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Eva Schemmelmann betreut Kinder aus Flüchtlingsfamilien:

Integration spielerisch erlernen

Senden

Der Ökumenische Jugendtreff hat mit der Sozialpädagogin Eva Schemmelmann eine neue Mitarbeiterin gewonnen. Ihre Aufgabe ist es, sich um die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien zu kümmern und dazu ein Netzwerk in Senden aufzubauen.

Siegmar Syffus

Sehen der neuen Aufgabe zuversichtlich entgegen: Stefan Benecke (v.l.), Bettina Langenfeld, Holger Rehring, Eva Schemmelmann, Nicole Konhäuser, Jan-Carl Rust und Ulla Büssing-Markert (auf dem Foto fehlt Lea Teuwen). Foto: sff

Mit ihren 25 Lenzen ist sie das „Küken“ im hauptamtlichen Team des Ökumenischen Jugendtreffs. Doch verfügt die Sozialpädagogin Eva Schemmelmann trotz ihrer Jugend über reichlich Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen. Denn im Rahmen eines „Entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes“ des Bistums Münster hat sie ein Jahr lang in einem Kinderschutzhaus in Brasilien gearbeitet. Zudem war sie nach dem Abschluss ihres Studiums im Februar 2014 vier Monate lang für die Kinder- und Jugendarbeit eines Flüchtlingshilfsprogramms auf Gran Canaria im Einsatz.

„Durch meine eigenen Erfahrungen weiß ich selbst, wie es ist, in einer fremden Kultur zu leben und sich in einer fremden Sprache ausdrücken zu müssen“, sagt Eva Schemmelmann. Von daher dürfte die Sozialpädagogin geradezu prädestiniert sein für das neue Projekt: „Jetzt kommen wir – Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien“.

Auf Antrag des Ökumenischen Jugendtreffs Senden hat der Landschaftsverband eine zu 85 Prozent geförderte Vollzeitstelle für ein Jahr bewilligt. „Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien ist es wichtig, flexibel zu sein, sie zu erreichen, zu erkennen, was gebraucht wird und mit anderen ein Netz aufzubauen“, sagt Ulla Büssing-Markert, Vorsitzende des Ökumenischen Jugendtreffs. Mit diesem Anforderungsprofil soll Eva Schemmelmann ein Bindeglied werden zwischen den Flüchtlingsfamilien, den Sendener Schulen und Vereinen, der Schulsozialarbeit, dem Beratungszentrum KOMM der Gemeinde Senden und Einrichtungen des Ökumenischen Jugendtreffs – dem Kinderzentrum Kubuz sowie dem Jugendhaus Vivo.

Über das KOMM konnte die Sozialarbeiterin bereits erste Kontakte zu Flüchtlingskindern geknüpft und hat mit ihnen das Kubuz besucht. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sollen die Besuche im Kinderzentrum und im Jugendhaus „Vivo“ regelmäßig stattfinden. Geplant ist, dass Eva Schemmelmann die Kinder und Jugendlichen direkt nach der Schule abholt und sie ins Vivo beziehungsweise ins Kubuz begleitet. Regelmäßig vier Mal pro Wochen sollen sie für jeweils drei Stunden in den Einrichtungen mit der deutschen Sprache und Lebensart vertraut gemacht werden. Es soll gespielt und gekocht, gemeinsam gelacht und gelernt werden. Unterstützend stehen ihr die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams zur Seite. Zusätzlich soll noch eine Honorarkraft engagiert werden.

„Beim Neujahrsempfang hatte der Bürgermeister darauf hingewiesen, dass die Flüchtlingszahl weiter steigen wird“, sagt Pfarrer Stefan Benecke, zweiter Vorsitzender des Ökumenischen Jugendtreffs. „Für uns war diese Aussage der Auslöser, selbst in der Integrationsarbeit für Flüchtlingskinder initiativ zu werden und die Stelle zu beantragen.“

„Man muss unsere Jugendlichen sicherlich für die Situation sensibilisieren. Aber die meisten Konflikte bekommen sie untereinander ganz gut selber gelöst. Oft treffen sie sich in der Mitte“, weiß Sendens „Streetworker“ Jan-Carl Rust aus eigener Erfahrung.Aus Sicht von Kubuz-Leiterin Bettina Langenfeld ist es „eine Bereicherung, wenn Kinder aus anderen Ländern zu uns kommen“.

„Schon jetzt schneien ab und zu einzelne Kinder aus Flüchtlingsfamilien bei uns herein. Wir möchten sie hinführen zu unseren Angeboten“, sagt Vivo-Leiterin Nicole Konhäuser. „Uns ist es wichtig, offen zu sein für alle.“

„Es ist gut, eine zusätzliche volle Stelle gefördert zu bekommen. Das ist eine Menge Potenzial für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen“, hebt Holger Rehring, Leiter des Jugendcafés hervor.

Eva Schemmelmann
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