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Spaziergänge im Venner Moor: Rücksicht auf Tiere und Umwelt nehmen

Kreuzottern wollen ihre Ruhe

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Wenn die Temperaturen steigen, herrscht im Venner Moor Hochbetrieb – auch und gerade in der Corona-Krise. Spaziergänger sollten sich aber an bestimmte Regeln halten. Denn: Sie sind nicht allein. Auch Giftschlangen nutzen das anhaltend gute Wetter.

Siegmar Syffus

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Venner Moor kommen auch Spaziergänger – und Giftschlangen. Foto: sff

Wenig Spielraum zur Freizeitgestaltung lassen die Corona-Auflagen. Allein schon deshalb lockt der sonnige Vorfrühling hinaus in die Natur. Unzählige Besucher nahmen die Gelegenheit wahr und spazierten in den vergangenen Wochen durchs Venner Moor, um Ruhe, Entspannung und eine Abwechslung zu finden.

Über das Interesse am Naturschutzgebiet freut sich Kerstin Wittjen. Gleichwohl bereiten der starke Andrang und insbesondere unachtsame Zeitgenossen der Biologin einige Sorgen. Sie bittet die Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben, Kleinkinder bei sich zu behalten und Hunde an der Leine zu halten. „Denn mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen kommen die Kreuzottern aus ihren Winterquartieren und wärmen sich in der Mittagssonne“, berichtet die Mitarbeiterin des Naturschutzzentrums Kreis Coesfeld.

Grundsätzlich sucht diese heimische Giftschlange zwar das Weite, sobald sich jemand nähert. „Gefährlich wird es aber, wenn sie unerwartet durch herumstöbernde Hunde oder Kleinkinder, die schon mal gerne spontan in ein Gebüsch greifen, aufgeschreckt wird. Wenn die Kreuzotter sich bedroht fühlt und nicht fliehen kann, beißt sie zu“, mahnt die Biologin zu besonderer Vorsicht. Insbesondere für Kleinkinder und Hunde könne ein Biss ernste gesundheitliche Folgen haben.

„Hotspots“ für die in ihrem Bestand bedrohten Schlangen seien die Ufersäume entlang der ersten beiden nördlichen Torfstiche, an denen auch die Wanderwege entlang führen. „Wenn man eine Kreuzotter entdeckt, ist das faszinierend. Man sollte sich ruhig verhalten und diesen seltenen Anblick genießen“, empfiehlt die Biologin.

Besonders störungsempfindlich sind auch die Krickenten, die im Umfeld des Moores brüten. „Von daher sollte es unbedingt vermieden werden, die Hunde ins Wasser springen zu lassen, zumal sich an den Uferböschungen auch die Kreuzotter aufhält“, erläutert Wittjen.

Ärgerlich ist für sie der Umgang mit Hundekot: „Hier wäre es erfreulich, wenn die Hundebesitzer den Kot ordnungsgemäß in einem Beutel aufnehmen und diesen nicht an den Wegsäumen entsorgen. Dieser zusätzliche Plastikmüll belastet das Gebiet unnötigerweise. Leider finden sich immer mehr dieser sehr langlebigen Plastiktüten entlang der Wege“, stellt Wittjen. fest. „Es handelt sich erfreulicherweise – noch – um eine kleine Minderheit der Hundehalter, die so handelt, weil der Weg zum nächsten Abfallbehälter zu weit ist. “

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