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Storno lockt rund 1000 Zuschauer ins Cabrio

Komisch-ketzerisches Kabarett

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Mit ihrem politischen Entertainment lockte das Kabarett-Trio Storno rund 1000 Besucher bei zwei Vorstellungen ins Cabrio-Bad. Komisch ketzerisch wurden Zeitgeist, Politik und nicht zuletzt die katholische Kirche aufs Korn genommen.

Von Ulla Wolanewitz

Bewiesen nicht nur komödiantisches Talent, sondern überzeugten auch als Musiker und Sänger (v.l.): Thomas Philipzen, Harald Funke und Jochen Rüther. Foto: Ulla Wolanewitz

Kaum hat die Kirchturmglocke 11 Uhr geschlagen, da steht „Messdiener-Marine“ Thomas Philipzen auch schon – nein, nicht am Altar – sondern auf der Bühne im Cabrio-Bad. An den Altar, den imaginären, begibt er sich erst später, um in amüsanter Brillanz den Allmächtigen zu mimen. Zur Erheiterung von etwa 1000 Besuchern bei den zwei Auftritten am Sonntag, die glücklicherweise beide vom Regen verschont blieben.

Mit dynamischem Sprung enterten auch seine Kollegen Funke und Rüther die Showbühne, um dann der Politik und dem Zeitgeist mal wieder ordentlich die Leviten zu lesen. War es nicht der Markus, der uns durch die Pandemie getragen hat? Nein, nicht de Söder. Der Lanz. „Er war immer da, wenn man abends allein auf dem Sofa saß“, beteuerte Philipzen. „Das Einzige was störte, waren seine Talkgäste.“ Passend dazu inszenierte das Trio einen exzellenten Hip-Hop zu „Mr. Laber, Laber, Mr. Bombastisch, telefantastisch“. Dazu Harald Funke: „Lanz ist doch das entscheidende Gelenk in der Weltpolitik und Putin – der Pitbull auf Ecstasy – nur beleidigt, weil er noch nie eingeladen war“. Und dann geben die Drei noch einmal eben das „Don Kosaken-Trio“.

Spaß wie Bolle

Keine Frage, dass sie singen können und instrumental auch was zu bieten haben, stellen sie immer wieder gerne unter Beweis. Das Programm sitzt „perfektissimo“. Selbst kleine Verhasperler lassen sich nicht eindeutig als solche identifizieren. Jedenfalls werden sie erstklassig aufgefangen. Ganz einfach dadurch, dass die drei daran selber Spaß haben wie Bolle.

Gut, einige Kracher waren jetzt nicht mehr so ganz morgentaufrisch, was dem Programm allerdings nicht schadete. Schließlich kommen die drei Kabarettisten dennoch so brillant rüber, dass dabei immer wieder reichlich gelacht werden kann.

Nein, Angie – die angebetete Ikone – ist für Funke kein Thema mehr. Aber wer die Nachtigall hat trapsen hören, möchte meinen, dass Marie-Agnes Strack-Zimmermann seine neue Kultfigur werden können. Allein schon, weil ihm die Präsentation dieses Namens so viel Vergnügen bereitet. Und dann erst sein Flamenco, der „hat mich in seiner Weise gewissermaßen erotisiert“, flachste Philipzen. Und Funke meldete zurück: „Ich gebe zu, ich war etwas übermotiviert.“

„Muttikan“ für Rom gefordert

Logisch – auch die katholische Kirche kriegte ihr Fett weg. Storno forderte Prälatinnen, Priesterinnen und Päpstinnen. „Der Vatikan muss geflutet werden mit Östrogen, damit er sich zum Muttikan entwickelt“, so Philipzen und persiflierte dann gleich auch den Kirchenfürsten: „Ja, ich bin unfehlbar, ihr dämlichen Schafe. Der Schein war uns schon immer heilig. Scheinheilig ist hier kein Schimpfwort, sondern Methode“.

Zum guten Schluss, noch das Muss: „Ich hab‘ nen Bello“, die transformierte Version von Lindenbergs „Cello“. Genial und kaum zu toppen.

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