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Indienhilfe St. Laurentius bittet um Spenden

Kein Bus, keine Schule, keine Jobs

Senden/Indore

Als Vertreter der Indienhilfe St. Laurentius Senden im Februar die Diözese Indore in Madhya Pradesh besuchten, war Corona noch weit weg. Das Virus hat alles verändert, die Lage: dramatisch. Die ärgste Not könnten Spenden aus der Stevergemeinde lindern.

wn

Diese Aufnahme zeigt Helfer der Sozialstationen in der betroffenen Region. Sie haben Päckchen mit Notrationen für die Ärmsten der Armen gefüllt. Foto: Indienhilfe

Corona war noch kein Gesprächsthema, als die Ehepaare Hermann und Maria Buß sowie Monika und Jans Degener am 28. Februar von ihrer Indienreise nach Senden zurückkehrten. Bei ihrer 14-tägigen Rundreise an die Zen­tren der größten Not innerhalb der Diözese Indore in Madhya Pradesh, Indien, hatten die Vertreter der Indienhilfe St. Laurentius den Eindruck, dass die jährlichen Spendenüberweisungen gut angelegt wurden. Hunderte von neuen Schülern in Grund- und weiterführenden Schulen hätten in Musik- und Tanzaufführungen ihre Dankbarkeit dafür gezeigt, dass ihnen nunmehr der langersehnte Schulbesuch ermöglicht wird – seit sie mit den von Senden gesponserten Schulbussen von den entlegenen Dörfern täglich abgeholt werden, heißt es in einem Bericht der beiden Ehepaare.

Viele stolze Besitzer von neu erstellen Biogasanlagen zeigten den Sendenern, wie glücklich sie mit der neuen Lebensqualität sind: Die Frauen brauchen nicht mehr in der Früh im Wald nach Holz fürs Feuer suchen. Der beißende Qualm vor und in den Hütten entfällt. Die Frauen hätten jetzt Zeit für Frauen-Selbsthilfe-Gruppen, die Kinder seien gut aufgehoben in den Schulen, und die warmen Mahlzeiten seien in wenigen Minuten mit dem Gaskocher hergestellt.

Nun aber, acht Wochen später, ist vieles in Frage gestellt. Schulen, Geschäfte und manche Behörde sind vom durch die Corona-Pandemie ausgelösten Lockdown betroffen. Nichts geht mehr wegen der Schutzmaßnahmen: Kein Schulbus, keine Schule, zum großen Teil keine Arbeit, keine Arbeitslosenhilfe, blankes Entsetzen.

In dieser Not finden sich Hilfsteams, die in Sozialstationen Päckchen zusammenstellen, um den Ärmsten das Nötigste zu bringen, soweit die ohnehin dürftigen finanziellen Mittel es zulassen. „Nun bittet der Leiter der Sozialdienste in Indore, Machar Mukesh, uns um Hilfe“, heißt es im Bericht der Sendener.

Mukesh habe mitgeteilt, dass zurzeit alle Aktivitäten auf die Beherrschung der Covid19-Pandemie gerichtet sind. Die Selbsthilfegruppen wurden zunächst mit 1500 Masken ausgestattet und müssen den armen Menschen mit niedrigem Bildungsstand in den Slums und entfernten Dörfern bewusst machen, dass der Abstand voneinander unverzichtbar ist. Und wie wichtig häufiges Händewaschen ist – wenn denn Wasser verfügbar sei. Dann wurden an etwa 700 Familien in den Slums Pakete mit Trockennahrung als Soforthilfe verteilt.

In den entfernten Dörfern sind es mehr betroffene Familien. In 65 Dörfern wurden je 25 ärmste Familien (momentan ohne jedes Einkommen) benannt, die einen Geldbetrag von zehn Euro für einen Wochenbedarf an Nahrungsmittel bekommen sollen. Das sind 16 250 Euro, die von der Indienhilfe St. Laurentius erbeten werden. Die Indienhilfe St. Laurentius habe sofort reagiert und aus laufendem Spendeneingang 6000 Euro an die Diözese überwiesen mit dem ausschließlichen Zweck „Soforthilfe für die größte Not in Slums und in entlegenen Dörfern.“ Von der Regierung sei auch Hilfe zu erwarten, die sich aber nur auf sanitäre und medizinische Maßnahmen beschränke, heißt es in dem Bericht.

Die Indienhilfe St. Laurentius ruft deshalb die Sendener auf, die Aktion „Corona-Direkt-Hilfe für Indore“ zu unterstützen und dafür das Konto der Indienhilfe St. Laurentius DE27 4015 4530 0009 0017 51 der Sparkasse Münsterland West zu verwenden.

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