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Polizei legt Statistik für 2020 vor

Kriminalität nimmt im Corona-Jahr insgesamt nicht ab

Senden

Die Kriminalität nahm in 2020 nicht ab, aber die Ganoven suchten neue Wege, um an Beute zu gelangen. Die Gesamtbelastung durch Straftaten liegt in Senden immer noch auf einem relativ niedrigem Niveau..

Dietrich Harhues

Nicht nur am Busbahnhof gilt: Immer gut abschließen und möglichst auch anschließen, obwohl die Zahl der Fahrraddiebstähle mit 80 im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig ist. Foto: sff

Corona und die Kriminalität – wer gehofft hatte, die Pandemie habe zumindest in dieser Hinsicht ihr Gutes, der irrt. Jedenfalls ist die Gesamtzahl der von der Polizei in Senden registrierten Straftaten im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr von 804 auf 884 angestiegen.

Allerdings bewegt sich die Gesamtzahl der dokumentierten Verbrechen damit im Bereich der vergangenen Jahre: So wurden 2018 von der Polizei 874, im Jahr 2017 insgesamt 993 Straftaten gezählt; 2015 lag das Niveau mit 1128 zu den Akten genommenen Verbrechern noch deutlich höher. In diesem Berichtsjahr schlugen allein 62 Wohnungseinbrüche zu Buche, im Jahr zuvor (2014) markierten 116 Einbruchsdelikte einen als bedrohlich empfundenen Höchststand.

Im Corona-Jahr 2020 drangen hingegen „nur“ elf Mal dunkle Gestalten auf Beutesuche in Gebäude ein. Offenbar orientieren sich die Ganoven um – weg vom Wohnungs-, hin zum Einbruch aus dem Auto. Die Zahl der Diebstähle aus beziehungsweise an einem Kfz stiegen von 57 (2019) auf 72 (2020) an. Dass das heilige Blechle gleich komplett zur Beute wurde, findet sich 2020 mit zwei Fällen seltener wieder als im Vorjahr (acht Fälle von Autodiebstahl). Auch die „Leezen“ scheinen in Senden seltener auf kriminelle Weise den Besitzer zu wechseln – 2020 wurden 80 Fahrraddiebstähle protokolliert, neun weniger als im Vorjahr (zum Vergleich: 2014 ging der Drahtesel-Klau 122 Mal in die Statistik der Polizei ein). Ihre Bilanz offenbart auch, dass Sachbeschädigung mehr um sich greift (ein Zuwachs um 37 auf 115 Anzeigen in 2020).

Die Polizei verzeichnet im jüngsten Bericht eine Zunahme der Körperverletzungen von 72 (Vorjahr) auf 88 – ein Wert, der aber noch deutlich unter der Zahl dieser Delikte in den Jahren 2017 und 2018 mit 100 beziehungsweise 96 Fällen liegt. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigerte sich von 18 (2019) auf 21, davon zwei Fälle von Vergewaltigung (2019: acht). Das Niveau der festgestellten Rauschgiftkriminalität liegt mit 21 Fällen (2019: 31) unterhalb der meisten Werte voriger Jahre.

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