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Leiterin der Kita St. Johannes tritt in den Ruhestand

„Kindern Geborgenheit geben“

Bösensell

Im Jahr 1977 kam Hildegard Schüller für ihr Berufsanerkennungsjahr erstmals in den katholischen Kindergarten St. Johannes Bösensell. Seit 1983 ist sie Leiterin der Kita. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Kurz vor ihrer Verabschiedung sprachen die WN mit ihr.

Hildegard Schüller liebt ihren Beruf auch nach über 40 Jahren noch. Die Leiterin des St.-Johannes-Kindergartens in Bösensell hat in der kommenden Woche ihren letzten Arbeitstag. Foto: Thomas Fromme

Als

Hildegard Schüller 1977 zum Anerkennungsjahr in den katholischen Kindergarten St. Johannes kam, ahnte sie nicht, dass sie dort einen sehr langen Berufsweg zurücklegen würde. Er geht 45 Jahre später nun zu Ende. Seit 1977 hat sich viel geändert. Fünf Kolleginnen arbeiteten damals in der Kita, 22 Mitglieder gehören dem Team heute an. Die meisten Kinder kamen 1977 mit vier in die Einrichtung und blieben nur ein bis zwei Jahre. „Heute sind unsere Jüngsten ein Jahr – und bleiben bis zu fünf Jahre bei uns“, berichtet Hildegard Schüller.

„„Es ist schön, in strahlende Kinderaugen zu sehen“

Bereits seit 1983 leitet sie die Kita. Nach einer kurzen Station in Billerbeck war sie 1979 nach Bösensell zurückgekehrt, wo sie zunächst eine Gruppenleitung übernahm. Die enorme Entwicklung der heute größten Kindertagesstätte im Kreis Coesfeld hat sie miterlebt und mitgeprägt. Sieben Gruppen mit bis zu 130 Kindern besuchen die Kita. Das Betreuungsangebot wurde stetig erweitert – Stichwort: Vereinbarkeit von Familie und Beruf – viele Um- und Anbauten waren dafür nötig.

„Ich bin total dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, so lange in diesem Beruf arbeiten zu dürfen und dabei so viele positive Erfahrungen zu sammeln“, blickt die 64-Jährige zurück. „Früher hätte ich nie gedacht, dass ich auch jetzt noch die Geduld und das Nervenkostüm dafür haben würde“, erinnert sie sich.

Die Aufgabe „ihrer“ Kita sieht sie so: „Wir möchten Kindern Geborgenheit vermitteln und einen Raum öffnen, wo sie Kind sein dürfen.“ So entstanden enge Bindungen zu den Kindern. „An viele erinnere ich mich noch sehr lange. Es ist auch toll, Kinder, die früher hier waren, heute an gleicher Stelle als Eltern zu erleben.“

Erfreulich sei auch, dass es nur wenig Veränderungen im Betreuerteam gab. „Dennoch suchen wir wie wohl fast alle Einrichtungen immer Fachkräfte“, sagt die Leiterin. Auf die Frage, warum junge Menschen diesen Weg einschlagen sollten, antwortet sie: „Es ist schön, in strahlende Kinderaugen zu sehen. Das passiert jeden Tag. Ich erlebe hier ein Haus mit Lachen und vor allem mit einem tollen und sehr motivierten Mitarbeiterteam. Diesen Beruf würde ich immer wieder ergreifen, er macht mir bis heute Spaß.“

Verabschiedung am 15. September

Zu den „Steckenpferden“ der Kita-Leiterin gehört „unser Umgang mit den Ressourcen der Erde“. Mit den Kindern über den Schutz der Schöpfung zu sprechen, sei wichtig. Auch aktuelle Themen wie Corona oder Krieg spricht sie an. Jetzt freut sie sich, dass die Pfarrgemeinde als Träger eine sehr gute Regelung für ihre Nachfolge als Leiterin gefunden habe.

Der Ruhestand beginnt offiziell am 1. Oktober, zuvor hat Hildegard Schüller Resturlaub, „Mir wird bestimmt etwas fehlen“, sagt sie. Aber ich freue mich auch auf den neuen Abschnitt.“ Beispielsweise auf mehr Zeit für Familie und Freunde, zum Wandern und Reisen („Kein klassischer Strandurlaub“).

Die Verabschiedung durch die Pfarrgemeinde St. Laurentius findet am Donnerstag (15. September) statt. Am Tag darauf ist Hildegard Schüllers letzter Arbeitstag. „Ich werde dann nicht ins Büro und nicht ans Telefon gehen – dann bin ich nur bei den Kindern.“

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