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Trompeter Matthias Beckmann

„Kultur angemessen honorieren“

Senden

Der aus Senden stammende Trompeter Matthias Beckmann gastiert mit seiner Band am 18. Juni (Freitag) auf der „Sendener Sommerbühne“. Im WN-Interview spricht der Profi-Musiker darüber, welchen Stellenwert das Heimspiel in Senden für ihn hat und wie er die Konzertabsagen während der Corona-Pandemie überbrückt hat

Matthias Beckmann gastiert auf der „Sommerbühne“. Foto: privat

Ein ganz besonderes Konzert findet am Freitagabend (18. Juni) im Rahmen der „Sendener Sommerbühnen“ im Außenbereich des Cabrio-Bades – bei schlechtem Wetter in der Steverhalle – statt: Der aus Senden stammende Trompeter Matthias Beckmann spielt mit seiner Band um 20.30 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 14 Euro (ermäßigt 12 Euro) sind über die Internetseite www.senden-westfalen.de oder noch an der Abendkasse erhältlich. In einem Interview stand der Musiker den Westfälischen Nachrichten Rede und Antwort.

Ist ein solcher Auftritt für Sie etwas Besonders, weil Sie in Senden großgeworden sind?

Beckmann: Jeder Auftritt ist natürlich etwas Besonderes für mich, denn ich befinde mich in der glücklichen Lage, dass ich ausschließlich mit der Musik mein Geld verdienen darf. Das ist schon ein enormes Privileg. Ein Auftritt in meinem Heimatort Senden ist natürlich sehr besonders für mich. Nach bereits zweimal verschobenen Konzert-Terminen freue ich mich besonders, dass es nun endlich stattfinden kann. Hier kennt man ja doch noch viele Gesichter, und es ist natürlich auch zudem sehr schön, wenn man für seine Familie, Freunde und Bekannte spielen kann.

Die Corona-Pandemie hat gerade den Kulturbereich voll erwischt. Wie haben Sie bislang die Zeit überstanden?

Beckmann: Ich habe versucht, mich durch die vielen Konzertabsagen nicht entmutigen zu lassen, und habe immer versucht, positiv zu denken. Ich habe mir in der Zeit viele Gedanken über meine künstlerische Weiterentwicklung gemacht und habe einige Stücke für neue Alben komponiert sowie für Online-Musikvideos Bläsersätze arrangiert und eingespielt. Dank meines Home-Studios konnte ich zum Beispiel auch internationale Einspiel-Arbeiten für eine Sängerin in New York erledigen und Projekte in London für die Zukunft planen.

Und was ist Ihre Hoffnung für die (kul­turelle) Zukunft?

Beckmann: Meine große Hoffnung für die kulturelle Zukunft ist natürlich, dass die Kultur entsprechend honoriert wird. Viele Menschen haben in der Corona-Pandemie, denke ich, gesehen, wie wichtig Kultur und die damit verbunden sozialen Kontakte sind. Das ging für uns alle in der letzten Zeit nicht. Viele von uns brauchen einfach das menschliche Miteinander und die Kultur, das merkt man meistens erst, wenn solche Sachen wegfallen, die vor der Pandemie als selbstverständlich angesehen wurden. Jetzt wissen wir, dass sie das nicht immer sind, und deshalb wünsche ich mir für die kulturelle Zukunft eine Gleichstellung, wie sie für andere (Berufs-) Zweige existiert und auch eine entsprechende Honorierung. Denn Musik machen oder Kultur machen kann auch oft heißen, einen Job auszuüben, für den man oft jahrelang sein Handwerk studiert hat.

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