorstandskollegen wieder optimistischer in die Zukunft. „Bald erreichen wir wieder die 1000er Grenze bei unseren monatlichen Zahlen“, sagt Fahrdienstleiter Reinhard Stach. In Spitzenzeiten waren es 1800 Fahrgäste monatlich. „Das Mobilitätsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger steigt wieder, auch wenn viele weiterhin noch sehr vorsichtig sind.“

Großen Wert hat der Verein auf Hygieneschutzmaßnahmen gelegt. Lange Zeit galten noch die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) und die Maskenpflicht. Seit dem Ende der Osterferien setzt der Verein auf die Selbstverantwortung der Fahrgäste. Die Kunden müssen sich nur noch an die Maskenpflicht halten.

Reinhard Stach

Besonders freut es Klaus Dallmeyer, dass die Fahrerinnen und Fahrer dem Bürgerbus in den vergangenen beiden Jahren die Treue gehalten haben. Einige hätten zwar pausiert, seien aber nicht abgesprungen. Es habe sogar Neuzugänge gegeben. „Wir haben aktuell 37 Fahrerinnen und Fahrer. Um unseren Fahrplan zu erfüllen, bräuchten wir nur 30“, erklärt Fahrdienstleiter Reinhard Stach. Es sei schön, dass das Interesse, im Verein mitzuarbeiten so groß sei. Die Fahrer seien eine wirklich gute Gemeinschaft. Damit die Motivation erhalten bleibt, lädt der Vorstand alle zu regelmäßigen Treffen oder Unternehmungen ein. „Wir leben den Vereinsgedanken“, sagt Stach.

Pflege und Wartung

Es sei auch wichtig, dass die Fahrer untereinander im Austausch bleiben, erklärt Günter Melchers, zuständig im Vorstand für Marketing und Kommunikation. Der Fahrerstammtisch, den es vor der Pandemie gab, soll bald ebenfalls wieder ins Leben gerufen werden.

Das Fahrer-Team des Bürgerbusses leistet 3500 bis 4000 ehrenamtliche Stunden pro Jahr für die Bürger und die Gemeinschaft. Aus der Dankbarkeit der Fahrgäste und dem Austausch mit den Kollegen nähmen sie ebenfalls ihre Motivation für das besondere Engagement. Von montags bis freitags von 7.30 bis 18.30 sind die Ehrenamtlichen im Einsatz. Und samstags kümmerten sich einige noch um die Pflege und Wartung des Busses, berichtet Stach.

Stammgäste

Die Fahrerinnen und Fahrer pflegten auch ein ganz besonderes Verhältnis zu den Stammgästen. Da gebe es immer wieder das eine oder andere nette Gespräch. Das gehe soweit, dass sich einige sogar Sorgen machten, wenn ein Gast einmal fehlt, weiß Stach aus Gesprächen mit seinem „Personal“.

Seit dem 10. Januar hat der Bürgerbusverein seinen Fahrplan geändert. Die Touren führen nicht mehr innerorts durch Senden. Dafür werden die Ortsteile Ottmarsbocholt, Venne und Bösensell nun im 90-Minuten-Takt angefahren. „Damit sind wir einem Wunsch unserer Nutzer nachgekommen“, betont Stach. Auch der Bürgerpark mit dem Cabrio-Bad und das Seniorenheim als Haltestellen seien eingerichtet worden. Klar habe es auch die eine oder andere Beschwerde gegeben, aber insgesamt sei die Änderung gut angenommen worden.

Keine Konkurrenz

Bezüglich des Kommit-Shuttles in Senden habe der Bürgerbusverein die Absprache getroffen, dass sich die beiden Angebote keine Konkurrenz machen. Das Kommit-Ruftaxi bediene alle Bereiche, die außerhalb der Haltestellen des Bürgerbusses liegen, sagt Melchers. Einzige Ausnahme gelte für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. „Diese Personen können wir in unserem Bus leider nicht mitnehmen“, bedauert der Pressesprecher.

Preise

Die Ticketpreise beim Bürgerbus bleiben unverändert, erklären die Vorstandsmitglieder. Pro Fahrt zahlen die Gäste einen Euro, ermäßigt 50 Cent. Zudem gilt das Westfalenticket. „Mit diesen Fahrpreisen versuchen wir Kraftstoff und Wartung zu bezahlen, was uns bei den derzeitigen Fahrgastzahlen jedoch nicht immer komplett gelingt“, bedauert Dallmeyer.

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