1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Senden
  6. >
  7. Kinderpornografie: Tendenz steigend

  8. >

Direktionsleiter Kriminalität vor Kommunalpolitikern

Kinderpornografie: Tendenz steigend

Senden

Die Polizei will den Ermittlungsdruck bei der Kinderpornografie und bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität erhöhen. Dies kündigte Direktionsleiter Guido Meinert als Berichterstatter im Sendener Sozialausschuss an.

Von Dietrich Harhues

Leitet die Direktion Kriminalität: Guido Meinert Foto: Polizei Coesfeld

Mit dem Thema Kinderpornografie sind Ermittler auch in Senden konfrontiert – in steigendem Maße. Die Zahl der aufgedeckten Fälle von Besitz beziehungsweise Erwerb entsprechender Schriften (= Dateien) stieg von zwei (2019) auf neun im vorigen Jahr (2020) an, führte Guido Meinert, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld, im jüngsten Sozialausschuss aus. Er betonte: „Das gibt es überall – auch in Senden.“

Die Aufklärungsquote der genannten Fälle liege bei 100 Prozent – ein Wert, mit dem der Kriminaloberrat aber nicht auftrumpfte. Denn: „Der Täter wird mit der IP-Adresse gleich mitgeliefert“, erklärte Meinert. Der „Fingerabdruck“, den der Rechner im Internet hinterlasse, führe zunächst in den Haushalt – und dann auch zum Tatverdächtigen. Diese verfügten aber häufig nicht über ein, zwei digitale Endgeräte, sondern über ein ganzes Arsenal von Speichern. Für die Beamtinnen und Beamten, die dieses Material sichten müssen, sei dies „belastend“. Auch wenn es in Senden in absoluten Zahlen noch wenige Fälle seien, an der Tendenz gebe es keinen Zweifel, bedauerte der Direktionsleiter: „Das wird immer mehr und ein Ende ist nicht abzusehen.“

Auf Anfrage von Petra van Husen, eine Sprecherin des Inklusionsbeirates, bestätigte Meinert, dass Prävention – auf unterschiedlichen Ebenen – nötig und sinnvoll sei. Seine Behörde stehe nicht nur für die Strafverfolgung, sondern auch für Unterstützung bei der Vorbeugung gerne zur Verfügung. Nicht nur der Missbrauch an Kindern, die für Bilddateien Opfer werden, fordert verstärkt personelle Ressourcen der Polizei, sondern auch den Rauschgiftdelikten sagen die Beamten verstärkt den Kampf an, kündigte der Direktionsleiter an. 21 Fälle waren im Jahr 2020 in die Statistik eingegangen und aufgeklärt worden. Eine Zahl die zuletzt nur gering schwankte, deren Höhe aber vom Aufwand der Polizei abhänge. Verstärke sie ihre Aktivitäten, wachse die Zahl der Delikte mit an, erklärte Meinert.

Unter den 342 Diebstählen, die 2020 in die Polizeistatistik einflossen, hob der Kriminaloberrat Fahrräder hervor, die sich mit 41 Prozent der Fälle niederschlagen. Die Zahl von Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen stieg von 57 (2019) deutlich auf 72 (2020) an. Wenn es um Navi-Geräte und Elektronik aus hochpreisigen Autos gehe, seien professionelle Banden aus Osteuropa unterwegs.

Startseite