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Sendener baut Homepage für Huxburger Baugebiet

Künftige Nachbarn kennenlernen

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Noch steht kein einziges Haus im Baugebiet Huxburg. Gleichwohl suchen Svenja und Sebastian Fuchs schon jetzt Kontakt zu ihren künftigen Nachbarn. Dazu haben sie nicht nur eine Whatsappgruppe gegründet, sondern auch eine Homepage aufgebaut, die von ihnen ständig mit Fotos und Information aktualisiert wird.

Wöchentlich veröffentlichen Sebastian und Svenja Fuchs solche Panorama-Aufnahmen des Baufortschritts auf ihrer Homepage. Foto: Sebastian Fuchs/Huxburg.Online

Wer seine neuen Nachbarn kennenlernen möchte, geht im Optimalfall einfach rüber, schellt an der Tür, bringt vielleicht ein kleines Präsent mit, verabredet sich mal auf ein Käffchen oder ein Glas Wein. Doch was, wenn das nicht möglich ist – weil weder das eigene Haus, noch das der künftigen Nachbarn bisher existieren?

Genau vor diesem Problem standen vor einigen Wochen Svenja und Sebastian Fuchs. Das junge Pärchen hat ein Grundstück im Neubaugebiet Huxburg gekauft. „Wir haben uns einfach gefragt, wer unsere künftigen Nachbarn sind und wie wir das herausfinden können“, erzählt Sebastian Fuchs. Eine Art soziales Netzwerk für die künftigen Huxburger schwebte ihnen vor. Doch so etwas gibt es nicht – weder für Senden, noch für andere Gemeinden. „Also war die Idee, das selber zu machen“, sagt Sebastian Fuchs, der beruflich als Softwareentwickler arbeitet.

Panoramabilder mit der Drohne aufgenommen

Herausgekommen ist die Homepage https://huxburg.online sowie ergänzend eine Whatsappgruppe, in der sich bereits ein Teil der künftigen Huxburger eingefunden hat. Die Homepage beinhaltet verschiedene Funktionen. Zum einen gibt es dort eine Karte mit den verschiedenen Grundstücken. Sie sind durchnummeriert und einige davon sich farblich markiert. „So kann man sehen, ob sich der Nachbar schon gemeldet hat“, erklärt Fuchs. Namen der Grundstückseigentümer werden dort natürlich nicht genannt, doch über die Whatsappgruppe können sich die künftigen Nachbarn so leicht finden.

Wöchentlich lädt das Ehepaar dort zudem Drohnen-Panoramabilder des Baugebiets. „Das ist im Moment immer unser Samstags- oder Sonntagsspaziergang“, erzählt Svenja Fuchs. Zudem gebe es kurze Infos und Updates zu Neuigkeiten rund um Erschließung, Glasfaserausbau und oder veränderte Vorschriften durch die Gemeinde.

Anfang September ging die Homepage online. „Am Anfang hat es zwei, drei Wochenenden gedauert, um die Seite zu bauen“, sagt Sebastian Fuchs. Seitdem stecken er und Svenja Fuchs rund fünf Stunden die Woche in die Pflege, der Aufwand sei also überschaubar.

Firmenliste soll Häuslebauern helfen

Seit kurzem gibt es auch eine Firmen-Liste mit Unternehmen aus dem Münsterland, welche die Kontaktaufnahme zu möglichen Häuslebau-Partnern erleichtern soll. „Wir haben damit überhaupt keine Gewinnabsichten“, betont Sebastian Fuchs. Bis auf den Server koste die Homepage nichts, es sei mehr ein ehrenamtliches Projekt, um die Nachbarschaft besser zu verknüpfen und den künftigen Huxburgern zu helfen.

Doch wieso muss man überhaupt schon so früh mit seinen Nachbarn in Kontakt kommen? Schließlich wohnen beide Parteien noch gar nicht nebeneinander. „Man kann sich dann schonmal bezüglich gemeinsamer Zäunen zwischen den Grundstücken absprechen“, erzählt Sebastian Fuchs beispielhaft.

Gerade über die Whatsappgruppe haben sich schon einige künftige Nachbarn kennengelernt, teilweise sei bereits ein intensiver Austausch entstanden, erzählt Svenja Fuchs. „Wir haben bisher erst einen unserer drei Nachbarn gefunden“, sagt Sebastian Fuchs lachend. Es seien im Moment besonders Sendener in der Gruppe und zwei, drei Leute aus Münster. Auswärtige, die bald erst nach Senden ziehen, gebe es dort kaum. Genau die sollen durch die Homepage erreicht werden.

Kritik an der Gemeinde

Tipps zu Baufirmen, Bankdarlehen, aber auch zu Problemen tauchen in der Whatsappgruppe immer wieder auf. Die Grundstimmung sei durch die gestiegenen Zinsen, die Inflation und die hohen Baukosten etwas angespannt, sagt Svenja Fuchs. Doch vom Traum vom eigenen Haus zurückgetreten sei bisher dort noch niemand. Kritisiert werde allerdings immer wieder die Erreichbarkeit und die schlechte Kommunikation der Gemeinde.

Ähnliche Formen der so frühen Nachbarschaftsverknüpfung gibt es laut Sebastian Fuchs noch nicht. Sobald er die Homepage mit eventuell weiteren Funktionen fertigentwickelt hat, kann er sich gut vorstellen, das Konzept via Open Data auch anderen Nachbarschaftsinitiativen und künftigen Baugebietsbewohnern anzubieten.

So zukunftsweisend eine digitale Verknüpfung der Nachbarschaft ist: Am Samstag (26. November) ist ab 15 Uhr ein ganz analoges lockeres Kennenlernen beim Baugebiet geplant. Künftige Huxburger, die daran Interesse haben, finden alle weiteren Infos unter:

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