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Indienhilfe bittet um Unterstützung

Kinder bleiben als Waisen von Corona-Toten zurück

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Die Corona-Lage ist dramatisch. Deshalb bittet die Indienhilfe St. Laurentius gerade jetzt um Unterstützung ihrer Arbeit in der Region Indore.

Lebensmittel für 25 Tage werden vom Sozialdienst verteilt: Die Indienhilfe Senden hat schon bei der ersten Pandemie-Welle akute Nothilfe im Bistum Indore durch Spenden ermöglicht. Foto: Indienhilfe Senden

Jedes einzelne Schicksal zählt, aber es sind keine Einzelschicksale mehr. Vielmehr wütet Corona in Indien in einem Ausmaß, das sich beim abendlichen Verfolgen der TV-Nachrichten nur schwer begreifen lässt. Anders für die Familien Degener und Buß. Sie schlagen seit mehreren Jahrzehnten eine Brücke zu dem Subkontinent in Asien. Die Mitteilungen, die die Vertreter der Indienhilfe St. Laurentius derzeit von dort bekommen, lassen die Sendener nicht ruhen. „Die Lage ist dramatisch“, fassen sie zusammen.

Die zweite Corona-Welle überschwemme das große Land, innerhalb weniger Wochen stiegen die bestätigten Covid-19-Fälle von 15 000 auf über 400 000 pro Tag. Täglich seien über 4000 Tote zu beklagen, so die Hilfsorganisation aus Senden. Doch das seien „nur“ die offiziellen Zahlen: „Erschreckend ist, dass sie in Wirklichkeit bestimmt viel höher liegen“, fürchtet die Indienhilfe. Gerade erreichte sie ein Hilferuf aus ihrer Partnerregion im Westen Zentralindiens. Der Leiter des IDSSS, dem Sozialen Service im Bistum Indore, Father Mukesh, schilderte die aktuelle Lage: Danach sind die Krankheitsverläufe in den Slums und abgelegenen Dörfern besonders verheerend. Vielfach bringen Wanderarbeiter auf der Rückkehr aus Ballungsgebieten die Infektion mit. Sie kommen ohne Geld, aber mit dem Virus, stürzen die Familien in noch größeres Elend. Oft, so heißt es in dem Bericht des Sozialdienstes, sterben sogar beide Elternteile und lassen ihre Kinder als Waisen zurück. Diese müssen sich bettelnd, manchmal arbeitend, durchs Leben schlagen. Die kleineren Kinder werden weitgehend – wenn auch dürftig – von Nachbarn und Verwandten versorgt. Staatliche Hilfen kommen in den Slums und Dörfern nicht an. Die Krankenhäuser, auch die diözesan-eigenen, sind überfüllt und können Wartende nicht mehr aufnehmen.

Sozialdienst des Bistums als verlässlicher Partner

Mit dem Sozialdienst des Bistums Indore, der Menschen aller Religionen betreut, habe die Indienhilfe „einen verlässlichen Partner“, um Unterstützung leisten und abwickeln zu können. Spenden, die gerade jetzt bitter nötig seien, sollen vor allem in die akute Nothilfe durch Grundnahrungsmittel, von Reis bis Milchpulver, fließen, da die Familien ohne Einkünfte dastehen und keine Lebensmittel kaufen können.

Spendenkonto der Indienhilfe St. Laurentius: Sparkasse Westmünsterland, IBAN: DE27 4015 4530 0009 0017 51

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