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Kirchen setzen Zeichen im Geist der Ökumene

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Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde setzen Zeichen: Karsamstag entzünden Pfarrer Klemens Schneider und Pfarrer Stefan Benecke wechselseitig die Osterkerzen. Die Osterpredigt in St. Laurentius wird nicht vom Gemeindepfarrer, sondern von Pastoralreferentin Ute Albrecht gehalten.

Siegmar Syffus

Karsamstag werden der evangelische Pfarrer Stefan Benecke (l.) und der katholische Pfarrer Klemens Schneider in der St. Laurentius-Kirche wechselseitig die Osterkerzen entzünden. Foto: Siegmar Syffus

Ostern ist das Fest der Auferstehung Christi, ein Fest der Hoffnung und des Lichts. Mit diesem Licht der Frohen Botschaft möchten Pfarrer Klemens Schneider und sein evangelischer Amtsbruder Stefan Benecke düstere Gedanken in Zeiten von Corona aufhellen und „durch ein österliches Symbol Zeichen der Verbundenheit setzen“, sagt Schneider.

Im Geist der Ökumene werden die Geistlichen am Karsamstagabend in St. Laurentius wechselseitig die Osterkerzen der jeweils anderen Gemeinde entzünden. Benecke trägt anschließend das „katholische“ Osterlicht in die Friedenskirche, während das „evangelische“ Osterlicht in der katholischen Pfarrkirche leuchtet. Die gemeinsame Aktion wird am Ostersonntag fortgesetzt: In allen vier katholischen Kirchen und in der evangelischen Friedenskirche wird zeitgleich an einem (Glocken-)Strang gezogen: Von 9.30 bis 9.45 Uhr, von 12 bis 12.15 Uhr und um 19.30 Uhr erklingt in Senden, Ottmarsbocholt, Bösensell und Venne österliches Festgeläut.

Das wechselseitige Entzünden der Osterkerzen am Karsamstag ist gleichzeitig Bestandteil eines Ostergottesdienstes, der um 20 Uhr aufgrund der Corona-Auflagen ohne Besucher stattfinden muss, jedoch über die Homepage der St. Laurentius-Gemeinde übertragen wird. Auch hier fließt eine besondere Symbolik ein. Denn nicht der Gemeindepfarrer, sondern Pastoralreferentin Ute Albrecht wird die Predigt halten. „Mir ist es ein Anliegen, ein Zeichen für Frauen in unserer Kirche zu setzen“, betont Schneider. „Es waren Frauen, die als Erste die Botschaft der Auferstehung überbracht haben. Warum soll dann nicht eine Frau die Osterpredigt halten, zumal Ute Albrecht eine qualifizierte Theologin ist.“ Während der Übertragung erfolge ein Gemeinschaft-stiftender Impuls: „Jeder soll für sich eine Kerze entzünden – damit ab diesem Moment von allen gemeinsam eine Kerze brennt“, erklärt Schneider.

Auch die evangelischen Christen haben – trotz Corona – zu Ostern die Gelegenheit, Gottesdienste via Internet zu feiern: „An Karfreitag wird über die Homepage des evangelischen Kirchenkreises Münster ein Gottesdienst übertragen, der in Lüdinghausen in der Kirche an der Burg aufgezeichnet wurde“, berichtet Stefan Benecke. Ein weiterer Gottesdienst aus der Apostelkirche in Münster folgt am Ostersonntag. Beide Übertragungen können am jeweiligen Tag ab 10 Uhr gestreamt werden.

In den vergangenen Tagen hat die evangelischen Friedensgemeinde bereits 180 Osterkerzen an Senioren überbracht, die wegen der Corona-Pandemie ans Haus gebunden sind. In Ottmarsbocholt werden am Ostersonntag ab 18 Uhr Pfadfinderinnen durch den Ort ziehen und dort das Osterlicht verteilen. Dazu müssen Kerzen vor die Haustüren gestellt werden (WN berichteten). Wie gewohnt brennen dann in den geöffneten Kirchen die Osterkerzen.

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