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„Aktion Hoffnungsschimmer“ trauert um Karl Schiewerling

„Leidenschaftlicher Einsatz für Frieden in der Welt“

Senden

Der gemeinnützige Verein „Aktion Hoffnungsschimmer“ trauert um ihren Mitbegründer und Schirmherrn, Karl Schiewerling. „Wir haben ihm viel zu verdanken“, betont „Hoffnungsschimmer“-Vorsitzender Alfred Holz.

Dietrich Harhues

An der Versammlung zur Vereinsgründung von „Aktion Hoffnungsschimmer“ im Oktober 2015 nahm Karl Schiewerling (r.) teil. Mit im Bild Reinhold Waltermann (vorn), Friederike Frücht (v.l.) Orhan Atalan, Dennis Necat Bozan, Alfred Holz, Stefan Benecke und Dr. Jochen Reidegeld. Foto: di

Die „Aktion Hoffnungsschimmer“ trauert um Karl Schiewerling, Gründungsmitglied und mit Dr. Jochen Reidegeld Schirmherr des gemeinnützigen Vereins. „Sein Tod macht uns alle tief betroffen“, erklärt Alfred Holz, erster Vorsitzender von „Aktion Hoffnungsschimmer“.

Darin bündeln bis heute Vertreter der ezidischen Glaubensgemeinschaft in Senden, die beiden örtlichen Pfarrer, Stefan Benecke (evangelische Kirchengemeinde Senden) und Klemens Schneider (St. Laurentius-Gemeinde), sowie Holz als damaliger Bürgermeister Sendens, ihre Kräfte. Schmerzhafter Anstoß und Auslöser für den solidarischen Schulterschluss und die gemeinsame Organisation von Hilfe war der Überfall der IS-Terrormiliz auf das ezidischen Kerngebiet im Norden des Irak, Shingal, im August 2014. Als Mitinitiatoren und Schirmherren von „Hoffnungsschimmer“ fungierten Dr. Jochen Reidegeld, damals stellvertretender Generalvikar des Bistums Münster, und der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling.

Der im Alter von 69 Jahren – wie berichtet – an einem Krebsleiden erlegene Nottulner, dessen Stimme als Arbeitsmarkt- und Sozialpolitiker bundesweit erhebliches Gewicht hatte, war auch außerhalb seines Schwerpunktgebietes breit engagiert. Der Auftrag von „Hoffnungsschimmer“ – akute humanitäre Hilfe und Unterstützung am Wiederaufbau in Bildung, Subsistenzsicherung und Medizin sowie der Brückenschlag zwischen Glaubensgemeinschaften und deren Schutz – war Schiewerling ein wichtiges Anliegen. „Sein christlicher Glaube hat ihm viel Kraft geschenkt und ihn immer wieder motiviert, sich leidenschaftlich für mehr Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzusetzen“, würdigt Pfarrer Schneider.

Karl Schiewerling besuchte Flüchtlingslager im Norden des Irak. Foto: privat

Die besondere Haltung als Person und Politiker hebt Alfred Holz hervor. „Wir verlieren einen aufrechten Demokraten, der auch als Politiker den Menschen immer nah war.“ Schiewerling, der selbst an einer Delegationsreise von „Aktion Hoffnungsschimmer“ in den Nordirak teilgenommen hat, behielt den Kernauftrag der Hilfsorganisation im Blick, trug aber auch dazu bei, den Radius des Vereins-Netzwerkes deutlich zu erweitern. „Er hat uns Türen geöffnet“, unterstreicht Alfred Holz. Er resümiert: „Die Aktion Hoffnungsschimmer hat Karl Schiewerling viel zu verdanken“, so der Altbürgermeister im Namen des Vereins, dessen Mitgefühl der hinterbliebenen Ehefrau, den drei Kindern und dem Enkel gilt.

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