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Senioren-WGs an der Kirchstraße

Lebensabend gemeinsam genießen

Ottmarsbocholt

Ein Gebäudekomplex mit drei Pflege-Wohngemeinschaften für zwölf Senioren, sechs Wohnungen und einer Tagespflege-Einrichtung sollen bis Ende 2023 an der Kirchstraße in Ottmarsbocholt entstehen. Dazu möchte Investorin und Betreiberin Constanze Spellerberg bis zu sieben Millionen Euro in die Hand nehmen.

Siegmar Syffus

Der Entwurf des Architekten Björn Schreiter sieht in Richtung St. Urban-Kirche eine giebelständige Orientierung der Pflege-Wohngemeinschaften vor. Dahinter, (links im Bild) soll am Davertweg ein Wohngebäude mit Tagespflege im Erdgeschoss entstehen. Foto: Schreiter Architekten

Die Verträge sind zwar noch nicht unterzeichnet. Und auch eine detaillierte Planung muss noch ausgearbeitet werden. Gleichwohl bedachten Bürgermeister Sebastian Täger und Verwaltungsmitarbeiterin Kerstin Ueding das Vorhaben „Pflege-Wohngemeinschaften“ an der Kirchstraße mit reichlich Vorschusslorbeeren: Sowohl das Betreiberkonzept als auch die architektonische Gestaltung seien überzeugend. „Es ist ein richtig guter Entwurf geworden, mit dem wir sehr zufrieden sind“, fasste Ueding, die das Auswahlverfahren betreut hatte, die Meinung der Jury, der beteiligten Fachausschüsse und des Gemeinderates zusammen.

Projekt kostet bis zu sieben Millionen Euro

Auf der rund 1800 Quadratmeter großen, gemeindeeigenen Fläche des ehemaligen Grundstücks Stoffers sollen bis Ende 2023 drei Pflege-Wohngemeinschaften für jeweils vier Senioren sowie ein Gemeinschaftshaus mit sechs Wohnungen und einer „Gewerbeeinheit“ entstehen. Es handelt sich dabei um den gemeinsamen Entwurf von Björn Schreiter Architekten und der Investorin und späteren Betreiberin des Angebots, Constanze Spellerberg. Dieser Vorschlag hatte sich deutlich gegenüber zwei anderen Bewerbungen durchgesetzt.

Stellten den Siegerentwurf für die vorgesehenen Pflege-Wohngemeinschaftenin Ottmarsbocholt vor: Investorin und Betreiberin Constanze Spellerberg (vorne, l.), der designierte Einrichtungsleiter Daniel Weigert (hinten, l.), Bürgermeister Sebastian Täger (vorne, r.) sowie ArchitektBjörn Schreiter (hinten, 3.v.l.) mit Team. Foto: Siegmar Syffus

Spellerberg betreibt bereits in anderen Städten ähnliche Einrichtungen für ältere Menschen und ist bereit, für das Vorhaben in Ottmarsbocholt eine Menge Geld in die Hand zu nehmen: „Ich gehe von einem Investitionsvolumen zwischen 6,5 und 7 Millionen Euro aus“, erklärte sie im Zuge eines Pressetermins in der Steverhalle und verwies auf die baulich „sehr hochwertige Ausstattung“ und die „kleine, familiäre Struktur“ der neuen Einrichtung. Zudem packte die Betreiberin und Investorin unerwartet noch ein „Bonbon“ aus: „Wir sind gesprächsbereit und gehen mit einer Tagespflege in die Planung“, versprach sie. „Wir halten uns allerdings eine kleine Hintertür auf: Wenn wir nach ein oder zwei Jahren merken, dass die Tagespflege nicht angenommen wird, gehen wir wieder zurück.“ In diesem Fall könnte das Erdgeschoss gegenüber der Volksbank tatsächlich als „Gewerbeeinheit“ genutzt werden.

„Pflege und Betreuung bis zum Ende“

Auf eine weitere Besonderheit des Betreuungskonzeptes wiesen sowohl Spellerberg als auch der designierte Einrichtungsleiter Daniel Weigert hin: Wer in eine der Pflege-Wohngemeinschaften einzieht, kann dort seinen gesamten Lebensabend verbringen. „Wir bieten Pflege und Betreuung bis zum Ende“, sagte Weigert. Das gelte auch für demenzerkrankte Klienten und beinhalte auch eine Palliativversorgung.

Die Gestaltung der beiden Gebäudeeinheiten knüpfe „mit Respekt“ an die Kirche und das dörfliche Umfeld an, betonte Architekt Björn Schreiter. Die Front zur Kirchstraße werde bewusst ein Stück zurückversetzt, „um die Platzsituation“ an St. Urban aufzunehmen. An der Rückseite der Gebäude sei ein Garten vorgesehen. Im Juni soll die Detailplanung beginnen. Voraussichtlich bis Ende 2023 werde die Anlage bezugsfertig sein, führte der Architekt aus.

Wohnungen und Tagespflege inbegriffen

Der Entwurf für das ehemalige Stoffers-Grundstück sieht zwei Baukörper vor. Der eine befindet sich giebelständig direkt gegenüber von St. Urban an der Kirchstraße und beherbergt drei Pflege-Wohngemeinschaften für insgesamt zwölf Bewohner. Diese WGs sind jeweils 244 bis 264 Quadratmeter groß. Jeder Bewohner hat darin ein eigenes Appartement (Zimmer mit Bad) in einer Größe zwischen 23 und 27 Quadratmetern. Küche und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt. Laut Schätzung der Investorin liegt die Kaltmiete „zwischen 500 und 600 Euro“. Hinzu kommen Haushaltsgeld, Nebenkosten und Kosten für die jeweils gebuchte Pflegeleistung.Der zweite Baukörper schließt sich unmittelbar am Davertweg an – giebelständig gegenüber der Volksbank. Dort sollen sechs 77 bis 90 Quadratmeter große Wohnungen, ein Parkplatz sowie im Erdgeschoss eine Tagespflege-Einrichtung mit voraussichtlich zehn bis elf Plätzen entstehen.sff

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